Allgemeine Berichte | 10.11.2014

Freiwillige Feuerwehr Thür feierte am Sonntag ihren 90. Geburtstag

In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer

In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer

Thür. Mit dem Datum 9. November werden in der deutschen Geschichte viele Ereignisse in Verbindung gebracht. Negative wie die Reichspogromnacht 1938, positive wie der Fall der Mauer vor 25 Jahren, der nicht nur in der deutschen Hauptstadt Berlin groß zelebriert wurde.

Seit 90 Jahren Dienst am Nächsten

Zu feiern hatte am 9. November 2014 auch die Freiwillige Feuerwehr Thür: Seit nunmehr 90 Jahren leistet sie Dienst am Nächsten. Kein Wunder, dass Jörg Lempertz, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal für die Opfer des Ersten und des Zweiten Weltkriegs in einer beeindruckenden Ansprache mahnende und warnende Worte fand: „Vor 100 Jahren mit Beginn des Ersten Weltkriegs und vor 75 Jahren mit Beginn des Zweiten Weltkriegs sind die Grundwerte der Menschheit erschüttert worden. Wir gedenken all denen, die den Menschentreibern durch deren zerstörerische Wut zum Opfer gefallen sind.“ Die Feuerwehr sei hingegen immer bereit, der Menschheit die Hand zu reichen und für sie da zu sein. „Das größte Geschenk der neuen Generation ist der Frieden in der Welt. Wir alle sind aufgerufen, ein Zeichen des Friedens zu setzen. Wie die Feuerwehrleute, die bereit sind, ohne Furcht und ohne Angst den Menschen zu helfen.“

Begrüßung der Honorationen in der Mehrzweckhalle

Nach der Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Johannes und der Kranzniederlegung ging es in Begleitung des Musikvereins Thür zu Fuß in die Mehrzweckhalle, wo Wehrführer Bernd Dreiser (53), im normalen Leben Post-Angestellter, Landwirt und Vater dreier Kinder (28, 26 und 21), die Honoratioren begrüßte. „Wir blicken zurück auf 90 Jahre. Es war eine Zeit der großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche, aber auch eine Zeit, in der es immer wieder Kameraden gab, die bereit waren, für Leben, Gesundheit und Besitz der Thürer Bevölkerung im Notfall Hilfe zu leisten. Und so stehen diese 90 Jahre für viele tausend Stunden Einsatzarbeit, die ehrenamtlich und aufopferungsvoll geleistet wurden“, erklärte Dreiser, der seit 1991 Wehrführer und insgesamt schon 37 Jahre in der Feuerwehr aktiv ist.

„Die Aufgaben sind umfassender geworden“

„Seit meinem 16. Lebensjahr“, fügte Dreiser hinzu. „Die Technik und die Ausrüstung haben in diesen vielen Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Die Aufgaben sind umfassender geworden. Um den Anforderungen der heutigen, schnelllebigen Zeit gerecht zu werden, ist es wichtig, dass die Feuerwehr in der modernen Welt Schritt halten muss. Die Feuerwehr Thür nimmt diese Herausforderung an.“ Die Thürer verfügen über 25 aktive und 98 passive Mitglieder. Acht Feuerwehrleute sind in der Alterswehr, sechs in der Jugendfeuerwehr vertreten. Unter anderem der elfjährige Mories Lipke, der seit einem Jahr dabei ist. Genau wie sein älterer Bruder Max (18), der für die Jugendfeuerwehr verantwortlich ist, und Vater Ringo (46.). „Wir sind halt eine Feuerwehr-Familie“, verdeutlichte das jüngste Mitglied der Familie. Stefan Schüller aus Volkesfeld, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Mendig, spornte die Jugendlichen an: „Ihr seid das Rückgrat für die Zukunft.“ Dem schloss sich Bernd Dreiser - sein Vater Alfred ist mit 82 Jahren als Ehren-Oberbrandmeister das älteste, sein Enkel Leon mit gerade mal vier Wochen das jüngste Mitglied der Thürer Feuerwehr - an: „Durch unsere gezielte Jugendarbeit bin ich mir sicher, dass es auch in Zukunft eine tatkräftige Feuerwehr geben wird.“

Zahlreiche Entbehrungen

Nicht vergessen werden dürfe, dass die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr mit vielen Entbehrungen für Familie und Freizeit verbunden sei.

Daher könne die geleistete ehrenamtliche Tätigkeit gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Sie stellt einen wichtigen und unentbehrlichen Pfeiler für unsere Gesellschaft dar“, erklärte der Thürer Wehrführer. „Gerade deswegen gilt mein Dank auch besonders den Partnern und Familienmitgliedern, die mit viel Verständnis die zeitintensive Arbeit begleiten und uns in jeglicher Form unterstützen.“

Das ließ sich Ehefrau Brigitte nicht zweimal sagen - und hielt nach einigen Vorträgen des Musikvereins Thür und der Feuerwehrkapelle Mayen/Mendig die Laudatio. Anschließend servierte die Mendiger Feuerwehr eine Erbsensuppe „wie vor 90 Jahren“, nachmittags verbrachten die Feuerwehrmänner mit ihren Familien und der Thürer Bevölkerung bei Kaffee und Kuchen noch ein paar gesellige Stunden. „Und in zehn Jahren, beim 100. Geburtstag“, war sich Bernd Dreiser sicher, „in zehn Jahren wird alles noch eine Nummer größer.“

Lang, lang ist’s her: die Thürer Feuerwehr bei einer Übung im Jahr 1954. Ganz links ist der heute 82-jährige Ehren-Brandobermeister Alfred Dreiser zu sehen.

Von der Kirche aus führte der Fußmarsch bis zur Mehrzweckhalle.

In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer
In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer

In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer

Wehrführer Bernd Dreiser (l.) nahm die Glückwünsche von Jörg Lempertz entgegen. Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.
In zehn Jahren wird‘s eine Nummer größer

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