Lokalsport | 16.03.2014

Radsportclub Mayen eröffnete den Rothaus-Bulls-Cup 2014 im Kottenheimer Wald

Rekordauftakt zum Jubiläum

Mit der zehnten Auflage des Kottenheimer Mountainbike-Rennens fiel der Startschuss für den Rothaus-Bulls-Cup

Dass das Rennen kein Spaziergang war, lässt sich an der Mimik dieses Fahrers unschwer erkennen.

Kottenheim. Mit der zehnten Austragung des Kottenheimer Mountainbike-Rennens stand beim RSC „Eifelland“ Mayen ein kleines Jubiläum auf dem Programm. Das Rennen stellte gleichzeitig den Auftaktlauf zur überregionalen Mountainbike-Serie „Rothaus-Bulls-Cup“ dar. Bei hervorragenden Bedingungen und bestem Frühlingswetter wurde mit 295 Startern ein absoluter Teilnehmerrekord aufgestellt und die 300er Marke nur haarscharf verfehlt. Besonders deutlich wird das Ausmaß der Rekordbeteiligung an der Tatsache, dass fast 100 Rennfahrer mehr als beim bisherigen Rekord in 2013 den Weg auf die anspruchsvolle Strecke rund um das Kottenheimer Waldstadion fanden. Entsprechend stark waren die Fahrerfelder besetzt und die Spannung für die Zuschauer groß. Für einen Großteil der Fahrer war es der Saisonauftakt und stellte damit eine erste wichtige Standortbestimmung dar.

Gleich im ersten Rennen zeigte sich der Teilnehmerrekord, als in der neu geschaffenen U13-Klasse und der gleichzeitig startenden U15 insgesamt 53 Rennfahrer starteten. In diesen Klassen wurden dann auch gleich die höchsten Meldezahlen weiblicher Fahrerinnen erreicht, ein guter Fingerzeig für die Entwicklung im Frauenbereich. In der Klasse U13 siegte Sören Mahr vom TV Haiger, bei den Mädchen seine Vereinskollegin Sonja Pfeiffer. In der nächsthöheren Altersklasse wiederholte Vorjahressieger Aaron Weber vom SV Vecunda Bekond seinen Sieg aus dem letzten Jahr und ist somit auf dem besten Weg den Gesamttitel von 2013 zu verteidigen. In der weiblichen U15 zeigte sich, dass beim TV Haiger wohl einiges in der Nachwuchsarbeit richtig gemacht wird, schließlich stellte der Verein mit Josefine Kornmann bereits die dritte Tagessiegerin.

Große Namen im Jugendbereich

Die ersten großen Namen zeigten sich dann in der Jugend (U17) vorne und der ehemalige Europameister Niklas Schehl (Team Bulls) siegte vor dem amtierenden Deutschen Querfeldeinmeister Björn Traenckner. Das weibliche Pendant war Valerie Feldhaus vom SV Essen-Steele. In dieser Rennklasse waren dann auch die ersten Fahrer des ausrichtenden RSC Mayen am Start. Aaron de la Haye (22.) und Marius Theisen (23.) bewerteten ihre Ergebnisse allerdings unterschiedlich. Während Aaron de la Haye als erfahrener Rennfahrer gerne noch ein paar Plätze weiter vorne gestanden hätte, konnte Marius Theisen in seinem ersten Lizenzrennen überhaupt sehr zufrieden mit der eigenen Leistung sein.

Bei den jugendlichen Hobbyfahrern gab es mit Max Becker aus Emmelshausen den ersten Sieger aus der Region, dafür hatte die Siegerin Sina Fechtmann aus Waibstadt eine umso längere Anreise. Die Familie Fechtmann aus der Rhein-Neckar-Region war mit Sohn Nico Fechtmann als sportliches Aushängeschild in der höchsten Nachwuchsklasse U19 erneut erfolgreich. Mangels Konkurrenz fiel Christina Laudwein aus Trier der Sieg bei den Juniorinnen indes nicht schwer.

Während in den Nachwuchsklassen die Fahrer nur zwei Jahre der jeweiligen Klasse zugeordnet sind, ergibt sich nach der Volljährigkeit eine viel längere Verweildauer. Dies lässt sich an den Tagessiegern der folgenden drei Rennklassen erkennen, die dort jeweils schon seit Jahren in der Spitze mitfahren und etliche Podiumsplatzierungen errangen. Bei den Senioren eins (30 - 40 Jahre) siegte Max Friedrich vom Team Firebike, zuletzt sechs Mal in Folge Deutscher Meister in der Kategorie Marathon - ein einsamer Rekord. Ebenfalls schon Deutscher Meister war Erik Hühnlein (Multisport Team Wein), Triumphator bei den Senioren zwei (ab 41 Jahre). Beide siegten jeweils mit großem Abstand, genauso wie Bettina Dietzen vom MTB-Club Zell in der Damenkonkurrenz. Zu den Abgeschlagenen, aber mit einem achtbaren 17. Platz zufrieden, zählte der Mayener Fahrer Ralf Schneider. Leider musste der Ausrichter RSC Mayen gerade bei den Senioren mit Alexander Münch und Markus Risse krankheitsbedingt auf zwei aussichtsreiche Fahrer verzichten. Fast noch schwerer wog der ebenfalls auf Krankheit zurückzuführende Ausfall vom Elite-Top-Ten-Kandidaten Felix Schneider.

