Durchbruch im Bonner Cold Case: Mordfall von 1992 aufgeklärt
28.05.: Tatverdächtiger nach Jahrzehnten in Bad Breisig gefasst
Bonn. Mehr als drei Jahrzehnte (32 Jahre) nach einem Tötungsdelikt in Bonn-Bad Godesberg gelang es den Fahndern der Ermittlungsgruppe Cold Case des Kriminalkommissariats 11 der Bonner Polizei, am Mittwochvormittag (28.05.2025) einen mutmaßlichen Täter in seiner Wohnung in Bad Breisig festzunehmen.
Am 18. Oktober 1992 wurde eine damals 29-jährige Frau tot in einer Erdgeschosswohnung auf der Röntgenstraße in Bonn-Bad Godesberg aufgefunden. Polizei und Feuerwehr waren aufgrund eines Brandes in der Wohnung alarmiert worden. Im Rahmen der nachfolgenden Untersuchungen, zu denen auch eine rechtsmedizinische Untersuchung der Toten gehörte, wurden Anzeichen von Gewalteinwirkung festgestellt. Trotz intensiver Ermittlungen der damals eingesetzten Mordkommission konnte zunächst kein Tatverdächtiger ermittelt werden.
Der Fall, der zunächst ungelöst blieb, wurde von den Cold Case Ermittlern des Kriminalkommissariats 11 erneut untersucht. Durch die stetige Weiterentwicklung forensischer Methoden wurden gemeinsam mit der Bonner Staatsanwaltschaft weiterführende Ermittlungen abgestimmt. Dabei wurden auch am Tatort hinterlassene Spuren erneut analysiert, was dazu führte, dass der heute 59-jährige Verdächtige in den Fokus der Ermittlungen geriet.
Auf Antrag der Bonner Staatsanwaltschaft wurde der Festgenommene noch am Mittwochnachmittag (28.05.2025) dem zuständigen Haftrichter beim Bonner Amtsgericht vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes gegen den Verdächtigen.
Die Ermittlungen, die in enger Abstimmung mit der Bonner Staatsanwaltschaft geführt werden, sind noch nicht abgeschlossen.
Dazu NRW-Innenminister Herbert Reul: „Der erfolgreiche Abschluss dieses Falls ist ein herausragender Ermittlungserfolg. Er zeigt: Unsere Polizei gibt nicht auf. Sie ermittelt mit Ausdauer, Präzision und einem klaren Ziel: Gerechtigkeit. Verbrecher sollten sich nicht zu sicher fühlen. Auch nach Jahrzehnten ist es möglich, Fälle noch zu lösen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Cold Case sendet ein starkes Signal: Der Rechtsstaat bleibt wachsam. Wer Unrecht begeht, muss wissen, dass wir nicht locker lassen.“
„Unsere Cold-Case-Ermittlungsgruppe ist seit mehreren Jahren im Einsatz. Die Ermittler befassen sich intensiv mit zurückliegenden, ungelösten Mord- und Tötungsdelikten und arbeiten diese unter Berücksichtigung der immer fortschrittlicheren kriminalwissenschaftlichen und technischen Untersuchungsmethoden neu auf. Unser Ziel ist es, darüber weitere Ermittlungsansätze zu gewinnen und alte Fälle zur Aufklärung zu bringen“ so Leitender Kriminaldirektor Klaus Zimmermann, Leiter der Direktion Kriminalität der Polizei Bonn. BA
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