Allgemeine Berichte | 29.05.2026

Erfolgreicher Architektur-Wettbewerb zur Zukunft des Stadthaus-Areals

Präsentierten die Ergebnisse des Architektur-Wettbewerbs und den Siegerentwurf: (v.r.) Rachid Jaghou, Betriebsleiter des Städtischen Gebäudemanagements, Oberbürgermeister Guido Déus und Stadtbaurat Helmut Wiesner.

Bonn. Eines der bedeutendsten Projekte der Bonner Stadtentwicklung in den kommenden Jahren ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Die Bundesstadt Bonn hat den Planungs- und Städtebauwettbewerb zur Zukunft des Stadthaus-Areals erfolgreich abgeschlossen. Der erste Preis geht an SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart, mit einem großen Generalplaner-Team.

Bereits im Jahr 2024 hat der Rat der Stadt Bonn entschieden, dass der Berliner Platz 2 der Hauptsitz der Bonner Stadtverwaltung bleibt. Nach dem Auszug der Verwaltung (bis Ende 2027) soll der Gebäudekomplex kernsaniert sowie in Teilen abgerissen und durch einen integrierten Neubau ersetzt werden. Gleichzeitig sollen auch andere Nutzungen – z.B. Wohnen, Bildung und Kultur – zur Belebung und Attraktivitätssteigerung des Standorts beitragen. Nicht zuletzt soll mit einer qualitätsvollen und nachhaltigen Bebauung eine stärkere Vernetzung von Innenstadt und Nordstadt erreicht werden.

Quartier soll belebt werden

Über die reine Verwaltungsfunktion hinaus verfolgt die Stadt Bonn eine konsequente Mischnutzung des Areals. Geplant sind ergänzende Angebote wie Wohnen, Kindertagesstätten, Gastronomie, Kultur- und Begegnungsräume. Diese Vielfalt soll dazu beitragen, das Quartier auch über die üblichen Arbeitszeiten hinaus zu beleben und soziale sowie funktionale Vielfalt zu fördern. Das neue Stadthaus-Areal wird damit als offenes, inklusives Stadtquartier konzipiert, das Arbeit, Alltag und Freizeit eng miteinander verknüpft.

„Das Stadthaus ist seit 1978, also seit fast fünf Jahrzehnten, Herzstück der Bonner Stadtverwaltung. Gleichzeitig steht es – wie viele große Verwaltungsbauten dieser Zeit – heute vor erheblichen funktionalen, energetischen und städtebaulichen Herausforderungen“, sagte Oberbürgermeister Guido Déus bei der Vorstellung des Architektur-Siegerentwurfs. „Die Entwicklung des Stadthaus-Areals bietet eine einmalige Chance für Bonn. Mit dem Siegerentwurf haben wir eine sehr tragfähige Grundlage für die weitere Entwicklung dieses zukunftsweisenden Projekts. Das Konzept von Scope Architekten GmbH erfüllt die zentralen Ziele der Auslobung in besonderem Maße, insbesondere in den Bereichen Städtebau, Funktionalität, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit durch eine ausgewogene Gesamtlösung mit hoher Aufenthaltsqualität und klarer Struktur.“

Beschreibung des Siegerentwurfs

Der Entwurf wendet sich mit dem Eingang am Elisabeth-Selbert-Platz der Innenstadt zu. Das neue Stadthaus erhält dadurch eine überzeugende, gut dimensionierte Eingangssituation. Zudem gelingt es dem Planungsteam, den Westbereich des Stadthausareals als lebendiges Quartier zu entwickeln. Die Türme D und E werden stimmig städtebaulich eingebunden und um einen neuen, lebendigen Quartiersplatz gruppiert. Umfang und Qualitäten der vorgeschlagenen Wohnnutzungen gehen deutlich über die Vorgaben der Stadt Bonn hinaus. Die innere Organisation der öffentlichen und halb-öffentlichen Bereiche entspricht passgenau der Vision der Bundestadt Bonn eines lebendigen, bürgernahen, serviceorientierten Stadthauses. Die Arbeitswelten lassen zeitgemäße, zugleich funktionale Arbeitsplätze erwarten.

120 Bewerbungen, 18 teilnehmende Büros

Der Architektur-Wettbewerb wurde als nichtoffener, anonymer Realisierungswettbewerb durchgeführt und ist Teil eines Verhandlungsverfahrens zur späteren Beauftragung der Generalplanung. „Unser Ziel war es, tragfähige Konzepte für die nachhaltige Transformation des Stadthaus-Areals zu entwickeln – mit ergänzenden Nutzungen und städtebaulicher Einbindung in Innenstadt und Nordstadt“, erläuterte Rachid Jaghou, Betriebsleiter des Städtischen Gebäudemanagements, das den Wettbewerb ausgelobt hatte.

Das Interesse an dem Wettbewerb war überwältigend: Insgesamt 120 Bewerbungen gingen ein, aus denen 18 Architekturbüros aus Deutschland und Europa zur Teilnahme ausgesucht wurden – acht gesetzte und zehn geloste Büros.

Das Preisgericht, bestehend aus stimmberechtigten Fach- und Sachpreisrichter*innen aus Architektur, Städtebau, Verwaltung und Politik, wurde von interdisziplinären Sachverständigen unterstützt – unter anderem aus den Bereichen Funktionalität, Städtebau, Verkehr, Nachhaltigkeit, Brandschutz und Tragwerksplanung.

