Köln im Ausnahmezustand: Gewaltbereite Gruppen randalieren
31.10.: Gewalt und Verwüstung: Halloween-Nacht in Köln eskaliert
Köln. Die Polizei in Köln zieht nach den Ereignissen der vergangenen Halloween-Nacht eine erste vorläufige Bilanz.
Eine angemeldete Versammlung geriet aus dem Ruder, als eine Gruppe von Vermummten begann, Einsatzkräfte mit Glasflaschen, Steinen und Knallkörpern zu attackieren.
Die Polizei griff zu Wasserwerfern, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. In den frühen Morgenstunden wurden bei fast 1000 Personen die Personalien festgestellt.
Dabei entdeckten die Beamten große Mengen an Waffen und gefährlichen Gegenständen wie Stichwaffen, selbstgebaute Pyrotechnik, Molotow-Cocktails und Schutzbrillen.
Ein 56-jähriger Mann, der während der Versammlung Polizisten beleidigte und anschließend bei der Personalienfeststellung auf Einsatzkräfte einschlug, wurde festgenommen. In seinem Rucksack fanden die Beamten selbstgebaute Molotowcocktails und spitze Stichwaffen. Noch am selben Tag soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.
Einsatzleiter Martin Lotz betont die Notwendigkeit, zwischen friedlichen Demonstranten und gewaltbereiten Personen zu unterscheiden. Er schildert, dass einige Teilnehmer gezielt nach Köln gekommen seien, um Randale zu verursachen und die Versammlung als Deckmantel für Gewalt zu nutzen. Die Entdeckung von Vermummung und Bewaffnung deute auf eine geplante Eskalation hin, was nicht nur die Sicherheit der Menschen gefährde, sondern auch die Anliegen der friedlichen Demonstranten in den Hintergrund dränge.
In der Halloween-Nacht selbst wurden unabhängig von der Versammlung größere randalierende Gruppen von Jugendlichen und jungen Männern in der Innenstadt und anderen Stadtteilen festgestellt. Diese Gruppen zerstörten eine Fensterfront eines Geschäfts, zündeten Müllcontainer an und errichteten Barrikaden auf den Straßen. Die Polizei griff konsequent ein und nahm mehrere aggressive Personen in Gewahrsam. Ob Wertgegenstände entwendet wurden, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Insgesamt wurden 23 Polizisten während der Nacht verletzt. An mehreren Streifenwagen wurden Schäden wie abgetretene Außenspiegel, eingeschlagene Fenster und Farbschmierereien festgestellt. Polizeipräsident Johannes Hermanns äußerte sein Unverständnis gegenüber den Angriffen auf Einsatzkräfte und kündigte an, die Taten konsequent zu verfolgen. Zu diesem Zweck wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe eingesetzt, die unter anderem Videos und Fotos analysiert. Die Bevölkerung wird gebeten, Hinweise an die Polizei weiterzuleiten. BA
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Symbolbild. Foto: ROB