Blaulicht | 29.04.2026, 11:42 Uhr

Polizei warnt vor Telefonbetrug: Emotionaler Druck führt zur Täuschung

28.04.: Schockanruf in Sankt Augustin: Frau um Goldschmuck betrogen

Symbolbild.
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Sankt Augustin. Am Dienstag, 28. April, fiel eine Frau aus Sankt Augustin einem Telefonbetrug zum Opfer.

Gegen 14:30 Uhr erhielt sie auf ihrem Festnetztelefon einen Anruf, bei dem zunächst eine Männerstimme zu hören war, die wiederholt „Mutter! Mutter!“ rief.

Daraufhin übernahm eine angeblich zweite Person das Gespräch und gab sich als Polizist aus.

Dieser erklärte der Angerufenen, dass ihre Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine schwangere Frau ums Leben gekommen sei. Der Tochter sei bereits einem Haftrichter vorgeführt worden, der eine Kaution von 120.000 Euro festgesetzt habe. Im Verlauf des Telefonats wurde der Seniorin geraten, kein Geld zu überweisen, sondern Bargeld oder Schmuck zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck würde ein Kurier des Gerichts bei ihr vorbeikommen.

Die Frau packte daraufhin ihren Goldschmuck zusammen und wog diesen ab, während sie den Anweisungen des Anrufers folgte. Noch während des Gesprächs erschien der angekündigte Kurier an ihrer Haustür im Ortsteil Hangelar, nahm den Schmuck wortlos entgegen und verschwand. Kurze Zeit später nahm der vermeintliche Polizist erneut Kontakt auf und erkundigte sich nach weiterem Vermögen. Da die Frau inzwischen mit ihrer Tochter gesprochen und den Betrug erkannt hatte, beendete sie das Telefonat. Bei der Anzeigenerstattung berichtete die Betroffene den herbeigerufenen echten Polizeibeamten, dass der Betrüger die Namen ihrer Angehörigen kannte und sie aufgefordert hatte, keinen Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Aufgrund des aufgebauten emotionalen Drucks erkannte sie den Betrug erst zu spät. Der gestohlene Goldschmuck hatte einen geschätzten Wert von 10.000 Euro.

Der Mann, der den Schmuck abholte, wird als etwa 25 Jahre alt, circa 1,80 m groß und von schlanker Statur beschrieben. Er hatte blasse Haut, kurze wellige braune Haare mit Seitenscheitel und ein glattrasiertes Gesicht. Bekleidet war er mit einer grünen Steppjacke und einer hellen Hose. Zudem trug er einen schwarzen, kastenförmigen Rucksack. Zeugen, die im Bereich der Schumannstraße etwas Verdächtiges beobachtet haben oder Hinweise zu Tat oder Tätern geben können, werden gebeten, sich unter 02241 541-3321 zu melden.

Die Betrugsmasche mit sogenannten Schockanrufen folgt fast immer demselben Muster. Ziel ist es, die Angerufenen in einen emotionalen Ausnahmezustand zu versetzen und ihnen keine Zeit zu geben, den Sachverhalt zu überdenken. Die Polizei rät, Ruhe zu bewahren, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und bei Angehörigen oder Vertrauenspersonen nachzufragen. Bei Unsicherheit sollte die 110 gewählt werden, da diese Nummer selbst nie zu Anrufen genutzt wird, sondern nur von Betrügern. Es ist wichtig, keine Auskünfte über Vermögensverhältnisse zu geben und niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde auszuhändigen. Um andere zu warnen, sollte über die Betrugsmasche gesprochen werden. Sollte man Opfer eines solchen Betrugs werden, ist eine Anzeige bei der Polizei in jedem Fall ratsam.

Symbolbild. Foto: Gina Sanders - stock.adobe.com

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