Blaulicht | 11.01.2019

Polizei kontrolliert Reisebusse auf Autohof und Rastanlage an A3 bei Montabaur

Busse der gleichen Firma zweimal wegen erheblicher Mängel stillgelegt

Übermüdete Fahrer, defekte Busse und weitere Verstöße

Ein kontrollierter Bus drohte fast umzukippen, weil die Federung ausgefallen war und wurde als „verkehrsunsicher“ eingestuft. Foto: Polizei

Mogendorf/Montabaur. Der Polizeiautobahnstation Montabaur wurde am 5. Januar durch Verkehrsteilnehmer ein in Richtung Köln fahrender Reisebus gemeldet, der fast umkippt. Das Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen wurde in Höhe der Ausfahrt Diez festgestellt, wobei ein erheblicher Schiefstand des Kraftomnibus erkennbar war. Bei der anschließenden Kontrolle wurden weitere technische Mängel erkennbar - es sind zahlreiche Sicherheitsgurte funktionslos. Die Fahrer gaben an, in Ungarn den Bus erst übernommen zu haben und legten dazu entsprechende Bescheinigungen vor. Die Befragung einiger Fahrgäste ergab jedoch, dass die Fahrer bereits seit Fahrtbeginn am 04.01.2019 um 06:00 h im Kosovo den Bus gefahren haben. Damit waren Beide zum Zeitpunkt der Kontrolle bereits 27 Stunden unterwegs und hatten ihre nach 21 Stunden einzulegende Tagesruhezeit unter- und die zulässige Lenkzeit deutlich überschritten. Die Weiterfahrt wurde aufgrund der technischen Mängel und der erforderlichen Tagesruhezeit untersagt. Eine Überprüfung des technischen Zustandes am 07.01.2019 bei einer Überwachungsorganisation führte aufgrund mangelnder Bremswirkung und dem Ausfall der Federung zu dem Ergebnis, dass der Bus „verkehrsunsicher“ ist. Durch die zuständige Zulassungsbehörde in Düsseldorf wurde die sofortige Stilllegung angeordnet, die Kennzeichen wurden entsiegelt. Die 59 Fahrgäste mussten mit einem Ersatzbus abgeholt werden. Für Fahrer und Halter und das deutsche Unternehmen wurden Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und Sicherheitsleistungen angeordnet.

Fahrer viel zu lange und ohne Qualifikation mit Bus unterwegs

Am Donnerstag, 10. Januar, wurde um 14:40 Uhr durch Beamte der Verkehrsdirektion Koblenz ein weiterer Bus der gleichen Firma auf dem Parkplatz der Tank- und Rastanlage Montabaur kontrolliert. Auch hier wurden mehrere defekte Sicherheitsgurte festgestellt, der Scheibenwischer war funktionslos und der vordere rechte Reifen nur zur Hälfte mit Luft gefüllt, so dass er sich bereits stark erhitzt hatte. Auch wurde durch die Fahrer ein falscher Abfahrtsort in Ungarn angegeben. Die Fahrgäste gaben jedoch auch in diesem Fall an, dass beide Fahrer seit 9. Januar um 5 Uhr im Kosovo losgefahren sind. Dies konnte anhand einer Fahrgastliste bestätigt werden. Die Aufzeichnungen des Fahrtenschreibers ergaben, dass das Fahrzeug bei der Kontrolle bereits seit 31 Stunden gefahren wurde. Damit war auch in diesem Fall die vorgeschriebene Tagesruhezeit von 9 Stunden erheblich unterschritten. Beide Fahrer waren seit 36 Stunden unterwegs. Eine Prüfung der weiteren Dokumente ergab, dass in Deutschland Haltestellen angefahren wurden, die nicht genehmigt sind. Weiterhin konnten beide Fahrer die erforderliche Berufskraftfahrer-Qualifikation nicht nachweisen. Aufgrund der Mängel und Verstöße wurde die Weiterfahrt auch hier zu untersagt. Kurz vor 20 Uhr kam ein Ersatzfahrer, der die notwendigen Dokumente und die Berechtigungen nachwies, so dass der Bus mit 48 Fahrgästen bis zur Endhaltestelle in Düsseldorf konnte. Gegen die beiden Fahrer, den Fahrzeughalter und das Unternehmen wurden weitere Ordungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, und von den beiden Fahrer Sicherheitsleistungen von einbehalten.

Pressemitteilung Verkehrsdirektion Koblenz

Ein kontrollierter Bus drohte fast umzukippen, weil die Federung ausgefallen war und wurde als „verkehrsunsicher“ eingestuft. Foto: Polizei

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