Allgemeine Berichte | 30.04.2026

Kaum noch erfolgreiche Bruten bei den Wasservögeln am Dreifelder Weiher – Katastrophe für Amphibien

Bei den Wasservögeln am Dreifelder-Weiher gibt es immer weniger Bruten.

Region. Die Obere Wasserbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) hatte bereits im Jahr 2023 den Dreifelder Weiher wegen angenommener Risiken der Hochwasserentlastung in der Brutzeit absenken lassen. Deshalb fanden in 2023 praktisch keine erfolgreichen Bruten statt.

Auch in diesem Jahr 2026 stehen derzeit wieder Vögel und Amphibien in der Brutzeit auf einem trockenen Gewässer, das nach Sanierung des Ablassbauwerkes nach Plan eigentlich Ende Januar wieder befüllt werden sollte.

„Darüber hinaus kam es auch im letzten Jahr 2025 zu weniger umfassenden Wasserstandsabsenkungen in der Brutzeit, die sich aber deutlich negativ auf das Brutgeschehen in der Röhrichtzone auswirkten“, erklärte Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

Die kontinuierlichen Beobachtungsdaten der hier aktiven Ornithologen Antonius Kunz von der Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (GNOR) und Wolfgang Burens von der Naturschutzinitiative (NI) zeigen auf, dass es im gesamten Schutzgebiet der Westerwälder Seenplatte schon seit mehreren Jahren kaum noch erfolgreiche Bruten bei den Wasservögeln gibt. Die Ursachen gehen über die wasserwirtschaftliche Problematik hinaus. Als besondere Ursache hatten Untersuchungen der Universität Koblenz eine hohe Beutegreiferdichte (v.a. Waschbär) identifiziert, die regelmäßig das Ufer absuchen.

Von daher können nach Beurteilung der Naturschutzinitiative e.V. (NI) die anderen Weiher der Westerwälder Seenplatte den Ausfall des Zentralgewässers nicht auffangen, da auch hier der Bruterfolg extrem schlecht ist. Sichere Brutplätze sind rar, so dass sich nicht einfach die Vögel des Dreifelder Weihers hierhin verlagern können. Laut Wolfgang Burens zeigen die langjährigen Bestandsdaten, dass in der Folge die bundesweit bekannten Besonderheiten dieses EU-Vogelschutzgebietes, vor allem der Rothals- und der Schwarzhalstaucher, das Gebiet als Brutplatz nahezu aufgegeben haben. Da auch der Bruterfolg der mäßig häufigen Arten wie Haubentaucher, Blässhuhn, Höckerschwan, Stockente, Reiherente oder Tafelente minimal ist, nehmen die Gesamt-Brutbestände immer weiter ab.

„Wenn dann auch noch die Stauhaltung am Weiher keine Rücksicht auf die Ansprüche brütender Wasservögel nimmt, dann ist der Schaden komplett. Die 2023 im Auftrag der Oberen Naturschutzbehörde getroffenen Maßnahmen gegen den Verlust an Bruthabitaten wie das Einbringen von Nistflößen, wirkten hilflos und hatten keinerlei Erfolg“, so Vogelkundler und Gebietskenner Wolfgang Burens.

Katastrophe für die Amphibienpopulation

Für die Amphibienpopulation erscheint das Missmanagement bei der Wasserhaltung eine völlige Katastrophe zu sein. Die Population von geschätzten 6000 Erdkröten ist seit der Wasserstandsabsenkung von 2023 und einem Ausfall des Laichgeschehens gravierend eingebrochen. Es ist fraglich, ob die Amphibienpopulation ein weiteres Jahr ohne Fortpflanzungserfolg verkraften kann. Man hatte zwar laut Wolfgang Burens im Frühjahr versucht, im Zulauf von Gräben einige Kleingewässer auszuheben, aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein und schaffte keine stabilen Laichplatzvoraussetzungen für die Erdkröte.

Forderungen der Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Die NI fordert die SGD Nord auf, umgehend geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Verschlechterung der Erhaltungszustände zahlreicher Arten in einem europäischen Schutzgebiet zu verhindern. „Die noch laufenden Arbeiten müssen umgehend abgeschlossen werden. Nacharbeiten müssen auf unkritische Zeiten verschoben werden. Die uns vorliegenden Analysen zeigen bereits deutlich, dass eine erhebliche Verschlechterung des Erhaltungszustandes an den Schutzgütern des EU-Vogelschutzgebietes und des Naturschutzgebietes eingetreten ist.