Das Preisgericht und die Stadtverwaltung zeigten sich beeindruckt von der Bandbreite der Lösungen für die herausfordernde, vielschichtige Planungsaufgabe und von der Qualität der Bearbeitung. Das Preisgericht beschloss einstimmig unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Michael Koch, Architekt und Stadtplaner (Basel/Hamburg), die Verteilung der Preise und Anerkennungen nach den Vorgaben der Auslobung zuzuteilen.

Nach intensiver Beratung hat das Preisgericht am 28. Mai 2026 folgende Rangfolge festgelegt:

  • Der erste Preis geht an SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart.
  • Zwei zweite Preise gehen an heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB, Dresden, sowie Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin.

„In der hochkarätig besetzten Jury hatten wir die Arbeiten zahlreicher nationaler und internationaler Planungsbüros zu bewerten. Die Büros haben sehr interessante und zum Teil innovative Entwürfe vorgelegt, die auch geeignet sind, die zukünftige städtebauliche Einbindung des Stadthauses nachhaltig zu verbessern. Der ausgewählte Siegerentwurf bildet nun die Basis für die weitere Planung des Areals“, betonte Bonns Stadtbaurat Helmut Wiesner.

Ein zentrales Projekt für Bonn Die wesentlichen Ziele im Überblick: So geht es weiter

  • Das Stadthaus-Areal steht wie kaum ein anderes Projekt für die aktuellen Herausforderungen öffentlicher Bauvorhaben: der verantwortungsvolle Umgang mit dem baulichen Bestand, neue Anforderungen an Arbeitswelten und Bürgerservice, Klimaschutz und Klimaanpassung sowie eine langfristig wirtschaftliche und rechtlich umsetzbare Entwicklung. Ziel ist die Schaffung eines offenen, vernetzten und zukunftsfähigen Ortes für Verwaltung, Stadtleben und ergänzende Nutzungen - ein moderner, nachhaltiger und barrierefreier Verwaltungsstandort, der den Anforderungen einer zeitgemäßen Verwaltung ebenso gerecht wird wie den Bedürfnissen der Öffentlichkeit.

  • Modernisierung der Verwaltung: Schaffung eines zukunftsfähigen Rathauses mit zeitgemäßen Arbeitswelten und hoher Funktionalität.
  • Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Umsetzung klimaresilienter
  • Bauweisen, Begrünung und ressourcenschonender Konzepte.
  • Barrierefreiheit und Inklusion: Gestaltung eines offenen „Hauses für die Bürger“, zugänglich für alle Generationen.
  • Stärkung der Aufenthaltsqualität: Schaffung attraktiver öffentlicher Räume, urbaner Grünflächen und neuer Wegebeziehungen.
  • Städtebauliche Integration: Bessere Einbindung des Areals in die vorhandene Stadtstruktur und Aufwertung des gesamten Umfelds.

Die Wettbewerbsergebnisse werden am Freitag, 12. Juni 2026, um 11:00 Uhr im Beisein der Wettbewerbsteilnehmenden öffentlich präsentiert. Interessierte sind herzlich willkommen. Die Ausstellung im Stadthaus-Foyer kann bis Freitag, 26. Juni 2026, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr besichtigt werden.

Parallel starten die nächsten Schritte im Verhandlungsverfahren zur Beauftragung der Generalplanung. Im weiteren Verfahren wird der Siegerentwurf gemeinsam mit dem Planungsteam schrittweise vertieft und zu einer umsetzungsfähigen Lösung für das Stadthaus-Areal weiterentwickelt. Die politischen Gremien werden im weiteren Verlauf informiert.

Die Bundesstadt Bonn setzt mit dem abgeschlossenen Wettbewerb ein klares Zeichen für eine qualitätsvolle, transparente und zukunftsorientierte Stadtentwicklung – im Dialog zwischen Verwaltung, Politik, Fachöffentlichkeit und Stadtgesellschaft.

Informationen im Internet

Die Bundesstadt Bonn informiert ab sofort gebündelt und transparent über das Projekt „Zukunft Stadthaus-Areal“: Der neue Internetauftritt https://sgb.bonn.de/stadthaus fasst alle aktuellen Entwicklungen, Hintergründe und Ausblicke rund um die Zukunft des Stadthauses übersichtlich zusammen.

Pressemitteilung Stadt Bonn

Visualisierung mit Blick aus der Vogelperspektive auf das künftige Stadthaus-Areal mit seinen verschiedenen Türmen.

Visualisierung mit Blick aus der Vogelperspektive auf das künftige Stadthaus-Areal mit seinen verschiedenen Türmen. Foto: SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart

Visualisierung des künftigen Stadthaus-Areals mit Blick von der Oxfordstraße.

Visualisierung des künftigen Stadthaus-Areals mit Blick von der Oxfordstraße. Foto: SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart

Visualisierung vom Erdgeschossbereich des Areals, umgeben von den unterschiedlichen Gebäudekomplexen.

Visualisierung vom Erdgeschossbereich des Areals, umgeben von den unterschiedlichen Gebäudekomplexen. Foto: SCOPE Architekten GmbH, Stuttgart

Detailaufnahme vom Modell des Siegerentwurfs für das künftige Stadthaus-Areal.

Detailaufnahme vom Modell des Siegerentwurfs für das künftige Stadthaus-Areal. Foto: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn

Präsentierten die Ergebnisse des Architektur-Wettbewerbs und den Siegerentwurf: (v.r.) Rachid Jaghou, Betriebsleiter des Städtischen Gebäudemanagements, Oberbürgermeister Guido Déus und Stadtbaurat Helmut Wiesner. Foto: Sascha Engst/Bundesstadt Bonn

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