Rettungseinsatz Mendig
Illegaler Zutritt zu den Mendiger Felsenkeller löst Rettungseinsatz aus
aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Abenteuer wird zum Schrecken
Mendig. Die Mendiger Felsenkeller sind die größten Basaltlavakeller der Erde. Das weitläufige unterirdische Hohlraumsystem erstreckt sich über eine Fläche von rund 400 Fußballfeldern und entstand durch den jahrhundertelangen Abbau von Basaltlava, die auf den Magmafluss des Wingertberg-Vulkans am Laacher See zurückgeht. Bereits seit der Römerzeit wurde das wertvolle Gestein für Mühlsteine und hochwertige Werksteine gewonnen. Heute sind die Felsenkeller ein einzigartiges Kulturdenkmal und ausschließlich im Rahmen offizieller Führungen – beispielsweise über den Lava-Dome Mendig – zugänglich.
Am Mittwoch, 8. Juli 2026, verschafften sich drei junge Erwachsene aus Nordrhein-Westfalen über einen aktiven Basalttagebau unerlaubt Zutritt zu dem unterirdischen Höhlensystem. In den weit verzweigten Gängen verloren sie die Orientierung und konnten den Ausgang nicht mehr finden.
Gegen 16:17 Uhr gelang es den Männern, an einem Schacht einen Notruf abzusetzen. Daraufhin wurde die Freiwillige Feuerwehr Mendig alarmiert. Unter der Einsatzleitung von Wehrführer Christopher Wittig bauten insgesamt 13 Einsatzkräfte gemeinsam mit Wehrleiter Stephan Schüller sowie Bürgermeister Jörg Lempertz am Einsatzleitwagen in der Nähe der Lavakeller eine Führungsstelle auf. Über Mobilfunk hielten die Einsatzkräfte Kontakt zu den Vermissten.
Um ihren genauen Aufenthaltsort zu bestimmen, wurden mehrere Schächte angefahren und die Schallausbreitung von Martinshörnern ausgewertet. So konnte der betreffende Schacht rasch lokalisiert werden. Ortskundige Fachkräfte führten die Rettungskräfte anschließend sicher zu den eingeschlossenen Personen, die schließlich über das Besucherbergwerk unverletzt ins Freie begleitet werden konnten.
Bei dem Einsatz handelt es sich um eine kostenpflichtige Hilfeleistung. Die Kosten werden den Verursachern nach der geltenden Landesgebührenordnung in Rechnung gestellt und belaufen sich voraussichtlich auf rund 1.000 Euro. Darüber hinaus prüft die Polizei die Einleitung eines Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahrens.
„Die Felsenkeller sind kein Abenteuerspielplatz. Wer das weitläufige Höhlensystem ohne ortskundige und autorisierte Führung betritt, bringt sich und andere in erhebliche Gefahr. Aus vermeintlicher Abenteuerlust kann innerhalb kürzester Zeit eine lebensbedrohliche Situation entstehen“, warnt Bürgermeister Jörg Lempertz. „Unser ausdrücklicher Dank gilt den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Mendig sowie allen Beteiligten, die durch ihr schnelles und professionelles Handeln die drei jungen Männer wohlbehalten retten konnten.“
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Ort des Einsatzgeschehens war der Felsenkeller in Mendig Foto: VG Mendig / Jörg Lempertz