Mobilität und Verkehr | 07.01.2026, 15:10 Uhr

Wie Böden, Gewässer und Tierpfoten geschützt werden können

Bei Schneefall und Glätte: Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz

Symbolbild. Foto: Pixabay
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Region. Streusalz belastet Böden und Gewässer, greift Pflanzenwurzeln und Tierpfoten an. Es gibt daher viele gute Gründe, auf auftauende Streumittel zu verzichten. Gegen Schnee und Eis im Winter gibt es ausgezeichnete Alternativen. Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt, worauf es ankommt.

Streusalz schädigt Böden und Pflanzen

Haus- und GrundstückseigentümerInnen sind bei bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Pflicht, Gehwege und Zufahrten von Schnee und Eis zu befreien. "Bitte greifen Sie dafür nicht auf Streusalz zurück. Mit dem Schmelzwasser dringt das Salz in den Boden ein und sammelt sich dort über die Jahre an. Es verändert den Nährstoffgehalt des Bodens und führt zu erheblichen Schäden an den Wurzeln von Bäumen und anderen Pflanzen, die entlang der Straßen wachsen. Kochsalzhaltiges Wasser kann auch nicht mehr so gut von Wurzeln aufgenommen werden. Fortwährender Einsatz von Streusalz tötet Bäume", erklärt Hönig.

Die Auswirkungen des Salzes zeigen sich besonders in den Sommermonaten, wenn Pflanzen auf einen intakten Wasserhaushalt angewiesen sind. Das Laub verfärbt sich braun und fällt frühzeitig ab, weil das Salz im Boden für zusätzlichen Trockenstress sorgt. Bereits im Frühjahr kann das Wachstum der Blätter verringert sein. Besonders betroffen vom Salz sind Straßenbäume wie Linde, Ahorn und Rosskastanie sowie einige empfindliche Heckengehölze.

Hönig: "Durch die Entwässerung von Straßen und über die Kanalisation gelangen Streusalze ins Grundwasser, in Flüsse oder in Seen. Salze werden in Kläranlagen nicht abgebaut. Der Chloridgehalt erreicht daher in manchen Gewässern bedenkliche Konzentrationen. Umweltschäden an Ökosystemen können lokal in Teichen, Bächen und Flüssen auftreten."

Auch Schäden für Menschen und an Tieren

Korrosionsschäden an Fahrzeugen sowie an Brücken gehen häufig auf das Konto von Streusalz. Schuhe und Kleidung werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Streusalz greift auch die Tierpfoten von Hunden und Katzen an und führt zu Entzündungen an den Fußballen. Einige Hunde fressen gerne Schnee, was in Verbindung mit Streusalz zu ernsthaften Reizungen und Schäden der Magenschleimhaut führen kann.

Verbote werden nicht eingehalten

In vielen Kommunen ist der private Einsatz von Streusalz deshalb verboten. "Vielen Bürger*innen sind die Regeln vor Ort nicht bewusst. Nicht zuletzt werden Streusalze immer noch in Bau- und Supermärkten in großen Mengen als Streugut angeboten - trotz lokaler Ausbringungsverbote. Informieren Sie sich in jedem Fall über die Vorschriften Ihrer Gemeinde", so Hönig.

Schnee entfernen: so geht's!

Beim Schneefall gilt das Motto: Je früher der Schnee geräumt wird, desto besser. Kommen Schippe, Schneeschieber oder Besen rechtzeitig zum Einsatz, wird verfestigter Schnee durch Fahrzeuge und Menschentritt vermieden, der nur schwer zu entfernen ist. Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz sind Sand oder Kies, Sägespäne (wobei auf erneutes Überfrieren geachtet werden sollte) oder umweltzertifizierte Streumittel aus dem Handel. Auch salzfreie Granulate sollten sparsam verwendet werden. Splitt kann je nach Gewinnung, Transport und Grad der Wiederverwendung eine schlechte Umweltbilanz haben. Umweltzertifizierungen wie der Blaue Engel können Aufschluss über die Umweltfreundlichkeit von Produkten geben.

Pressemitteilung Bund für Umweltschutz und Naturschutz Deutschland e.V.

Symbolbild. Foto: Pixabay

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