Allgemeine Berichte | 03.11.2014

Gedenkausstellung im Mendiger Rathaus zum Ersten und Zweiten Weltkrieg

Traurige Jubiläen mahnen zum Frieden

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Jörg Lempertz eröffnete die zum Nachdenken anregende Gedenkausstellung

Die Berliner Morgenpost berichtete über Gunter Plüschow unter dem Titel: „Die Abenteurer des Fliegers von Tsingtau. Gunter Plüschow, nach dem die ehemalige Mendiger Kaserne benannt wurde, stürzte 1931 in Chile mit seinem Silberkondor ab.

Mendig. „100 Jahre Erster Weltkrieg, 70 Jahre Zweiter Weltkrieg sind keine Jubiläen der Freude, sondern Jubiläen der Trauer und der Mahnung.“ Mit diesen Worten eröffnete VG-Bürgermeister Jörg Lempertz in der ersten Etage des Mendiger Rathauses eine Gedenkausstellung, die bis zum 14. November besichtigt werden kann. Die Ausstellung zeigt originale Aufzeichnungen von Soldaten, Modelle historischer Militärgeräte sowie zahlreiche Dokumente über den Mendiger Flugplatz während des Zweiten Weltkriegs.

Ein Großteil der Exponate stammt aus einer privaten Sammlung des ehemaligen technischen Zugführers am Flugplatz Mendig, Leo Schmitt, der sich übrigens auch als Autor des Buches „Flugplatz Niedermendig 1938 bis 1945“ einen guten Namen gemacht hat.

Ein weiteres Buch über die Zeit von 1945 bis zur Auflösung der Kaserne im Jahre 2008 erscheint in Kürze. Interessante Dokumente stellte auch Jorg Meyer-Schaar zur Verfügung, dessen Vater Cäsar Meyer-Schaar Staffelkapitän bei den Fernaufklärern, Geschwader 121 war, die 1939 ihren Stützpunkt von Kassel nach Niedermendig verlegt hatten.

„Allein der Zweite Weltkrieg brachte der Stadt Mendig 319 Gefallene und 115 Vermisste. Der Tod von 70 Millionen Menschen in den zwei Weltkriegen muss uns bis heute wach rütteln und unsere Sinne schärfen, nie wieder denselben Fehler zu begehen. Wir sind jedoch heute nicht zusammengekommen, um zu klagen oder gar anzuklagen. Denn an den Gräbern der über 50 Millionen Kriegstoten, die zu einem großen Teil vom Volksbund deutsche Kriegsgräber, der diese Ausstellung maßgeblich unterstützt, gepflegt werden, an den Gräbern der gefallenen Bürger unserer Verbandsgemeinde, an den Gräbern von Müttern und Mädchen, Greisen und Kindern, die im Flammenmeer der zerbombten Städte ihr Leben aushauchten, an den Gräbern unserer Söhne und Väter, die der Krieg auf dem Schlachtfeld oder hinter Gittern und Stacheldraht hinwegraffte, bevor sich ihr Leben erfüllte, werden wir vergebens eine Antwort auf die Frage nach Recht und Gerechtigkeit suchen.

Hier kann nur derjenige eine befriedigende Antwort finden, der nach den echten, ewigen und unvergänglichen Werten sucht, die wir für unser Leben brauchen.

Deshalb sind wir in dieser Stunde erfüllt von dem Wunsche, dass sich alle Völker untereinander verstehen und keine Kriege mehr gegeneinander führen“, so VG-Bürgermeister Jörg Lempertz, der darauf hinwies, dass der mittleren und jungen Generation etwas Wertvolles geschenkt worden sei, nämlich Frieden.

