Idyllischer Kellbach wurde zum reißenden Fluss
Vorbildliche Nachbarschaftshilfe in Obermendig
Wasser stand 40 Zentimeter hoch im Erdgeschoss
Mendig. In der Nacht von Montag auf Dienstag (10./11. August) richtete das Unwetter u.a. auch in Obermendig erhebliche Schäden an. So zum Beispiel in der Laacher Straße 51a, wo Hausherr Stefan Reudelsterz nach vier Tagen immer noch damit beschäftigt war, die von den Wassermassen restlos zerstörte Hauseinrichtung samt Teppichböden und Holzverkleidungen zu entsorgen. Dennoch hatte Reudelsterz Glück im Unglück, da seine hilfsbereiten Nachbarn sowie ein ehemaliger Arbeitskollege sich nicht lange bitten ließen, sondern ihm tatkräftig zur Seite standen.
Im Gespräch mit „BLICK aktuell“ berichtete Stefan Reudelsterz: „Als ich am späten Montagabend nichts Böses ahnend im Wohnzimmer saß, fiel plötzlich der Strom aus, und, nachdem ich auf der Suche nach der Ursache in den Keller hinabsteigen wollte, stand dieser schon unter Wasser. Obwohl die Feuerwehr nach wenigen Minuten hier war, hatten die Wassermassen sich bereits einen Weg ins Untergeschoss meines Hauses gebahnt, wo sie irreparable Schäden anrichteten. Da auch die im Keller installierte Heizungsanlage den Fluten zum Opfer fiel, konnte die Feuerwehr den Keller nicht ganz leer pumpen, da sich eine ca. 30 Zentimeter hohe Öl-Wassermischung gebildet hatte, die dann von einer Spezialfirma abgepumpt und entsorgt wurde.“
„Kornelia Barz, die zu den hilfsbereiten Nachbarn zählt, fügte hinzu: „Man kann sich kaum vorstellen, dass der sonst idyllische Kellbach sich innerhalb kürzester Zeit in ein reißendes Gewässer verwandelte, das selbst von der ca. 1,30 m hohe Schutzmauer am Grundstück von Stefan Reudelsterz nicht aufzuhalten war. Als ich rüber zu meinem Nachbarn lief, schoss das Wasser bereits aus seiner Haustür!“ Kornelia Barz war dann auch diejenige, die einen kühlen Kopf behielt und sich spontan mit der Mendiger Kellbach-Trio Aktion „Nachbarn in Not“ in Verbindung setzte. Bereits nach einer kurzen Inaugenscheinnahme der chaotischen Situation sagten die Verantwortlichen von „Nachbarn in Not“, die sich auf die Fahne geschrieben haben, unverschuldet in Not geratenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unbürokratisch und schnell zu helfen, spontan ihre Unterstützung zu und organisierten zunächst einmal einen so genannten „Misch-Container“, damit das zerstörte Mobiliar ordnungsgemäß entsorgt werden konnte.
Obwohl es sicher noch lange dauern wird, bis das Haus von Stefan Reudelsterz wieder halbwegs bewohnbar ist, zeigt dieser sich zuversichtlich: „Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich für die uneigennützige und tatkräftige Hilfsbereitschaft meiner Nachbarn und Freunde sowie die spontane Unterstützung durch „Nachbarn in Not“ bin! Ohne diese wunderbaren Menschen wäre ich sicher restlos verzweifelt!“
Selbst nach vier Tagen waren Stefan Reudelsterz und seine hilfsbereiten Nachbarn noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Fotos: -FRE-
Während der Wasserschlamm aus dem Hauseingang von Stefan Reudelsterz schoss, arbeiteten die Pumpen der Feuerwehr auf Hochtouren.
Stefan Reudelsterz vor der Außentür seines ehemals restlos unter Wasser stehenden Kellers
