Auszeichnung des Mayener Megina-Gymnasiums als „Schule mit Courage“
Rassismus entsteht in den Köpfen der Menschen
Mayen. Im Alltag begegnen uns Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit immer wieder und an verschiedensten Orten. Umso wichtiger ist es, nicht nur darüber zu reden, sondern auch was zu tun. So ist es sicherlich auch wichtig, dass junge Menschen sich so früh wie möglich mit diesem Problem auseinander setzen. Das Projekt „Schule und Rassismus - Schule mit Courage“ hat hier ganz offensichtlich ein überzeugendes Konzept: Schüler entwickeln Aktivitäten zur (dauerhaften) Überwindung von Rassismus, Intoleranz und Gewalt. Im Mayener Megina-Gymnasium wird hierzu schon längere Zeit gute Projektarbeit geleistet. Jetzt wurde hier als 79. Schule in Rheinland-Pfalz per Urkunde die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verliehen. Die Grundlage für diese Ehrung bildete ein breites Geflecht bemerkenswerter Aktivitäten, in Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler!
„Ich werde mich dafür einsetzen, langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden“ hatten die Gymnasiasten als Selbstverpflichtung unterschrieben. Eine offene Auseinandersetzung gegen Gewalt, diskriminierende Äußerungen und Handlungen sind in diesem Sinne Handlungsfelder. Sie haben das Ziel, konkrete Wege zu finden, zukünftig aufeinander zu achten. Dritter Punkt der unterschriebenen Selbstverpflichtung ist die Durchführung eines jährlichen konkreten Projektes zum Thema Diskriminierung. Fazit: Der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ist keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. „Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und in unserem Umfeld“, kann man als Leitsatz für dieses Tun formulieren.
„Man zuckt, wenn man das Wort `Rassismus´ in Verbindung mit Schule hört. Muss sich Schule damit befassen, dass Angehörige aus anderen Ländern, Völkern, Religionsgemeinschaften oder Menschen mit anderer sexueller Orientierung bewusst ausgegrenzt, beleidigt oder attackiert werden?“ stellte der Leiter des Megina-Gymnasiums, Prof. Dr. Edzard Visser eine Frage in den Raum, die er dann selbst beantwortete: „Die Schule hat auch hier einen Erziehungsauftrag, nämlich klar zu machen und zu sensibilisieren, dass Rassismus in keiner Weise zu rechtfertigen ist. „Rassismus entsteht in den Köpfen der Menschen“ stellte er fest mit Bezug auf Tageserlebnissen, die er und wir alle haben. Schlechte Erlebnisse mit Einzelpersonen werden oft auf bestimmte Personengruppen verallgemeinernd übertragen, zum Beispiel „die Belgier sind ..., alle Rheinländer sind ... Und 16 Ostfriesen, die gemeinsam in Berlin U-Bahn fahren, ernten dort Lachsalven, sobald sie an ihrem Dialekt erkannt werden.“ Mit solchen Beispielen sind verallgemeinernd Anfänge gesetzt, die auch in rassistischen Sprüchen die Grundlage bilden. „Rassisten disqualifizieren sich selbst, stellen sich eigentlich selbst ins Abseits. Denn: Sie verallgemeinern und zeigen, dass sie kein gut entwickeltes Selbstwertgefühl haben.“
So zeigte sich Prof, Dr. Visser „glücklich über diese Auszeichnung für unser Gymnasium“ und dankte allen Akteuren, die mit dazu beigetragen haben, beispielhaft die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Projekt-unterstützenden Lehrer Ingo Bücker. Auch das Übernehmen der Schul-Patenschaft durch „den stärksten Mann Deutschlands“, Kraftsportler Patrik Baboumian war ihm ein besonderer Dank wert, bevor Dieter Grube von der Landeszentrale für politische Bildung in Rheinland-Pfalz die viel bejubelte urkundliche Ehrung des Megina-Gymnasiums vornahm als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage!“
Der Leiter des Megina-Gymnasiums, Prof. Dr. Edzard Visser (r.) dankte allen Akteuren des Anti-Rassismus-Projektes für ihren anerkennenswerten Einsatz, der durch die Auszeichnung nachdrücklich bestätigt wurde.Foto: PRESS
Literatur und weitere Infos zum Projekt finden motivierte Interessenten im Mayener Megina-Gymnasium.Foto: PRESS