Frieden ist ein Privileg

Wörtlich appellierte er an diese Generationen: „Unsere Aufgabe und Pflicht ist es, dieses Geschenk nicht als Selbstverständlichkeit anzusehen, sondern es zu achten, zu schätzen und ein jedes Handeln darauf auszurichten, dieses Geschenk auch unseren Kindern in die Wiege legen zu können. Dies ist für uns Grund genug, durch diese Ausstellung an die Ereignisse zu erinnern und zum Frieden zu mahnen.“ Besondere Wertschätzung des VG-Bürgermeisters galt Leo Schmitt und Jorg Meyer-Schaar (letzterer konnte leider nicht anwesend sein), die für die Ausstellung zahlreiche Exponate bzw. Dokumente zur Verfügung gestellt hatten. Außerdem zeigte sich Jörg Lempertz bei der Geschäftsführerin des VDK Koblenz, Bettina Hörter und dem VDK-Beauftragten für die Verbandsgemeinde Mendig, Gerald Frank sowie dem hauptverantwortlichen Organisator der Ausstellung, Thorsten Mintgen erkenntlich.

Der erste Beigeordnete des Kreises Mayen-Koblenz, Rudi Zenz erinnerte unter anderem an die aktuelle Situation in der Ukraine. „Menschen, die vor wenigen Monaten vielleicht noch gemeinsam gefeiert haben und jetzt mit einem ‚Hurra‘ in den Bürgerkrieg ziehen. Mit einem ’Hurra‘, wie es auch vor hundert Jahren erklang, als deutsche Soldaten in die Schlacht zogen - bis sie ihre romantischen Vorstellungen vom Krieg verloren. Es gibt unzählige Beispiele. Auch Afghanistan und der Irak schienen weit weg. Durch Islamisten, die jetzt von Deutschland ausreisen und sich den Schlächtern der ISIS anschließen, wird offenbar, wie schnell Kriege Grenzen überschreiten“, so der Kreisbeigeordnete, der überzeugt hinzu fügte: „Geschichte wiederholt sich nicht, wenn wir uns der Ursachen und gravierenden Folgen bewusst sind und unser Handeln auf den Frieden richten. Das gilt für Politiker, das gilt für Soldaten und jeden Einzelnen von uns. Ich wünsche dieser Ausstellung daher viele Gäste, die das Haus im Anschluss nachdenklicher verlassen als sie es betreten haben.“

Die Berliner Morgenpost berichtete über Gunter Plüschow unter dem Titel: „Die Abenteurer des Fliegers von Tsingtau. Gunter Plüschow, nach dem die ehemalige Mendiger Kaserne benannt wurde, stürzte 1931 in Chile mit seinem Silberkondor ab.
VG-Bürgermeister Jörg Lempertz (Bildmitte) begrüßte zahlreiche Ehrengäste zur Ausstellungseröffnung im Mendiger Rathaus. FRE

VG-Bürgermeister Jörg Lempertz (Bildmitte) begrüßte zahlreiche Ehrengäste zur Ausstellungseröffnung im Mendiger Rathaus. Fotos: FRE

(Von links) VG-Bürgermeister Jörg Lempertz, Leo Schmitt und Thorsten Mintgen.

(Von links) VG-Bürgermeister Jörg Lempertz, Leo Schmitt und Thorsten Mintgen.

Bei diesem Gemälde von Manfred Schröder handelt es sich um ein Geschenk des Künstlers an Leo Schmitt. Es zeigt ein englisches Jagdflugzeug, welches von einem deutschen Jagdflugzeug angegriffen wird.

Bei diesem Gemälde von Manfred Schröder handelt es sich um ein Geschenk des Künstlers an Leo Schmitt. Es zeigt ein englisches Jagdflugzeug, welches von einem deutschen Jagdflugzeug angegriffen wird.

Die Berliner Morgenpost berichtete über Gunter Plüschow unter dem Titel: „Die Abenteurer des Fliegers von Tsingtau. Gunter Plüschow, nach dem die ehemalige Mendiger Kaserne benannt wurde, stürzte 1931 in Chile mit seinem Silberkondor ab.

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