Politik | 15.04.2013

Mendiger Stadtrat tagte

Kriegsopfer bleiben in Erinnerung

Der Antrag von Bündnis90/Die Grünen zur Verlegung der „Stolpersteine“ wurde einstimmig angenommen

Einstimmig votierte der Rat für einen Grundsatzbeschluss über die Verlegung von „Stolpersteinen“.SF

Mendig. In seiner 34. Sitzung diskutierte der Mendiger Stadtrat über einen Antrag von Bündnis90/Die Grünen, in dem vorgeschlagen wird, dass von dem Kölner Künstler Gunter Demnig in der Stadt Mendig Gedenk-Pflastersteine, so genannte „Stolpersteine“, zur Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur verlegt werden. Der Fraktionsvorsitzende Joachim Heuft begründete dies wie folgt: „Fast siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der NS-Diktatur in Deutschland geht die Epoche der Zeitzeugen zu Ende. Umso wichtiger ist es, die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Opfer mit neuen Gedenkformen wach zu halten. Das Projekt „Stolpersteine“ soll die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, Zigeuner, Homosexuellen und politisch Verfolgten im Nationalsozialismus lebendig“ erhalten. Die Steine haben eine Größe von zehn mal zehn Zentimeter. Sie sind aus Messing und werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer in den Bürgersteig eingelassen. Der Name und die Lebensdaten der Deportierten und Ermordeten sind darin eingestanzt. Sie werden vom Künstler Gunter Demnig persönlich, fachmännisch und ebenerdig in den Gehweg verlegt und bilden eine bleibende Erinnerung und Mahnung für die nachkommenden Generationen. Stolpersteine sind damit zu einem anerkannten Beitrag zur Bewahrung und Dokumentation der jüngeren Geschichte geworden. Sie stehen nicht nur für Mahnung vor Irrwegen und Erinnerung an Geschehenes, sondern sind zugleich Anstoß zur Diskussion über den Umgang miteinander und der Auseinandersetzung mit politischer und sozialer Einstellung, insbesondere auch für die Jugend. Stolpersteine sollten in jeder Gemeinde ihren Platz haben, die Opfer des Nationalsozialismus zu beklagen hat. Die Patenschaft für einen Stein kostet 95 Euro und soll von Privatpersonen, Initiativen, Vereinen oder Parteien finanziert werden. Die Grünen bieten sich als Kooperationspartner in organisatorischer und finanzieller Hinsicht an.“ Nach einer konstruktiven Debatte, in deren Verlauf verschiedene Alternativen in Erwägung gezogen wurden, beschloss der Rat einstimmig, einen Grundsatzbeschluss über die Verlegung von Stolpersteinen in Mendig zu verabschieden. Weiter hieß es in dem Beschluss: „Örtlichkeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt sukzessive eruiert. Die Genehmigung zur Einbringung auf städtischen Straßen ist  mit diesem  Grundsatzbeschluss zeitgleich erfolgt. Die entsprechenden Genehmigungen zum Einbringen bei klassifizierten Straßen sind beim Träger der Straßenbaulast (Kreis/Land/Bund) entsprechend einzuholen.“ Außerdem wählte der Rat für Laura Plitzko, die ihren Hauptwohnsitz nicht mehr in Mendig hat, Michael Hamann als Nachfolger im Fremdenverkehrs-, Kultur- und Gestaltungsausschuss und Jutta Syré-Gross als Nachfolgerin im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss. Der eigentlich vorgesehene Tagesordnungspunkt „Aufstellung der Vorschlagsliste für den Schöffendienst, Wahlperiode 2014 bis 2018“ wurde bereits vor Sitzungsbeginn abgesetzt.

Einstimmig votierte der Rat für einen Grundsatzbeschluss über die Verlegung von „Stolpersteinen“.Foto: SF

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