Fußball-Rheinlandpokal – Achtelfinale – Saison 2017/18
„Ein geiles Spiel!“
Eisbären bieten Traumfußball und siegen bei der SG Mülheim im Elfmeterkrimi
Mülheim-Kärlich. „Was da beide Mannschaften in den über zwei Stunden abgeliefert haben, war ein richtig geiles Spiel“, war Marco Reifenscheidt noch lange nach der Partie fasziniert von den Darbietungen beider Mannschaften. Und der Trainer der Eisbären hat schon einiges erlebt, einschließlich eines olympischen Finales.
120 Minuten Fußball mit acht Toren, dazu das finale Elfmeterschießen. Fußballherz, was willst Du mehr. Wer sich an diesem Abend für ein trostloses und langweiliges Bayern-Spiel vor dem Fernsehen entschlossen hatte, der wird spätestens nach Übermittelung der Spieldaten des Pokalachtelfinales seine Entscheidung für die Zukunft vielleicht etwas reiflicher durch den Kopf gehen lassen. Leider entschlossen sich nur rund 160 Zuschauer dazu, die Partie zwischen den Dritten der Rheinlandliga SG Mülheim-Kärlich und dem Spitzenreiter aus Eisbachtal zu besuchen. Die Begegnung hätte sicherlich die zehnfache Menge verdient gehabt.
Bereits nach 15 Sekunden waren die Gäste in Führung gegangen. Kelvin Lima sorgte hier für den schnellen Rückstand, der aber die Hausherren keineswegs schockte. Zwar dauerte es, bis die Schützlinge von Trainer Patrick Wagner-Galda zurück ins Spiel fanden, aber dann wurde es immer gefährlicher vor dem Tor der Eisbären. So war der Lattentreffer von Daniel Aretz nach sieben Minuten das erste Alarmsignal. Es entwickelte sich eine offene Partie in der Jeremy Heyer (22., 45.) mit seinem Doppelpack für die erste Wende sorgte. Als Daniel Aretz eine Minute nach dem Wechsel auf 3:1 erhöhte, hatte sich die Partie bereits entschieden. Doch Eisbachtal steckte nicht zurück, brachte sich mit dem Anschlusstreffer durch Manuel Haberzettel (61.) wieder ins Spiel. Fünf Minuten später jubelten aber erneut die Mülheimer – und das in einer Phase, als man sich schon mehr mit einem möglichen Ausgleichstreffer beschäftigt hatte. Und wiederum war es Aretz, der erneut für den Zwei-Tore-Abstand sorgte. Aber auch die Sportfreunde konterten und brauchten ebenfalls fünf Minuten, um erneut zu verkürzen. Lima hatte aus 18 Metern einfach draufgehalten und hier mit Geschick und etwas Glück – der Ball wurde leicht abgefälscht – sein Team wieder ins Spiel gebracht. Ähnlich dann auch der Ausgleich. Nur der Protagonist änderte sich. Robin Stahlhofen nahm Maß und versenkte das Spielgerät im Kasten von Patrick Bolz.
Aber auch in der Verlängerung gab es dann noch Bemerkenswertes. Zumindest in Halbzeit zwei. Hier handelte sich Bolz den roten Karton von Schiedsrichter Marco Christmann (Morshausen) ein, da er seinen Gegenspieler Tobias Schuth mit nicht ganz jugendfreien Worten bedachte. Schuth sollte zuvor versucht haben, einen Foulelfmeter mit einer Schwalbe zu schinden. Der Schiedsrichter hatte bei dieser Aktion aber nicht reagiert und die Begegnung nicht unterbrochen. So gerieten die Gastgeber in Unterzahl, was aber in den letzten acht Minuten nicht mehr von Bedeutung sein sollte. Am Schluss entschied eben ein Elfmeterschießen.
Nachdem Robin Stahlhofen, Jannik Ernet (jeweils Eisbachtal) und Niklas Ternes (Mülheim) verwandelt hatten, war es Daniel Erbse, der sein Team auf die Siegerstraße brachte. Der Keeper der Gäste parierte gegen Gerrit Wißfeld. Danach konnte Marvin Heibel auf 3:1 ausbauen. Auch dem folgenden Elfer von Jeremy Heyer parierte Erbse eigentlich. Doch der abgewehrte Ball hatte am Ende so viel Drall, dass er doch noch den Weg ins Tor fand. So war es eben Manuel Haberzettl, der nach weiteren Elfmetern von Marvin Kögler (Eisbachtal) und Jonas Runkel (Mülheim) für das Weiterkommen der Eisbären sorgte. „Das ist eben Pokal. Auch nach einem solchen Spiel gibt es eben immer einen Gewinner, aber eben auch einen Verlierer“, war SG-Trainer Wagner-Galda wegen des Ergebnisses ein wenig geknickt. Sportfreunde Eisbachtal: Erbse, Müller, Haberzettl, Kleinmann (112. Heibel), Dietz (75. Stahlhofen), Noppe (55. M.Hannappel), Ernet, Omotezako, Reitz (70. Kögler), Lima, Schuth.
TH
