Riesengaudi bei Mendiger Rathauserstürmung
Prinz Timo I. enterte den Chefsessel des VG-Bürgermeisters
Mendig. Zahlreiche Narren aus der gesamten Verbandsgemeinde Mendig waren zur traditionellen Erstürmung des Rathauses nach Niedermendig gekommen. Während VG-Bürgermeister Jörg Lempertz sich gemeinsam mit Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und den Ortsbürgermeistern der Verbandsgemeinde sowie den Beigeordneten und Ratsmitgliedern ins Bürgermeisterdienstzimmer des Rathauses zurückgezogen hatten, verbarrikadierten die Stadtsoldaten aus Bell und die Gardisten aus Rieden sich hinter einer Mauer vor dem Eingang des alten Rathauses. Derweil postierten die närrischen „Angreifer“ (Husaren, Stadtsoldaten und Prinzengarde) sich hinter ihren Kanonen, die sie am Michaelsbrunnen vor dem Alten Rathaus in Stellung gebracht hatten. Währenddessen hatten die Oberbefehlshaber, Prinz Timo I. und sein Gefolge sich mit den Fahnen der Gesellschaften auf der Treppe vor den Ratsstuben aufgestellt und forderten die Öffnung der Rathaustüre. Zunächst hieß der VG-Bürgermeister vom Fenster seines Dienstzimmers aus die Angreifer offiziell willkommen. Prinz Timo I. fackelte jedoch nicht lange und forderte den Kommandeur der Stadtsoldaten auf, einen ersten Warnschuss abzugeben. Dies wurde von den „Verteidigern“ mit „Kanonenkugeln“ beantwortet, die sie in Form von Fußbällen aus dem Fenster warfen. Damit war die Schlacht eröffnet, und während Prinz Timo der Prinzengarde und den Husaren befahl, (Konfetti)-Kanonen auf das Rathaus abzufeuern, flogen jede Menge Fußbälle aus den Fenstern des Rathauses. Während man sich am Bürgermeisterfenster immer noch absolut siegessicher zeigte, befahl Prinz Timo aus allen „Rohren“ zu feuern und dann das Rathaus zu stürmen. Da die Beller Stadtsoldaten und die Riedener Gardisten mit echten Böllerschüssen erbitterten Widerstand leisteten, dauerte es einige Zeit, bis der Bürgermeister einen Vorschlag zur Güte machte: Wenn Prinz Timo zwei Aufgaben erfüllen könne, werde er seinen Bürgermeisterstuhl bis Aschermittwoch räumen. 1. Der Regent müsse mit seinem Bürodrehstuhl eine Runde um den Michaelsbrunnen fahren und mit einem Greifer 20 Flaschen Vulkanbier angeln und in einer Kiste verstauen. 2. Der Prinz müsse mithilfe eines an seinem Bürostuhl befestigten Rohres in großen Lettern deutlich seinen Namen auf den Platz vor dem Rathaus schreiben. Nachdem Prinz Timo die beiden Aufgaben souverän gelöst hatte, räumten die Verteidiger widerwillig den Eingang des Rathauses, sodass der Prinz samt Gefolge und allen Karnevalisten das Bürgermeisterzimmer stürmte und die Amtsgeschäfte übernahm. Zum Abschluss des spannenden Ereignisses lud die Verbandsgemeinde Mendig alle Akteure zur Siegesfeier ins Prinzenpalais Deutsches Haus ein, wo dank der großzügigen Unterstützung der Kreissparkasse Mayen ein Imbiss und Getränke bereitstanden.
