Allgemeine Berichte | 19.02.2015

Realschule Plus

„Mit Speed ins Wochenende“

Erziehende sollen mit Kindern in Kontakt bleiben

Mendig. Zum Vortrag „Mit Speed ins Wochenende“ begrüßte Rektor Christian Waters interessierte Eltern und Fachkräfte in der Realschule Plus in Mendig und besonders herzlich die Referenten des Abends, Polizeioberkommissar Peter Thome, Jugendsachbearbeiter bei der Polizei Mayen, und York Schmede vom Polizeipräsidium Koblenz, Zentrale Prävention. Schulsozialarbeiterin Beate Ternes, Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V., hatte den Abend in Kooperation mit der Realschule plus und dem Polizeipräsidium Koblenz organisiert. Peter Thome: „Die aktuelle Sucht- und Drogenprävention ist von der Einsicht geprägt, dass es keine einheitliche Theorie der Suchtgefährdung und Abhängigkeit gibt.“ Mit drastischen Geschichten aus dem Berufsalltag bereicherten die Polizeibeamten ihren Vortrag. Im wahrsten Sinne des Wortes greifbar wurde das Thema, als verschiedene Drogen zum Anschauen, Riechen und Befühlen durch die Reihen gingen.

Auch wurden diverse Techniken des Rauschgiftkonsums vorgestellt und juristische Aspekte in den Blick genommen.

Dabei erfuhren die Zuhörer, dass auch in den Niederlanden der Erwerb und Besitz von Rauschgift verboten ist. York Schmede: „Jeder erwachsene Niederländer darf in einen Coffeeshop, aber kein Student und kein Schüler aus Deutschland. Auch wenn man als Deutscher in Holland Rauschgift konsumiert, macht man sich strafbar.“ Wird Haschisch festgestellt, kommt es zur Strafanzeige und die Führerscheinstelle wird informiert, sodass ein vierwöchiges Fahrverbot und ein Bußgeld über 600 Euro eingefordert werden. Bei weiterem Konsum droht Führerscheinentzug. Behaupten Jugendliche, „10 Gramm darf ich doch haben“, kennen sie die Gesetzeslage nicht, führte York Schmede aus: „Vielmehr ist es nur ein Absehen von Bestrafung, also eine geringfügige Straftat, die nicht verfolgt wird.“

Auch der nur eine Joint am Wochenende ist aufgrund der Depotwirkung nachweisbar und kann zum Problem werden, so Schmede, der über 15 Jahre in der Drogenfahndung bei der Kripo Koblenz tätig war: „Erst nach drei Wochen ist alles abgebaut, wenn kein weiterer Konsum erfolgte.“

Ist jemand bereits im Visier der Polizei, wird der Wiederholungsfall folgenreich. Wurde etwa der Dealer übers Handy kontaktiert, gilt das Handy als Tatmittel und wird eingezogen. Auch das Auto wird beschlagnahmt, diente es zur Drogenfahrt nach Holland.

Im weiteren Verlauf warnte der Polizist vor sogenannten „Badesalzen“. Dahinter verbergen sich mit Kräutern vermischte Chemikalien, die stärker als Marihuana sind. Die Konzentration dieser Mischungen ist oft zu hoch, sodass es in der Region bereits zu Todesfällen kam.

Was aber sollen Eltern tun, wenn ihr Kind auffällig reagiert? York Schmede:

„Haben Sie als Eltern Probleme, gehen Sie zur Suchtberatung der Caritas. Gegenüber Ihrem Kind sollten sie aber nicht gleich in die Luft gehen, sondern das vernünftige Gespräch suchen. Bleiben Sie mit ihrem Kind in Kontakt!“

Für die Eltern und Lehrer war es spannend, mehr über das Thema zu erfahren. Dieses Wissen hilft, Gefahren möglicherweise rechtzeitig zu erkennen und einlenken zu können, sind Jugendliche mit gefährlichen Drogen in Kontakt geraten.

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