Allgemeine Berichte | 07.09.2015

Steinbildhauer zeigten ihre Arbeiten auf der Mendiger Museumslay

Symposium erfolgreich beendet

Während Richard Frensch (rechts) sein auf strukturiertem Untergrund geschaffenes Kunstwerk in Acryl präsentierte, bedeutete für Guido Krämer (Mitte) die Gestaltung seines so genannten „Oloid“ sicherlich eine willkommene Herausforderung.FRE

Mendig. Nachdem das Steinbildhauer-Symposium auf der Mendiger Museumslay, an dem vier gestandene Künstler teilgenommen hatten, erfolgreich beendet wurde, zeigten die Künstler kürzlich die zum Teil spektakulären Ergebnisse ihrer eine Woche währenden Arbeit. Initiator des Symposiums war der Mendiger Steinmetz und Bildhauer Werner Geilen, der seinen drei Mitstreitern Guido Krämer aus Ettringen, Timo Schäfer aus Alfdorf bei Stuttgart und Knut Hüneke aus Heidelberg je einen Basaltlavastein aus seinem Bestand zur Verfügung gestellt hatte. Er selbst hat seine schon seit Langem vorhandene Idee, einmal einen stolzen Hahn in Stein zu hauen, in die Tat umgesetzt und präsentierte ein mit äußerster Präzision geschaffenes, geradezu filigran anmutendes Exponat.

Guido Krämer war es gelungen, aus einem großen Basaltlavablock einen so genannten „Oloid“ zu formen, bei dem es sich um einen der wenigen bekannten Körper handelt, die über ihre gesamte Oberfläche abrollen können. Wird die geometrische Form auf eine Schräge gesetzt, so rollt sie in einer taumelnden Bewegung hinunter, ohne dabei jemals über ihre Kanten zu poltern. Obwohl Guido Krämer nur nach einer relativ einfachen Schablone gearbeitet hatte, war ihm dieses anspruchsvolle Werk hervorragend gelungen.

Originelle Idee

Timo Schäfer, der bereits ebenso wie seine Kollegen als anerkannter Steinmetz und Bildhauer von sich reden machte, überzeugte mit einer geradezu originellen Idee, indem er eine Sitzbank für zwei Personen schuf, wobei die beiden Sitzplätze Rücken an Rücken angeordnet sind.

Knut Hüneke, der sich „seinen“ Stein bei einer Begehung mit Werner Geilen durch den unweit der Brauerstraße gelegenen Steinbruch unbedingt selbst aussuchen wollte, entschied sich für eine Form, bei deren Anblick für ihn feststand, dass er daraus einen Greifvogel schaffen würde. Der zurzeit noch in Heidelberg lebende Künstler, der übrigens damit liebäugelt, in die Osteifel zu ziehen, meinte: „Die Form des dreieckigen und spitz nach oben zulaufenden Steins, die sich mir im Steinbruch gezeigt hatte, sagte mir gleich, dass ich daraus einen Greifvogel schaffen musste.“

Bei seiner individuellen Arbeitstechnik handelt es sich um eine Inspiration aus dem alten Ägypten, wo nach seinen Worten heute noch in alten Steinbrüchen unfertige Skulpturen zu sehen sind, deren Linien darauf hinweisen, dass hier die vorgesehene Form direkt auf dem Stein skizziert worden war. Das heißt, die Linien machen deutlich, dass sich die Menschen damals von der Form des Steins leiten ließen und quasi in den Stein hineinarbeiteten. „Das war für mich der Knackpunkt zu sagen: Indem ich diese Technik übernehme, könnte ich die Tradition mit der Modernen verbinden. Mein Faible für die Tradition hat mich übrigens auch dazu bewogen, Mitglied der Mendiger Layerbruderschaft zu werden“, so Knut Hüneke, der während seiner mitunter mehrmonatigen Aufenthalte in Ägypten, Libyen, Namibia und den USA sowie in zahlreichen Städten Deutschlands bereits aufsehenerregende Skulpturen präsentierte, die er aus unterschiedlichen Gesteinsarten formte.

Last but not least hatte sich mit Richard Frensch ein Künstler unter die Bildhauer begeben, der sich bereits weit über die Region hinaus als Maler und Mitglied der Mayener Künstlergemeinschaft Augstmühle einen sehr guten Namen gemacht hat. Seit Beginn des Jahres 2006 beschäftigt er sich intensiv mit der abstrakten Malerei in Acryl. Hierbei wird der Untergrund mit einem speziellen mineralischen Aufbau auf der Leinwand entsprechend vorbearbeitet beziehungsweise mittels einer bestimmten Technik eine allein schon für sich sehr wirkungsvolle Untergrundstruktur geschaffen. Während des Symposiums auf der Museumslay verwendete er als Untergrund einen Klebemörtel, der im Baugewerbe zum Kleben von Steinen verwendet wird. Die dadurch entstandene höchst interessante Struktur animierte ihn zur Schaffung von gleich zwei sehenswerten Werken in Acryl, auf denen sich sowohl eine Steinmetzhütte als auch die bizarr anmutenden Basaltlavasäulen, die zu den Attraktionen der Museumslay zählen, widerspiegelt. Ein Besuch der Ausstellung auf der Mendiger Museumslay dürfte wohl für jeden, der das Außergewöhnliche liebt, ein Muss sein.

Kurt Hüneke hat sich bei der Schaffung eines Greifvogels von der Form des Steins leiten lassen.

Kurt Hüneke hat sich bei der Schaffung eines Greifvogels von der Form des Steins leiten lassen.

Werner Geilen hat seine Idee von einem aus Basaltlavastein geformten Hahn in die Tat umgesetzt.

Werner Geilen hat seine Idee von einem aus Basaltlavastein geformten Hahn in die Tat umgesetzt.

Während Richard Frensch (rechts) sein auf strukturiertem Untergrund geschaffenes Kunstwerk in Acryl präsentierte, bedeutete für Guido Krämer (Mitte) die Gestaltung seines so genannten „Oloid“ sicherlich eine willkommene Herausforderung.Fotos: FRE

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