Daher fordern wir von der Behörde eine transparente und umfassende Aufnahme des eingetretenen Schadens, die Benennung von Verantwortlichkeiten, die Beteiligung aller Naturschutzverbände, eine transparente Kommunikation für die Bevölkerung und die Einleitung der nach Umweltschadensgesetz erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung des Umweltschadens“, so Landesvorsitzender Harry Neumann und Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

Da Bauverzögerungen bei öffentlichen Bauprojekten mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme darstellen, fordert die NI weiterhin, dass in den anstehenden wasserbaulichen Sanierungsverfahren an der Westerwälder Seenplatte Vorkehrungen, insbesondere für den Schutz für laichende Amphibien getroffen werden. Die Anlage von alternativen Kleingewässern muss für solche Fälle vorgeplant sein, genehmigt und im Falle einer Verzögerung kurzfristig umsetzbar sein.

Pressemitteilung Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Auch auf die Amphibien hat die Wasserhaltung Auswirkungen.

Auch auf die Amphibien hat die Wasserhaltung Auswirkungen. Foto: HARRY NEUMANN

Bei den Wasservögeln am Dreifelder-Weiher gibt es immer weniger Bruten. Foto: HARRY NEUMANN

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Maikirmes Franken
Door To Door Anzeige
Zukunft trifft Tradition KW 18
Nachruf Karl-Heinz Knops
Imageanzeige Löhr Meckenheim
Empfohlene Artikel
Baumeister Biber bei der Arbeit
31

Wölferlingen. Die Exkursion vermittelt unter der fachkundigen Leitung von Gabriele Neumann, Biberexpertin und stv. Vorsitzende der NI, spannende Eindrücke in die sich entwickelnde und ständig verändernde natürliche Dynamik im Jahreskreislauf des vom Biber geschaffenen Biotops in Freilingen. Kinder und Erwachsene erfahren hier viel Wissenswertes über die Lebensweise des Bibers, sehen Spuren seiner...

Weiterlesen

15

Montabaur. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Harald Orthey möchte junge Menschen in seinem Wahlkreis 203 für eine besondere Chance begeistern: das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Das Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses ermöglicht jedes Jahr rund 360 Jugendlichen aus Deutschland und den USA, ein Jahr im jeweils anderen Land zu leben – inklusive Schulbesuch, College-Semester oder Praktikum.

Weiterlesen

Weitere Artikel
13

Bonn/Meckenheim. Nicht einmal Graupelschauer und Aprilwetter konnten die gute Stimmung an diesem Tag vermiesen: Ulla Schmidt besuchte im März den Unternehmensverbund der Lebenshilfe Bonn. Konkret stand ein Rundgang durch das Werk Meckenheim der Bonner Werkstätten auf dem Programm. Drei Stunden nahm sich die Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe Zeit, um sich verschiedene Arbeitsbereiche zeigen zu lassen.

Weiterlesen

Symbolbild.
255

36-jähriger Autofahrer verliert bei Starkregen die Kontrolle über sein Fahrzeug

04.05.: Dramatisher Unfall auf der B 56: Motorradfahrer schwer verletzt

Lohmar. Am Montag, den 4. Mai, ereignete sich in Lohmar ein schwerer Verkehrsunfall, als zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr kollidierten. Dabei erlitt ein Motorradfahrer schwere Verletzungen. Gegen 16:00 Uhr fuhr ein 36-jähriger Mann aus Siegburg mit seinem Pkw auf der Bundesstraße 56 von Siegburg nach Lohmar. Bei starkem Regen verlor er im Ortsteil Heide aus bisher ungeklärten Gründen die Kontrolle über seinen Mercedes-Benz.

Weiterlesen

Symbolbild.
195

Spielschein wurde ohne Kundenkarte in einer Annahmestelle abgegeben

Glückspilz aus dem Westerwald gewinnt über 680.000 Euro im Eurojackpot

Region. Ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin aus dem Westerwald hatte am vergangenen Freitag allen Grund zur Freude: Mit einem Tippschein für die europäische Lotterie Eurojackpot, den er oder sie in einer Annahmestelle von Lotto Rheinland-Pfalz gespielt hatte, gewann er oder sie in der Gewinnklasse 2 über 681.000 Euro.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Schulze Klima -Image
Dauerauftrag 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Anzeige Show Alive
AZ_Gelenk 2026
Aktionstage 5.-7. Mai
10 Jahre Nowi
Zukunft trifft Tradition KW 18
Jubiläum
Stellenanzeige
Image