Allgemeine Berichte | 20.07.2015

Die Selbsthilfegruppe „Multiple Sklerose & Co.“ feierte ihr 25-jähriges Jubiläum

„Ich gehe gern zu Menschen, bei denen ich mich ein Stück weit aufgehoben fühle“

„Ich gehe gern zu Menschen, bei denen ich mich ein Stück weit aufgehoben fühle“

Andernach. Die Selbsthilfegruppe Multiple Sklerose (MS) Andernach, Mülheim-Kärlich und Weißenthurm kann nunmehr auf ein Vierteljahrhundert gemeinsame Aktivitäten, Erfahrungsaustausch und Unternehmungen zurückblicken. Dieses Jubiläum haben die Mitglieder der Gruppe mit ihren Gästen am vergangenen Wochenende im historischen Rathaus in Andernach gebührend gefeiert. „25 Jahre sind eine bemerkenswerte Zeit für eine Selbsthilfegruppe, in der Menschen von sich aus miteinander kooperieren“, betonte Andernachs Oberbürgermeister und Ehrenvorsitzender der Gruppe, Achim Hütten. „Ohne solches ehrenamtliche Engagement könnte die Gesellschaft, so wie sie ist, nicht funktionieren.“ Auch Hedi Thelen (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin des Landtages, lobte die langjährige Aktivität der Gruppe. „Ich gehe gern zu Menschen, bei denen ich mich ein Stück weit aufgehoben fühle.“ Der gemeinsame Austausch mit Gleichgesinnten ist auch für Renate Reckentäler aus Neuwied der Grund, dass sie bereits seit 20 Jahren Mitglied der Gruppe ist. Sie nimmt fast an jeder Veranstaltung teil. „Unsere Treffen sind meist locker und ungezwungen, außerdem brauchst du dich nicht jedes Mal zu entschuldigen, wenn dir mal ein Glas runterfällt.“

Locker und ungezwungen ging es auch bei der Jubiläumsfeier zu. So wurden die Redebeiträge durch die musikalische Darbietung der Sopranistin Paula Endress, begleitet von Mike Sauerborn am Keyboard, aufgelockert, die schließlich mit Memories aus dem Musical Cats zu der Präsentation „25 ereignisreiche Jahre“ überleitete. In einem Zwiegespräch ließen die Gruppenmitglieder Tina Schneider und Jürgen Leis mithilfe einer Power-Point-Präsentation die vergangenen Jahre Revue passieren. Sie berichteten von vielen gemeinsamen Erlebnissen, zu der nicht nur die Ausflüge und Feiern zählten, sondern auch die beständige Information der Gruppe. So seien alle stets bemüht, kompetente Fachkräfte für Vorträge zu gewinnen, sagte Jürgen Leis, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe.

Mit Dr. med. Christian Bamberg, Chefarzt der Abteilung für Neurologie und klinische Neurophysiologie der Rhein Mosel Fachklinik, ist es der Organisatoren der Gruppe auch für diesen Nachmittag gelungen, eine kompetente Fachkraft zu engagieren. In seinem Vortrag „MS - heute und in der Zukunft“ berichtete Dr. Christian Bamberg unter anderem über die medizinischen Fortschritte hinsichtlich der medikamentösen Behandlung der MS. „Es ist bis heute nicht klar, wodurch die Krankheit ausgelöst wird“, so Bamberg, dennoch können Patienten mittlerweile bereits bei den ersten Symptomen behandelt werden. Einen großen Fortschritt sehe er darin, dass in den vergangenen zwei Jahren auch Medikamente in Tablettenform entwickelt wurden. Dies schaffe eine große Erleichterung für die Patienten, die bisher ausschließlich auf Spritzen angewiesen waren. Hoffnung unter den Betroffenen weckte er auch mit seiner Aussage, dass in den kommenden Jahren neue Medikamente auf den Markt kommen werden, die die Schübe deutlich reduzieren sollen. Wer als Betroffener oder Angehöriger eines Erkrankten daran interessiert ist, sich der Selbsthilfegruppe anzuschließen, findet Informationen unter ms-selbsthilfe-andernach.eu.

Dr. med. Christian Bamberg bei seinem Vortrag.

Sopranistin Paula Endress lockerte die Redebeiträge musikalisch auf.

Oberbürgermeister Achim Hütten war auch zu Gast.

„Ich gehe gern zu Menschen, bei denen ich mich ein Stück weit aufgehoben fühle“
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