Caritas-Kampagne 2013
„Familie schaffen wir nur gemeinsam“
Zuwanderungsfamilien sollen sich im Kreis Mayen-Koblenz zuhause fühlen
Mayen. „Familie schaffen wir nur gemeinsam“, so das Motto der Caritas-Kampagne 2013. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes Migration stellen sich in diesem Zusammenhang Fragen wie zum Beispiel: Wie leben Familien mit Migrationshintergrund hier in Deutschland? Können Sie ihr Familienleben frei gestalten? Wie sind die Rahmenbedingungen für Familienzusammenführung und welche Rolle spielt der Schutz von Familie im Zuwanderungs- und Aufenthaltsgesetz?
Der Fachdienst Migration im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., arbeitet geschäftsstellenübergreifend und hat seinen Hauptsitz in Mayen. „Die Familien, die von uns unterstützt werden, sind so vielfältig wie die Gründe aus denen Menschen zu uns nach Deutschland kommen“, erklärt Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst (JMD). Flucht vor Krieg und Verfolgung, mangelnde Arbeitsperspektiven oder die Liebe bringen Menschen dazu ihre Heimat zu verlassen und in einem anderen Land neu anzufangen. Das Familienleben muss im Spannungsfeld von Herkunftskultur und der Kultur der Aufnahmegesellschaft neu gestaltet werden. Allerdings bedeutet "Familie" im Kontext von Migration auch häufig das Zurücklassen der (Herkunfts-)Familie und sich hier in einer neuen Familie oder alleine zurechtzufinden. „Heimweh, Angst um Angehörige in Krisen- und Kriegsgebieten und auch Trauer sind vielfach Themen in unseren Beratungsgesprächen“, sagt Eva Pestemer von der Migrationsberatung für Erwachsene (MBE).
Aber nicht nur das (Familien-)Leben muss neu organisiert werden. In Deutschland ist vieles fremd und neu. Angefangen bei Wohnung, Einrichtungsgegenständen, unbekannten Lebensmitteln über Sprache, (Aus-)Bildungssystem bis hin zu Nachbarn, Klassenkameraden und Arbeitskollegen. Es stellt sich ein Gefühl von Einsamkeit ein, wenn aus der alten Heimat bekannte Regeln, Normen und Werte nun anders gedeutet werden. Hier gibt der Fachdienst Migration Orientierung und hilft beim Ankommen und Wurzeln schlagen. Das Caritas-Team macht Müttern, Vätern und Kindern Mut, aus einer gefühlten Isolation herauszutreten und Kontakte zu knüpfen, damit ein Netzwerk der Hilfe und Solidarität entstehen kann. „Neugierig, ohne Angst sollte man auf die andere Kultur zugehen. Das gilt für Zugewanderte genauso wie für die einheimische Bevölkerung“ kommentiert Fachdienstleiter Markus Göpfert, „deshalb bieten wir auch regelmäßig Workshops oder Tagungen zur Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz für Multiplikatoren an.“
Über regelmäßige Elternarbeit in den Integrationskursen informieren die Caritas-Mitarbeiterinnen über das (Aus-)Bildungssystem, den Arbeitsmarktzugang wie auch über Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten in der Region.
Traumatisierten Flüchtlingen, die teilweise auch Folteropfer sind, widmet sich "In Terra-Psychosoziales Zentrum für Flüchtlinge (PSZ)". Cindy Vogel-Hürter: „Gerade Flüchtlingen stellen sich aufgrund ihres ungesicherten Aufenthaltsstatus, einjährigem Arbeitsverbot, beengten Wohnverhältnissen und eingeschränkten Sozialleistungen Hindernisse in den Weg. Für sie ist es kompliziert, das Familienleben halbwegs normal zu gestalten. Fast unmöglich wird es, wenn traumatische Fluchterlebnisse nicht bearbeitet werden konnten und sich hier in Posttraumatischen Belastungsstörungen zeigen.“ Konkrete Hilfe durch begleitende Unterstützung bietet auch das Mentoren-Projekt „InContact“ des Fachdienstes Migration. Ehrenamtliche Mentoren unterstützen Kinder, Jugendliche und Erwachsene insbesondere beim Deutschlernen, Kontakte knüpfen oder für die Schule.
Vielfältige Angebote also, die Familien ein Leben in Deutschland erleichtern, denn „Familie schaffen wir nur gemeinsam“.
