Ratgeber | 29.06.2026, 10:01 Uhr

Abschied unter Bäumen

Die Waldbestattung gibt dem Erinnern seit 25 Jahren einen lebendigen Ort

Bei Waldführungen kann man sich bereits zu Lebzeiten über eine Bestattung unter Bäumen informieren.
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(DJD). Der Umgang mit dem Tod wandelt sich – und mit ihm die Vorstellungen davon, wie ein würdiger Abschied aussehen kann. Klassische Friedhöfe mit Sarg- und Urnengräbern behalten zwar ihren festen Platz, doch gleichzeitig wächst bei vielen der Wunsch nach naturnahen und religionsunabhängigen Formen des Gedenkens. Seit 25 Jahren bietet die Waldbestattung in Deutschland eine solche Möglichkeit. Anstelle eines traditionellen Grabsteins erinnert dabei ein Baum im Wald an einen verstorbenen Menschen. Seine Asche wird am Fuße des Baumes in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt.

Natürlichkeit und Ruhe

Der Anbieter FriedWald gilt als Pionier dieser Entwicklung. Die Unternehmensgründerin Petra Bach setzte sich damals gemeinsam mit Behörden und politischen Entscheidern dafür ein, dass für diese neue Bestattungsform die entsprechenden rechtlichen Grundlagen geschaffen wurden. Denn die Waldbestattung musste zunächst in die bestehenden Gesetze der Bundesländer integriert werden. Inzwischen hat sich das Konzept vielerorts etabliert und ist für zahlreiche Menschen eine selbstverständliche Alternative zur klassischen Friedhofsbestattung. Vogelstimmen, Licht zwischen den Bäumen und die ruhige Atmosphäre schaffen eine Umgebung, die oft als weniger anonym angesehen wird als klassische Grabfelder. Der Wald wird so nicht nur als Ort der letzten Ruhe verstanden, sondern auch als ein Platz der Erinnerung, den Angehörige zu jeder Jahreszeit besuchen können.

Vom neuen Konzept zur etablierten Form

Viele Familien wünschen sich heute eine Form der Bestattung, die ohne aufwendige Grabpflege auskommt. Gerade Angehörige, die weiter entfernt wohnen oder im Alltag stark eingebunden sind, sehen hier Vorteile. Zugleich gewinnt der Wunsch nach Individualität an Bedeutung: Immer mehr Menschen möchten ihre Naturverbundenheit als etwas ausdrücken, das auch über das Leben hinausreicht. Nicht selten beginnt die Auseinandersetzung damit schon zu Lebzeiten – als bewusste Entscheidung für eine Beisetzungsform, die zur eigenen Haltung passt. Waldbestattungen treffen damit einen Nerv, der quer durch alle Generationen geht. Was 2001 mit dem märchenhaften FriedWald Reinhardswald bei Kassel begann, hat sich heute bundesweit mit mittlerweile 100 FriedWald-Standorten etabliert.

Die Förster im FriedWald unterstützen bei allen Themen rund um die Waldbestattung – seit mittlerweile 25 Jahren.

Die Förster im FriedWald unterstützen bei allen Themen rund um die Waldbestattung – seit mittlerweile 25 Jahren. Foto: DJD/FriedWald

Seit 25 Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit, Verstorbene im Wald bestatten zu lassen.

Seit 25 Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit, Verstorbene im Wald bestatten zu lassen. Foto: DJD/FriedWald

Bei Waldführungen kann man sich bereits zu Lebzeiten über eine Bestattung unter Bäumen informieren. Foto: DJD/FriedWald

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