Täter ergaunerte Auto, indem er Seniorin an roter Ampel mit einer Schusswaffe bedrohte
15.05.: 18-Jähriger raubt Auto von Seniorin und liefert sich spektakuläre Verfolgungsjagd mit Polizei
Neu-Isenburg/Montabaur. Indem hessische und rheinland-pfälzische Kräfte gemeinsam fahndeten und koordiniert vorgingen, ist der Polizei am Donnerstagnachmittag eine schnelle Festnahme gelungen. Vorausgegangen war ein Raubdelikt, bei dem ein 18-Jähriger bei Gravenbruch ein Auto von einer Seniorin erlangt haben soll.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war eine über 80 Jahre alte Frau gegen 12.50 Uhr mit ihrem schwarzen Golf mit OF-Kennzeichen auf der Landesstraße 3117 in Richtung des Neu-Isenburger Stadtteils unterwegs, als sie an der Kreuzung zur Bundesstraße 459 an der roten Ampel anhalten musste. In dem Moment habe ein dunkel gekleideter Mann die Beifahrertür geöffnet und sie unter Vorhalt einer Schusswaffe zur Überlassung des Wagens aufgefordert. Während der zunächst Unbekannte mit dem Auto davonfuhr, verständigte die Frau, die bei dem Vorfall unversehrt blieb, die Polizei.
Verfolgung auf der Autobahn
Im Zuge der umgehenden Fahndung, bei der neben zahlreichen Streifen auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, konnten die Beamten den VW dann auf der Autobahn 3 in Fahrtrichtung Köln aufnehmen und verfolgen. Das Fahrzeug war dort mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs und soll unter anderem auch über den Standstreifen gefahren sowie mit einer Leitplanke zusammengestoßen sein. Auch an einer Gruppe Motorradfahrer sei der Flüchtige sehr dicht vorbeigefahren. Bei Montabaur fuhr das Auto schließlich von der Autobahn 3 ab in Richtung eines Industriegebiets.
Dort stieg der Fahrer, bei dem es sich um den 18-Jährigen handelte, aus und flüchtete unter anderem über einen Zaun, ehe er augenblicklich später vorläufig festgenommen werden konnte. Auch die mutmaßliche Tatwaffe, eine Schreckschusspistole, fanden die Beamten am Festnahmeort auf. Diese und der beschädigte Golf wurden sichergestellt. Über Verletzte liegen der Polizei bis dato keine Informationen vor.
Gegen den Tatverdächtigen, dessen Motiv bislang unklar ist, wird nun unter anderem wegen Verdachts des räuberischen Angriffs auf Kraftfahrer, räuberischer Erpressung sowie Verkehrsunfallflucht ermittelt. Der Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis steht ebenfalls im Raum.
Die Polizei bittet nunmehr um weitere Hinweise. Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrweise des Tatverdächtigen gefährdet worden sein könnten, und weitere Zeugen, die im Sachzusammenhang Angaben machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 069 8098-1234 bei der Kriminalpolizei in Offenbach zu melden. Pressemitteilung Polizeipräsidium Südosthessen
Symbolbild. Foto: ROB
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