Allgemeine Berichte | 03.11.2014

Wallfahrt der Pfarrei St. Genovefa zum Calvarienberg nach Ahrweiler

„Wir sind dann mal weg“

„Wir sind dann mal weg“

Mendig. Seit wievielen Jahren die Fußwallfahrt zum Calvarienberg nach Ahrweiler schon durchgeführt wird, ist weder aus dem Pfarr- noch Bistumsarchiv ersichtlich. Dennoch vermuten die älteren Obermendiger, dass nach dem 30-jährigen Krieg die Pest der Anlass war, zur Kreuzreliquie Christi auf dem Calvarienberg zu pilgern.

Helena, Kaiserin und Mutter Konstantins, soll 328 in Jerusalem das Kreuz Christi gefunden und mit nach Europa gebracht haben. Bruchstücke und Splitter des Kreuzes finden sich in zahlreichen Kirchen, so auch im Kloster Calvarienberg. Am Samstag nach dem Fest Kreuzerhöhung wallfahren viele Mendiger und weitere Pilger aus der Pfarreiengemeinschaft und den Nachbargemeinden nach Ahrweiler.

Gemeinsam im Glauben unterwegs sein - das ist für die diesjährigen Pilger ebenso wichtig gewesen wie bittend und dankend sieben Stunden durch Wald, über Felder, Wiesen und Straßen zu gehen, um so die vor einigen hundert Jahren gemachte Verpflichtung zu erfüllen.

Der lange Weg nach Ahrweiler lud wieder mal ein, mit den Füßen zu beten, die Schöpfung zu erleben, zur Ruhe zu kommen, zum gemeinsamen Beten und Singen. Und dabei blieb aber auch genügend Zeit für das persönliche Gespräch mit dem Weggefährten.

Wenn auch einige „Stamm“-Pilger in diesem Jahr sich wegen anderer Verpflichtungen entschuldigt hatten, so war das gemeinsame Aufbrechen und Ankommen auch für die kleinere Gruppe eine Erfahrung und eine Ermutigung im Glauben.

Ankommen in Ahrweiler bedeutet für die Wallfahrer, dann den Kreuzweg entlang der Stationen von der Stadt bis hinauf zum Calvarienberg zu beten.

In den Anliegen der Pfarrei, und auch den eigenen und den mitgegebenen, wurde in der Wallfahrtskirche der Ursulinen die hl. Messe gefeiert, anschließend hatte jeder Pilger die Möglichkeit den Segen Gottes mit der Kreuzesreliquie zu empfangen.

Bevor es zum wohlverdienten Mittagessen in die Stadt ging, zündete der ein oder andere noch Kerzen vor dem Bild der seligen Blandine Merten an.

Aufbrechen, Gehen, Beten, Singen, Atemholen, Überwinden, miteinander reden, Ankommen, Eucharistie feiern, beisammen sitzen, gemeinsam essen, Lachen, all das ist Wallfahrt. Und all das haben die Ahrweiler-Wallfahrer wieder mal erfahren. Sie waren dann mal weg, wenn auch nur für einen Tag.

Die Fußwallfahrt zum Calvarienberg nach Ahrweiler ist immer eine besondere Sache für die Pilgerer.Foto: privat

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