Allgemeine Berichte | 27.11.2015

Eifelmuseum Mayen

Neues zu Genovefa

Museumsvortrag am 3. Dezember

Der prächtige Barockaltar aus der Fraukirch bei Thür: In plastischen Figuren wird hier die Geschichte der Pfalzgräfin Genovefa für die Gläubigen dargestellt. privat

Mayen. Die alte Legende um die Leidensgeschichte der treuen Pfalzgräfin Genovefa oder Genoveva ist vielen Zeitgenossen in Mayen und der Eifel bestens bekannt. Sehr populär ist die Legende bis zum heutigen Tage aber auch in zahlreichen europäischen Ländern, aus Belgien über Frankreich und Spanien bis nach Griechenland reicht ihre Bekanntheit. Auch die Burgfestspiele Mayen haben in dieser Saison ein Theaterstück „Genoveva“ aufgeführt und das Eifelmuseum Mayen hatte zu diesem Anlass zahlreiche Ausstellungsstücke zu diesem Thema aus der umfangreichen Sammlung des Bonner Germanisten Dr. Rainer Zäck.

Eine sagenhafte Geschichte

Neben seiner jahrzehntelangen emsigen Sammeltätigkeit rund um die Genovefa-Legende beschäftigt sich Dr. Rainer Zäck auch mit der Erforschung der Entstehung und der Motivation der sagenhaften Geschichte um Genovefa, Siegfried und Golo. Eng verbunden mit dem Legendenstoff ist die kleine Fraukirch bei Thür. Hier wurden bereits archäologische Untersuchungen durchgeführt, die eine Datierung des Kirchengebäudes zum Ziel hatten. Nach den Befunden in den Fundamenten und nach der Gründungslegende geht das Gotteshaus auf eine karolingische Saalkirche zurück.

"Bücher haben ihre eigenen Schicksale"

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts hat man sich verstärkt darum bemüht, das Ansehen der capella libera zu festigen; nicht zuletzt wurde mit der Legende um die Pfalzgräfin Genovefa eine Person in den Mittelpunkt der Verehrung gerückt, deren Vita später auf dem imposanten Altar des 17. Jahrhunderts ihren Niederschlag fand. Habent sua fata libelli! – Bücher haben ihre eigenen Schicksale! – das wusste schon der römische Grammatiker Terentianus Maurus im 2. Jahrhundert nach Christi Geburt. Die Geschichte der Genovefa wurde jedenfalls zur Erfolgsgeschichte: sie strahlt über Jahrhunderte hinweg, durchaus unterschiedlich gelesen und in neuen Rezeptionszusammenhängen attraktiv gemacht. Ihren Ursprung und ihre ursprüngliche Funktion hat sie aber im Zusammenhang mit der Fraukirch. Darauf will der Vortrag von Dr. Rainer Zäck besonderes Augenmerk richten.

Der Vortrag

Dr. Rainer Zäck (Bonn): LEGENDA QUALITER CAPELLI FRAUWENKYRG EST CONSTRUCTA MIRACULOSA, lokaler Heiligenkult und religiöse Legitimation des Adels - ein Museumsvortrag im Foyer des Eifelmuseums Mayen, am Donnerstag, 3. Dezember, 20 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Tel. (0 26 51) 49 85 08 und im Internet unter: www gavmayen.de

Eintritt frei.

Der prächtige Barockaltar aus der Fraukirch bei Thür: In plastischen Figuren wird hier die Geschichte der Pfalzgräfin Genovefa für die Gläubigen dargestellt. Foto: privat

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