Allgemeine Berichte | 17.07.2015

Bischof Ackermann weiht Johannes Kerwer und Peter Zillgen zu Priestern

„Mit Gottes Hilfe bin ich bereit“

Bischof Ackermann mit den Neupriestern Peter Zillgen (li.) und Johannes Kerwer.privat

Trier/Mendig. Fünfmal sagen sie „Ich bin bereit“. Auf die sechste Frage des Bischofs antworten sie „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit“. Diese wiederholte Bestätigung ist wesentlicher Teil der Weiheliturgie für Priester. Johannes Kerwer (Merzig-Bietzen) und Peter Zillgen (Gillenfeld) haben bei ihrer Priesterweihe vor Bischof Dr. Stephan Ackermann im voll besetzten Trierer Dom versprochen, ihren Priesterdienst für Gott und die Menschen zu leisten. Als Kapläne werden sie künftig in den Pfarreiengemeinschaften Hermeskeil und Mendig tätig sein. Priester sollen in der Welt tätig sein, sagte Bischof Ackermann in seiner Predigt. Zeitgenossen sollen sie sein, nicht abgehoben und in fernen Sphären schwebend. „Aber, mit dem Evangelium gesprochen, sie sollen nicht einfach von dieser Welt sein, sich nicht einrichten in der Welt in einer bürgerlichen Existenz“, führte der Trierer Oberhirte aus. Im Evangelium fordere Jesus von den Jüngern, ihre Familien, Freunde und Heimat zu verlassen. Diese Forderung treffe auch auf Diözesanpriester zu, die eine Distanz zur Welt halten sollen. Diese zeige sich nicht zuletzt in der Lebensform des Zölibats. Petrus habe Jesus die so moderne Frage gestellt, was ihm dieses Verlassen bringe, welchen Lohn er erwarten dürfe. „Die Antwort Jesu zeigt: Er will den Verzicht nicht um des Verzichtens willen.“ Vielmehr gehe es um ein höheres Gut, ein Hundertfaches als Geschenk, das Jesus verspreche. Dabei, betonte Ackermann, vertröste er Petrus nicht auf das Jenseits. „Schon in dieser Welt verspricht Jesus eine größere Familie, mehr Beziehungsgeflecht.“ Und in der kommenden Welt erwarte den, der verlässt und nachfolgt, das ewige Leben. Natürlich bleibe es nicht einfach, der Forderung des Evangeliums zu folgen. Denn das Verlassen sei keine kurzfristige Sache, sondern Herausforderung für das ganze Leben. Immer wieder gehe es auch darum, loszulassen. „Aber wer loslassen kann, der wird auch gelassen“, sagte der Bischof und ermutigte die beiden Neupriester, im Vertrauen auf Jesus als inneren Kompass die Liebe Christi zu leben und in die Welt zu tragen.

Die Priesterweihe

Im Anschluss an die Predigt folgten die Riten der Priesterweihe, die Bereitschaftserklärung und das Gehorsamsversprechen. Danach legten sich die Kandidaten ausgestreckt auf den Boden der Altarinsel und beteten die Weihelitanei. Nach der Handauflegung durch den Bischof und die versammelten Priester sowie dem Weihegebet legten Johannes Kerwer und Peter Zillgen die Priestergewänder an.

Mit der Salbung der Hände, dem Überreichen von Hostienschale und Kelch und dem Friedensgruß durch Bischof, Weihbischöfe und Konzelebranten waren die beiden in den Kreis der Priester aufgenommen, nahmen unter großem Beifall der vielen Gäste im Dom Platz im Kapitelschor und feierten ihre erste heilige Messe als Priester am Altar mit. Der Gottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet von einem Projektchor der Kirchenchöre Bietzen, Hilbringen und Hausbach unter Leitung von Dekanatskantor Ulrich Kreiter sowie einer Bläsergruppe des Musikvereins Gillenfeld.

Bischof Ackermann mit den Neupriestern Peter Zillgen (li.) und Johannes Kerwer.Foto: privat

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