Sehenswertes Symposium auf der Historischen Ettringer Lay
Steinerne Kunst auf „steinreichem“ Areal
Veranstaltung soll zum festen Bestandteil in Verbindung mit dem „Fest der Steinmetze“ werden
Ettringen. Wenn man sich einmal über die wissenschaftliche Deutung eines Symposiums informiert, so wird man feststellen, dass diese Aussage eigentlich ein „Trinkgelage im alten Griechenland“ bedeutet. Mit der Zeit wurde daraus der Begriff einer „Tagung“ oder einer „Zusammenkunft“ von Menschen mit gleichen Interessen jedweder Art.
So auch jetzt wieder, als sich vier Steinkünstler auf dem von der Familie Simon zur Verfügung gestellten Gelände innerhalb der Historischen Ettringer Lay zu einem „Steinbildhauer-Symposium“ zusammenfanden, um den Besuchern quasi als „Opening“ zum anschließend stattfindenden Fest des seit nunmehr 13 Jahren bestehenden Steinmetzvereins Lust auf steinerne Kunst mit künstlerisch wertvollen Skulpturen aus heimischem Gestein, ob nun in Basaltlava oder Tuff, zu machen. Den Künstlern über die Schultern schauen - ein Erlebnis für Jung und Alt.
Mit dabei sind der Ettringer Steinbildhauermeister Guido Krämer, seines Zeichens auch erster Vorsitzender des Steinmetzvereins im Heimatort. Er zeigt den Besuchern, wie man ein 1,80 Meter langes Steinstück auf 2,10 Meter verlängern kann. Des Weiteren präsentiert der Steinbildhauermeister Timo Schäfer (Stuttgart) mittels einer Blütenknospe aus Basaltlava seine Kunst. Vervollständigt wird die Mannschaft durch die Steinbildhauer Winfried Münch (Ettringen), der die letzte fehlende Wasserstelle für den Ettringer Friedhof aus Basaltlava herstellt, und Werner Geilen (Mendig), der einen Löwen „erschafft“ und der die Künstlermannschaft komplettiert.
„Unser Bestreben ist es, das Brauchtum und die Tradition in unserer Heimat zu fördern, den Menschen aus nah und fern einen Eindruck unserer künstlerischen Arbeit zu vermitteln“, so der Vorsitzende Guido Krämer zu „Blick aktuell“. Dabei gab es natürlich auch wertvolle Gespräche zwischen Besuchern und Künstlern. Fragen en masse - dort, wo der Atem der steinernen Ettringer Geschichte weht. Dort, wo viele Väter oder Brüder am harten Gestein einst ihren kargen Lohn verdienten. Dort, wo damals die berühmten „Soppeträger“ das Mittagsmahl brachten. Schön ist, dass es noch junge Menschen gibt, die diese steinerne Tradition fortführen, der Nachwelt erhalten und überliefern. In Ettringen ist dies in hohem Maße der Fall.
„Ein Trinkgelage wie im alten Griechenland“ gibt es zwar nicht mehr, aber ein leckeres Bierchen steht beim Symposium für die Besucher bereit, das vom 2. bis 9. August stattfindet. Jedenfalls hat man sich, auch durch das im Anschluss folgende beliebte sechste Steinmetzfest vom 9. bis 11. August, die Erhaltung dieser Traditionen in einem unheimlich tollen Ambiente des zerklüfteten Areals der Lay auf die Fahnen geschrieben. Und beim „Fest der Steinmetze“ kann man auch die fertigen Arbeiten der vier Steinkünstler bewundern.
Der Vorsitzende des Steinmetzvereins, Guido Krämer (2.v.r.), bei der Arbeit.
Aufmerksam verfolgten Fachleute die Ausführungen.
