FIM Superbike WM letztmalig am Nürburgring
Finaler Auftritt sah zwei Rennabbrüche
Tom Sykes (Kawasaki) sichert sich mit einem Sieg und einem vierten Platz die Tabellenführung
Nürburg. Sie sollte ursprünglich das Pendant zur Formel 1 für die Motorradfans werden, aber diese kamen nicht in den erhofften Zahlen, womit sich auch der Imagegewinn für die Rennstrecke ausblieb. Was aber blieb, waren die roten Zahlen, die das Rennen den jeweiligen Betreibern des Nürburgrings als Veranstalter einbrachte. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man seitens des Nürburgrings keine großen Anstrengungen hegt, den in diesem Jahr auslaufenden Vertrag für die Superbike WM zu verlängern. Aus wirtschaftlicher Sicht sicherlich ein richtiger Schritt, besonders da mit dem überraschenden Rückzug von der BMW Werksmannschaft zum Saisonende das nationale Interesse an der Serie weiter sinken dürfte. Bei allen negativen Zahlen sollte aber kein Zweifel daran bestehen, dass der Nürburgring mit dem Verlust des Deutschland-Gastspiels der Superbiker eine sehr hochwertige Veranstaltung verliert. Eine Begebenheit, die einmal mehr die Akteure, bei der zehnten Veranstaltung, des 17 Veranstaltungen umfassenden Saisonkalenders, mit packender Motorradaction und spannenden Zweikämpfen auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgringes unter Beweis stellten. Auch wenn sich bereits jetzt für 2014 ein prall gefüllter Veranstaltungskalender am Ring abzeichnet, dürfte es somit für die rund 27.600 Fans, die von Freitag bis Sonntag das Rennen besuchten, die letzte Gelegenheit gewesen sein, Motorradrennsport auf so hohem Niveau in der Eifel zu genießen.
Beide Läufe vorzeitig beendet
Trotz der Abschiedsstimmung erlebten die Zuschauer aber zwei packende Läufe, die jedoch aufgrund von Unfällen beide vorzeitig abgebrochen werden mussten. Der Nutznießer der roten Flagge beim ersten Lauf war Tom Sykes (Großbritannien) auf Kawasaki, der als Sieger gewertet wurde, obwohl zum Zeitpunkt des Abbruches BMW-Pilot, Marco Melandri (Italien) in Führung lag. Da aber bei einem Abbruch die Zieldurchfahrt eine Runde vor dem Abbruch gewertet wird, wurde der Italiener Zweiter, Teamkollege Chaz Davies (Großbritannien) bescherte BMW bei deren Heimspiel mit Rang drei einen weiteren Podiumsplatz. Der vorläufig letzte Auftritt des BMW-Werksteams auf heimischen Boden verlief dennoch nahezu perfekt. In einem spannenden zweiten Lauf behielt diesmal der BMW-Werkspilot Chaz Davies die Oberhand und siegte vor Eugene Laverty (Großbritannien) mit einer Aprillia und Marco Melandri auf der zweiten Werks-BMW. Nach dem Sieg beim ersten Lauf übernahm Tom Sykes mit einem vierten Platz beim zweiten Rennen die WM-Führung.
Deutsche Starter gut unterwegs
Nicht so glücklich wie für BMW verlief das Heimrennen für Max Neukirchner (Stollberger) auf der MR-Ducati. Beim ersten Lauf rollte der Sachse bereits in Runde eins vor der NGK-Schikane wegen des defekten Gassensors aus.
Mit Rang neun im zweiten Lauf eroberte Neukirchner dafür sein bestes Resultat in diesem Jahr im Trockenen. „Das hätten zweimal die Top-Zehn werden können. Das war wirklich schade“, ärgerte sich Max Neukirchner am Ende. In der WM-Gesamtwertung verteidigte Max Neukirchner mit nun 84 Punkten als zweitbester Ducati-Pilot Rang 13. Sicherlich mehr als zufrieden mit seinem ersten WM-Einsatz konnte dagegen Markus Reiterberger (Obing) sein, der über eine Wild-Card einen der begehrten zusätzlichen Startplätze erhielt. Bei seinem Gaststart sicherte sich der normalerweise mit einer BMW in der IDM um Punkte kämpfende Bayer mit den Plätzen 13 und 12 sogar WM-Punkte. Aber nicht nur auf der Rennstrecke wurde den Zweiradfans ein attraktives Programm geboten. Hautnahe Begegnungen mit Stars waren dank des offenen Fahrerlagers bei Autogrammstunden ebenso möglich, wie einen Blick hinter die Kulissen bei einem Besuch in der Boxengasse dem so genannten „Pitwalk.“ Neben den Großen der Branche wie BMW, Suzuki, Ducati oder Pirelli nutzten auch viele kleinere Firmen die Möglichkeit, ihre Angebote für den Motorrad-Lifestyle im überdachten „ring°boulevard“, den Kunden zu präsentieren. Abgerundet wurde das Rahmenprogramm durch die weiteren Aktionen der im Eifeldorf „Grünen Hölle“ ansässigen Gastronomiebetriebe.
Max Neukirchner in der Startaufstellung.
