Politik | 03.09.2026, 13:21 Uhr

Invasive Art wird immer mehr zum Problem

Kreis veröffentlicht Infos zu Waschbären auf seiner Webseite

Waschbären sind niedlich, aber lästig.
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Rhein-Sieg-Kreis. Waschbären sind für viele Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Sieg-Kreis längst ein ernstes Problem: Sie dringen in Dachstühle, Garagen und Gartenhäuser ein, beschädigen Dämmungen und verunreinigen Grundstücke. Betroffene wissen dabei oft nicht, an wen sie sich wenden können. Nun hat der Rhein-Sieg-Kreis auf Initiative der FDP-Kreistagsfraktion endlich die wichtigsten Informationen zu Zuständigkeiten und Handlungsempfehlungen auf seiner Homepage veröffentlicht.

Die Zahl der im Rhein-Sieg-Kreis zur Strecke gebrachten Waschbären hat sich innerhalb eines Jagdjahres drastisch erhöht: Kamen im Jagdjahr 2024/2025 noch 517 Tiere zur Strecke, waren es im Jagdjahr 2025/2026 bereits 738 – ein Anstieg um rund 43 Prozent. Vor diesem Hintergrund hatte die FDP-Kreistagsfraktion die Kreisverwaltung in einer schriftlichen Anfrage um Auskunft zum Umgang mit den invasiven Tieren gebeten.

Wie die Verwaltung in ihrer Antwort mitteilte, sollten sich betroffene Bürgerinnen und Bürger bei dauerhaftem Waschbärbefall an die Untere Jagdbehörde wenden, die dann an den zuständigen Jagdausübungsberechtigten vermittelt. Ausschließlich Jäger mit entsprechender Fangjagdqualifikation und einer kostenpflichtigen Ausnahmegenehmigung nach § 4 Landesjagdgesetz NRW dürfen Waschbären fangen und entfernen; die Gebühr liegt zwischen 30 und 115 Euro, bei Einsatz einer Schusswaffe kommen weitere 20 bis 50 Euro hinzu. Die Kosten für Fang, Entfernung, Transport oder eine tierärztliche Behandlung tragen die Grundstückseigentümer selbst.

Da Waschbären als invasive Art gelten, dürfen gefangene Tiere nicht umgesiedelt, sondern müssen letztlich vom Jäger getötet werden. Auf Grundlage einer Allgemeinverfügung vom 16. Juli 2026 sind zudem zwei benannte Personen aus Sankt Augustin berechtigt, kreisweit auf befriedeten Grundstücken die Fallenjagd auf Waschbären auszuüben.

Zur Vorbeugung verweist die Kreisverwaltung insbesondere auf den Entzug von Futterquellen: verschlossene Mülltonnen, kein Tierfutter im Freien, zeitnahes Aufsammeln von Fallobst sowie das Zurückschneiden von Kletterhilfen wie Bäumen und Sträuchern in Hausnähe. Ausdrücklich warnt die Verwaltung davor, Waschbären zu füttern, da die Tiere dadurch anspruchsvoll würden und immer wiederkehrten.

„Wir begrüßen, dass der Kreis so schnell reagiert hat“, erklärt Jennifer Kotula, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Kreistagsfraktion Rhein-Sieg. „Das Thema Zuständigkeit und Informationsbeschaffung ist im Moment nach die größte Hürde beim Umgang mit Waschbären. Da hilft unsere Initiative weiter.\

Jennifer Kotula, die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Kreistagsfraktion.

Jennifer Kotula, die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Kreistagsfraktion. Foto: ISABELGROSSERPHOTOGRAPHY

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Waschbären sind niedlich, aber lästig. Foto: pixabay

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