Allgemeine Berichte | 09.06.2014

40-jähriges Priesterjubiläum für Stephan Augst

„Priester ist man bis zum letzten Atemzug“ 

Der Pfarrer a.D. Stephan Augst feiert am 15. Juni vier Jahrzehnte als Priester

Stephan Augst, Pastor im Unruhezustand. FRE

Mendig. Der in Ettringen geborene und nunmehr im Obermendiger Sonnenhang lebende Priester Stephan Augst feiert am 15. Juni im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes in seiner Heimatpfarrkirche St. Genovefa Obermendig sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Die Messe, an der zahlreiche weitere Geistliche sowie die Männergesangvereine aus Irlich und Mendig teilnehmen, wird auf dem Kirchenvorplatz übertragen. Anschließend findet ein Empfang in der Obermendiger Schützenhalle statt, der von der Blaskapelle Ettringen musikalisch gestaltet wird.

1950 zog Stephan Augst nach Obermendig in das Elternhaus seines Vaters (Neustraße). Nachdem er in der Zeit von 1958 bis 1960 eine Ausbildung zum Schmied machte, brach er die Lehre ab, weil er damals schon den Wunsch verspürte, Priester zu werden. Da er dafür jedoch das Abitur benötigte, bereitete er sich zunächst im Internat Lantershofen vier Jahre darauf vor und bestand nach weiteren drei Jahren 1967 sein Abitur am Gymnasium in Ahrweiler. Aufgrund seiner schulischen Ausbildung wurde ihm der Gesellenbrief zum Schmied anerkannt, sodass er während seines Studiums in Trier in den Semesterferien bei der Krufter Firma Meurin in der Schlosserei arbeiten und sein Taschengeld ein wenig aufbessern konnte.

Bevor Stephan Augst am 16. Juni 1974  im Dom zu Trier durch Bischof Dr. Bernhard Stein zum Priester geweiht wurde, ging er für ein Jahr als Diakon nach Niederfischbach.  Nach seiner Priesterweihe war der nimmermüde Geistliche zweieinhalb Jahre lang  als Kaplan in Koblenz Neuendorf und Wallersheim im Einsatz. Danach wirkte er zweieinhalb Jahre lang als Vikar in Neustadt an der Wied und war gleichzeitig Jugendpfarrer im Dekanat Waldbreitbach. 1979 wurde Stephan Augst Pfarrer in Brohl-Lützing und gleichzeitig Pfarrverwalter in Gönnersdorf und Waldorf. 1988 ging er dann nach Neuwied-Irlich und Feldkirchen und war 16 Jahre lang Dechant im Dekanat Neuwied.

„Das Wunder vom Rhein“

Während dieser Zeit wurde er jedoch sehr krank. Nachdem die Ärzte bei ihm Magenkrebs diagnostiziert hatten, unterzog er sich im Februar 1998 einer entsprechenden Operation. Als er im Anschluss an eine Reha bereits nach wenigen Wochen wieder im Einsatz war, nannten die Gläubigen seiner Gemeinde ihn fassungslos „Das Wunder vom Rhein“. Die Freude über seine Genesung währte jedoch nicht lange, denn im Juni 1998 wurde Stephan Augst mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Obwohl die ihn behandelnden Ärzte dringend empfahlen, kürzer zu treten, war er vier  Wochen später  schon wieder in seinen Pfarreien Neuwied-Irlich und Feldkirchen aktiv.

2009 ging Pastor Stephan Augst in den wohl verdienten Ruhestand und bezog sein  herrlich gelegenes neues Heim im Obermendiger Sonnenhang. Es dauerte jedoch keine vier Wochen und schon war er getreu seinem Grundsatz „Pfarrer ist man zeitlich begrenzt - Priester ist man jedoch bis zum letzten Atemzug“ wieder aktiv. So hat er seitdem in 110 verschiedenen Kirchen und Kapellen mit  den Gläubigen Gottesdienste gefeiert und in 15 nicht sakralen Räumlichkeiten, wie zum Beispiel  in einer großen Scheune auf dem Schnürenhof in Monreal, auf Burg Pyrmont oder in den Mendiger Basaltlavakellern Eucharistiefeiern zelebriert. Hinzu kommen Trauungen, Gold- und diamantene Hochzeiten,  Werktaggottesdienste und  Beerdigungen.  Für zahlreiche Pfarreien ist der Unruhezustand von Stephan Augst ein wahrer Segen. Wenn die Pfarrsekretärinnen ihn am Montagmorgen anrufen und ihn bitten, einen erkrankten oder zeitlich restlos „ausgebuchten“ Geistlichen zu vertreten,  finden sie bei dem hilfsbereiten Priester immer Verständnis und - wenn es zeitlich irgend möglich ist - auch Hilfe.

Der enorme Priestermangel bereitet dem Pfarrer i.R. große Sorge. „In wenigen Jahren werden Eucharistiefeiern und Gottesdienste begrenzt sein bzw. häufig ausfallen. Deshalb muss die Kirche den Laien mehr Rechte einräumen, da diese erfahrungsgemäß durchaus in der Lage sind, sehr schöne Gottesdienste zu gestalten“, so Stephan Augst, der sich von den Kirchenoberen wünscht: „Nicht nur reden - endlich handeln.“

Stephan Augst, Pastor im Unruhezustand. Foto: FRE

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Holz Loth-Entsorgung
Kleinanzeige Heckenschnitt
Titel
Reinigungskraft für Standort Andernach
Rund ums Haus
Empfohlene Artikel
10

Rieden. Am 29. August findet ab 15 Uhr wieder der beliebte Familientag des TC Rieden auf der Tennisanlage in der Riedener Mühle statt. Hierzu lädt der Verein alle Vereinsmitglieder und deren Familienangehörige recht herzlich ein. Für das leibliche Wohl wird mit einer kleinen Kuchenauswahl sowie weiteren Speisen wieder bestens gesorgt sein. Wie bereits im letzten Jahr soll dabei im Rahmen eines Turniers Tennis gespielt werden.

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 16
65

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
24.07.: Rätselhafter Todesfall im Gewerbegebiet Nievern
701

Ein 53-Jähriger wurde tot im Gebüsch gefunden

24.07.: Rätselhafter Todesfall im Gewerbegebiet Nievern

Koblenz. Am 24. Juli 2026 wurde im Gewerbegebiet Nievern, genauer gesagt in der Straße Auf der Lay, eine leblose Person in einem Gebüsch entdeckt. Ein Passant fand den Verstorbenen und verständigte umgehend die Polizei. Bei dem Toten handelt es sich um einen 53-jährigen Mann, dessen Identität zweifelsfrei festgestellt werden konnte.

Weiterlesen

Symbolbild.
1694

Ein Mann sprang kurz nach dem Mädchen vom 5-Meter-Turm und prallte auf das Kind

Neunjährige nach Badeunfall in Rengsdorf schwer verletzt

Rengsdorf. Nach Informationen des SWR ist eine neunjährige Besucherin des Freibads in Rengsdorf bei einem Badeunfall schwer verletzt worden. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen.

Weiterlesen