In einer Jubiläums-Feierstunde wurde auf zehn Jahre „Lava-Dome“ zurückgeblickt
Eine Erfolgsgeschichte in jeder Hinsicht
Mendig. Als der Mendiger „Lava-Dome“ vor zehn Jahren seine Pforten öffnete, hätte - trotz positiver Prognosen - niemand geglaubt, dass man im Jahre 2015 den 600.000. Besucher begrüßen würde. Am vergangenen Wochenende wurde das Jubiläum des zum Mendiger Wahrzeichen avancierten interaktiven Museums gebührend gefeiert.
Zum Auftakt gab es eine gelungene Geburtstagsfeier. Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel freute sich, dass er zahlreiche prominente Gäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil sowie die Landtagsabgeordneten Hedi Thelen und Marc Ruland, zu diesem besonderen Ereignis begrüßten durfte. In einer Ansprache unterstrich er besonders den Mut und die Entscheidungskraft seines Amtsvorgängers Achim Diensberg, der die Vision vom „Lava-Dome“ - ebenso wie der langjährige Geschäftsführer der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG), Heinz Lempertz - realisiert hatte. „Gewiss gab es in der Vergangenheit bereits viele bedeutsame Ereignisse und Anlässe, sich besonderer Daten zu erinnern, aber heute wollen wir eine Entwicklung würdigen, die für Mendig eine neue Dimension im touristischen Sektor bedeutete, aber auch dafür sorgte, dass vielen Bewohnern unserer Stadt wieder eine Nähe zu ihren geologischen, vulkanischen und arbeitsgeschichtlichen Wurzeln bewusst gemacht wurde“, so Stadtbürgermeister Ammel, der als einen der Hauptimpulsgeber den Sprecher der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft, Heinz Lempertz, willkommen hieß.
Sodann lenkte Ammel den Blick auf die heutige Erfolgsgeschichte: „Nachdem durch die Tätigkeit der DVG in wechselnden Räumlichkeiten die Attraktivität unserer heimischen Geschichte und Exponate immer deutlicher wurde, kam es zur Eröffnung unseres ’Lava-Dome‘. War man zunächst noch unsicher, ob auch dauerhaft eine ausreichende Nachfrage für ein derartiges Museum zu erwarten sei, kann man heute nur sagen: und ob! 600.000 Besucher sprechen für sich. Über 400 Schulklassen pro Jahr zeigen darüber hinaus, dass auch die pädagogische Vermittlung ein großes Interesse findet. Dass zusätzlich eine innige Verbindung zum Bier besteht und sich auch noch unser Vulkan-Brauhaus in der Nähe befindet, macht den Besuch noch attraktiver“. Zum Abschluss bedankte der Stadtbürgermeister sich bei allen, die zum Gelingen beigetragen hatten.
Aus seiner Sicht als gebürtiger Mendiger und ehemaliger Staats- und Finanzminister in Mainz würdigte Gernot Mittler in einer beeindruckenden Laudatio die Erfolgsgeschichte des „Lava-Dome“ und gratulierte sowohl der Stadt Mendig als auch allen beteiligten Akteuren. Zunächst zitierte er aus einem aktuellen Vermerk des Mainzer Innenministeriums: „Im Vorfeld der Umsetzung ist mit einem jährlichen Besucheraufkommen zwischen 30.000 und 50.000 Gästen gerechnet worden. Tatsächlich konnte diese Prognose mit rund 60.000 Besuchern im Jahr noch deutlich übertroffen werden. Damit hat der ’Lava-Dome’ sich als eine erfolgreiche und vor allem unter Tourismus- und Fremdenverkehrsgesichtspunkten wichtige Einrichtung am Standort Mendig etabliert.“
Die positive Entwicklung des „Lava-Dome“ habe die damalige Entscheidung des Landes gerechtfertigt, sagte Gernot Mittler und erinnerte: „Der Landeszuschuss für die geplanten Bau- und Einrichtungskosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro betrug damals 1.518 Millionen Euro - das sind immerhin 69 Prozent“. Jedoch sei das Risiko dank der bereis 1987 gegründeten DVG, die damals schon auf ein internationales Netzwerk, auf eine fundierte wissenschaftliche Grundlage und viele ehrenamtlich Engagierte stolz sein konnte, überschaubar gewesen. Der Staatsminister a.D. wies außerdem darauf hin, dass man den „Lava-Dome“ nicht als isoliertes Ereignis sehen dürfe, sondern als wichtiges Glied in der Kette der Vulkanpark-Projekte.
