Blaulicht | 14.04.2026

Polizei verzeichnet Rückgang bei Gesamtzahl der Unfälle

Polizeipräsidium Koblenz veröffentlicht die Verkehrsunfallbilanz für 2025

Symbolbild.

Koblenz. Das Polizeipräsidium Koblenz hat heute die Jahresunfallbilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Statistik gibt einen umfassenden Überblick über das gesamte Unfallgeschehen im Zuständigkeitsbereich und bildet eine wichtige Grundlage für die Bewertung der Verkehrssicherheit sowie für die gezielte Planung künftiger polizeilicher Maßnahmen. Das Polizeipräsidium Koblenz ist für die Sicherheit im Straßenverkehr im nördlichen Rheinland-Pfalz zuständig. Die verkehrspolizeilichen Aufgaben nehmen vier Polizeidirektionen mit 23 Polizeiinspektionen und vier Polizeiwachen sowie eine Verkehrsdirektion mit zwei Polizeiautobahnstationen wahr.

Gesamtentwicklung

Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Koblenz

44.101 Verkehrsunfälle aufgenommen. Damit konnte gegenüber dem Vorjahr ein erfreulicher Rückgang bei der Gesamtzahl der Unfälle verzeichnet werden.

Allerdings zeigt sich bei den Personenschäden ein gegenläufiger Trend: Insgesamt

5.866 Personen wurden verletzt oder getötet, was einen Anstieg von 177 Personen beziehungsweise 3,1% im Vergleich zu 2024 entspricht. Bei der Schwere der Verletzungen ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Zahl der getöteten Personen sank um drei auf 47 Verkehrstote, was einem Rückgang von 6,0% entspricht.

Gleichzeitig stieg die Zahl der Schwerverletzten um 90 Personen auf 914 an, ein Zuwachs von 10,9%. Auch die Anzahl der Leichtverletzten erhöhte sich um 90 Personen auf insgesamt 4.905.

Risikogruppen im Fokus

Besondere Aufmerksamkeit verdienen weiterhin bestimmte Risikogruppen. Die jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren bleiben eine der zentralen Problemgruppen. Zwar ging die absolute Zahl der Unfälle in dieser Altersgruppe auf 8.406 Unfälle zurück, dennoch stieg der Anteil der Unfälle mit Personenschäden um 5,1%. Insgesamt waren junge Fahrer an 19,1% aller registrierten Unfälle beteiligt.

Einen anhaltenden starken Anstieg verzeichnet die Beteiligung von Senioren. Bei den über 65-Jährigen wurde mit 9.581 Unfallbeteiligungen ein neuer Höchststand seit dem Jahr 2022 erreicht. Damit ist in jeden fünften Unfall mit Personenschaden eine Person über 65 Jahren involviert. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei den Senioren ab 75 Jahren, bei denen sowohl die Zahl der Unfälle als auch die Schwere der Verletzungen deutlich zugenommen hat.

Auch bei Kindern ist ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen. Die Zahl der Verkehrsunfälle von Kindern stieg um 42 auf 295 Unfälle an. Die Unfälle mit Personenschäden nahmen sogar um 53 Fälle zu. Positiv hervorzuheben ist jedoch, dass im gesamten Jahr 2025 kein Kind bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Im Zusammenhang mit diesen Unfallgeschehen erhebt die Polizei zudem gesondert diejenigen Fälle, die im Kontext des Schulwegs stehen und bei denen ein Kind verletzt wurde. Für den Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz konnten hierbei 51 entsprechende Ereignisse festgestellt werden, eine Steigerung um 30,8%.

Spezielle Unfallursachen und Verkehrsmittel

Die Unfälle unter Alkoholeinfluss sind um 9% auf 584 Fälle zurückgegangen. Im Vergleich zu anderen Verkehrsunfallursachen macht diese weiterhin nur einen eher geringen Teil aus. Trotz dieser relativ niedrigen Zahl endeten vier alkoholbedingte Verkehrsunfälle tödlich. In 62 Fällen wurden Personen schwer und in 169 Fällen leicht verletzt. In etwa 13% aller Unfälle unter Alkoholeinfluss waren die Hauptunfallverursachenden der Risikogruppe der jungen Fahrenden zuzurechnen. Der Anteil von Verursachenden ab 65 Jahre lag bei 6,3%.

Im Bereich der Verkehrsunfälle unter Drogeneinfluss ist ein deutlicher Rückgang

(-25 Fälle) zu verzeichnen. Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der drogenbedingten Unfälle mit Personenschaden um 3 Fälle an. Etwa ein Viertel dieser Unfälle geht auf das Konto junger Fahrer.

Die Unfälle mit Pedelecs und Radfahrern sind weiter angestiegen und liegen nun bei insgesamt 989 Fällen, davon 158 mit Pedelecs. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Zahlen haben die Dienststellen gezielte, der regionalen Lage angepassten Maßnahmen durchgeführt. Die Risikogruppe der Rad- und Pedelecfahrenden war bereits 2025 eines der landesweiten Schwerpunktthemen und bleibt es auch 2026 - mit besonderem Fokus auf Senioren ab 65 Jahren.

Im Jahr 2025 ereigneten sich im gesamten Präsidialbereich Koblenz 211 Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von E-Scootern (2024: 142). Obwohl die meisten dieser Unfälle mit Verletzungen einhergingen, ist bislang kein Fahrer tödlich verunglückt. Der deutliche Anstieg ist vor allem auf die stark gestiegene Nutzung von Elektrokleinstfahrzeugen zurückzuführen. Um diesen Anstieg entgegenzuwirken, werden gezielte Maßnahmen eingeleitet.

Weiterhin ereigneten sich insgesamt 995 Verkehrsunfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiräder mit amtlichen Kennzeichen. Dies entspricht einer deutlichen Zunahme um 7,2%. Bei 68% dieser Unfälle waren die motorisierten Zweiradfahrenden die erkannten Unfallverursacher. Etwa 39% der Fälle waren Alleinunfälle. Als Hauptunfallursache wurden in den meisten Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit festgestellt. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sowie die Anzahl der verunglückten Zweiradnutzer sind ebenfalls deutlich gestiegen. Die Zahl der Getöteten ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch um eine Person gesunken. Ähnlich wie bei den Radfahrenden ist der Anteil der Unfälle mit Verletzten an diesen Unfällen mit etwa zwei Dritteln verhältnismäßig hoch, da Motorradfahrende wie Radfahrende, abgesehen von gegebenenfalls getragener Schutzbekleidung, kaum über passive Schutzsysteme verfügen.

Polizeipräsident Süs betont abschließend: Die leicht rückläufigen Gesamtzahlen sind sehr erfreulich, dürfen aber nicht zur Entwarnung führen. Junger Fahrer und Senioren bleiben zentrale Risikogruppen. Wir setzen weiterhin stark auf Prävention, Aufklärungskampagnen, Kontrollen und die Zusammenarbeit mit Kommunen, Schulen und Verbänden. Jeder Verkehrstote und jede schwere Verletzung sind eine zu viel.

Die komplette Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Koblenz finden Sie auch auf der Internetseite: https://s.rlp.de

Pressemitteilung Polizeipräsidium Koblenz

Symbolbild. Foto: Brigitte - stock.adobe.com

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