Leider fehlten so einige der regionalen Spitzenfahrer, die auch die Ehrengäste Rolf Schumacher, Bürgermeister der Stadt Mayen, und Toni Schüller, Ortsbürgermeister von Kottenheim gerne angefeuert hätten. Letzterer erhielt zum zehnjährigen Jubiläum als Zeichen der Wertschätzung für die Unterstützung während dieser langen Zeit einen der Basaltpokale, für die das Kottenheimer Rennen mittlerweile berühmt ist. Im „Kidsrace“ schnupperten dann die Jüngsten in den Rennsport hinein. Die „Jüngsten“ ist hier wörtlich zu nehmen, schließlich waren sogar zwei Teilnehmer des Jahrgangs 2011 mit Laufrädern am Start. Vorne allerdings waren dann schon die rennerfahreneren und deutlich älteren Kinder zu finden. Der 2004 geborene Paul Schehl vom SV Tüngental erreichte als Erster das Ziel.

Großer Zulauf für die Hobby-Rennen

Mit dem sogenannten „Hobby-Shorttrack“-Rennen kamen nun auch die älteren Hobbyfahrer zum Zuge. Aufgrund der hohen Meldezahlen in diesem Bereich musste das Rennen kurzfristig in zwei Altersklassen U40 und Ü40 geteilt werden. Andreas Kuntz zeigte dabei eindrucksvoll, dass er auch bei den jüngeren Startern um den Sieg gekämpft hätte, schließlich war er über die gesamte Renndistanz nur elf Sekunden langsamer als der U40-Sieger Alexander Rhode. Im Hobbyrennen der Damen siegte Sarah Reiners vom Focus Rapiro Racing Team.

Eben dieses Team stellte mit Gerrit Rosenkranz auch den Sieger des Hauptrennens der Elite-Amateure. Das Rennen sollte den krönenden Abschluss des Renntages darstellen und die Topfahrer hielten, was sich die zahlreichen Zuschauer im Vorfeld vom Rennen versprachen. Bei mittlerweile fast sommerlichen Bedingungen sahen sie ein sportlich hochwertiges Rennen auf dem von den Streckenbauern mit viel Liebe zum Detail mit höchstem konditionellen und technischem Niveau entwickelten Rundkurs. Entsprechend voll des Lobes waren die Spitzenfahrer, die schon viele Vergleichsstrecken in Deutschland unter die Räder nahmen. Mittendrin im stark besetzten Teilnehmerfeld waren auch zwei Lokalmatadoren des RSC Mayen: Straßenfahrer Max Göke wagte einen Ausflug ins Gelände und zeigte sich mit Platz 29 zufrieden, Lukas Geisbüsch hatte im Vorfeld mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und erreichte als 33. das Ziel.

Der Blick auf die Teamnamen der drei Erstplatzierten deutet auf deren semi-professionellen Hintergrund hin. Gerrit Rosenkranz (1. - Focus Rapiro Racing Team), David Simon (2. - Bergamont Hayes Fectory Team) und Marcel Lehrian (3. - Storck MTB-Team) sind alles deutsche Topfahrer und Stammgäste in den Top Ten der Deutschen Meisterschaft. Leider fiel der, genau wie die drei Topfahrer, weltcuperfahrene Andy Eiring aus Bayern mit technischem Defekt früh aus, was noch größere Spannung im Kampf um den Tagessieg verhinderte.

Für den Veranstalter zog Martin Reis, Vorsitzender des RSC Mayen, ein sehr positives Fazit: „Dank engagiertem Einsatz vieler Helfer ist es uns wieder gelungen, den Rennfahrern eine gut präparierte Strecke und eine tolle Veranstaltung zu bieten. Der große Teilnehmerrekord macht uns stolz, wobei man auch konstatieren muss, dass damit beinahe die Grenze des machbaren erreicht ist. Vielen Dank an alle Unterstützer.“ Weitere Informationen und Bilder gibt es unter www.rsc-mayen.de.

Weitere Impressionen in unserer Mediathek unter

http://mediathek.blick-aktuell.de/

Dass das Rennen kein Spaziergang war, lässt sich an der Mimik dieses Fahrers unschwer erkennen.

Dass das Rennen kein Spaziergang war, lässt sich an der Mimik dieses Fahrers unschwer erkennen.

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