Aufnahme ins UNESCO- Weltkulturerbe vorantreiben
Der „Lava-Dome“ sei jedoch nicht nur ein attraktives Gebäude. Durch ihn sei Mendig in Bezug auf den Vulkanismus ein Kompetenzzentrum von nationalem bzw. inzwischen internationalem Rang. Außerdem sei es ein Segen, „dass dieses wichtige Projekt im kommunal-politischen Konsens umgesetzt wurde. Hier wurde in gemeinsamer Verantwortung zum Nutzen der Stadt an einem Strick in die gleiche Richtung gezogen“, so Mittler, der zum Abschluss noch einmal an die Aufnahme der Lava-Keller in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes erinnerte und an die anwesenden Politiker appelliere, diesen Gedanken nach vorne zu treiben. Last, but not least würdigte Gernot Mittler die Verdienste seines inzwischen verstorbenen Freundes Rudolf Oster: Der langjährige leitende Ministerialdirigent im Mainzer Innenministerium war dem gesamten Projekt ein hilfreicher und höchst gewogener Begleiter.
Auch der Kreisbeigeordnete Rudi Zenz und der Bürgermeister der VG Mendig, Jörg Lempertz, gratulierten in je einem Grußwort und würdigten die Erfolgsgeschichte des „Lava-Dome“.
Während Rudi Zens das interaktive Museum mit seinen „Vulkanen zum Anfassen“ als einen lehrreichen Ort insbesondere für Kinder und Jugendliche hervorhob und dem Leiter des „Lava-Dome“, Helmut Koll, und dessen Team für die „tolle Arbeit“ dankte, rief Jörg Lempertz noch einmal das riesige Engagement von Stadtbürgermeister a.D. Achim Diensberg in Erinnerung, der vor zehn Jahren in den Startlöchern stand, um seine Vision Wirklichkeit werden zu lassen. „Auch das Team der Verbandsgemeinde hatte alles vorbereitet, um den Museumsbetrieb, den unsere Mitarbeiter zunächst provisorisch über viele Monate zusätzlich zu ihrer Arbeit leisteten, aufzunehmen. Die erfahrenen Kräfte der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft freuten sich, dass ihr Vulkanmuseum nach den Anfängen im Anwesen Hanstein und der Zwischenstation im Hof Michels nunmehr in einem beeindruckenden Neubau präsentiert werden sollte. Wir haben gehofft, ein Erfolgsmodell in Betrieb nehmen zu können. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Hier begeistert eine moderne interaktive Museumsausstattung gepaart mit der Ursprünglichkeit der größten Lava-Keller der Erde die Besucher. Hier vereinte sich das Fachwissen und die Leidenschaft der ehrenamtlichen Vulkanparkführer der DVG mit dem Engagement der fleißigen Lava-Dome-Kräfte rund um Helmut Koll. Hier ist politischer Mut über Parteigrenzen hinweg bewiesen worden, der von Achim Diensbergs Tatendrang bis hin zum heutigen Weiterbetrieb durch Hans Peter Ammel anhält“.
Wirtschaftssäule „Tourismus“ besitzt besondere Bedeutung
Im Namen der Verbandgemeinde gratulierte Jörg Lempertz herzlich zum ersten runden Geburtstag. Er betonte, dass die Verbandsgemeinde gerne die Geburt des „touristischen Leuchtturms“ unterstützt und auch viel Kraft in den Ausbau der Wirtschaftssäule „Tourismus“ durch den Bau der Traumpfade, den Ausbau des Waldsees Rieden, die Etablierung der Kulturveranstaltung „Nacht der Vulkane“, den Bau der Tourist-Info Maria Laach, die Ausrichtung des größten Festivals Deutschlands, „Rock am Ring“, und die nun anstehende Vereinigung des Tourismus rund um den Laacher-See investiert habe: „Wir sind überzeugt, dass unsere Heimat so reizvoll ist, dass sie Besucher aus aller Welt begeistert. Die 600.000 Besucher des ’Lava-Dome‘ beweisen, dass diese Einschätzung stimmt.“
Freuten sich über den Erfolg (v.l.): Rudi Zenz, Thomas Schneider, Gernot Mittler, Hedi Thelen, Mechthild Heil, Joachim Plitzko und Jörg Lempertz.
Gernot Mittler hielt eine beeindruckende Laudatio.
Drei Männer der ersten Stunde (v.l.): Achim Diensberg, Egon Schäfer und Heinz Lempertz.
