Allgemeine Berichte | 04.05.2026

Rhein in Flammen verlief ruhig und friedlich

Rund 100.000 Menschen feierten am Wochenende bei Rhein in Flammen

Rund 100.000 Menschen feierten am Wochenende bei Rhein in Flammen in Bonn.

Bonn. Bei frühlingshaften Temperaturen feierten rund 100.000 Menschen von Freitag bis Sonntag, 1. bis 3. Mai 2026, bei Rhein in Flammen in Bonn den Start in die Open-Air-Saison. Die 40. Ausgabe der Traditionsveranstaltung markiert zugleich den Abschied aus der Rheinaue und damit das Ende einer Ära: Nach einer kreativen Pause soll Rhein in Flammen ab 2028 mit neuem Veranstaltungskonzept in der Innenstadt stattfinden.

Da für Samstag Gewitter und Windböen angekündigt waren, hatte die Koordinierungsgruppe von Rhein in Flammen die Wettervorhersagen engmaschig beobachtet, um bei Bedarf umgehend Maßnahmen ergreifen zu können. Doch außer ein paar Regentropfen zogen die Gewitter in diesem Jahr vorbei und in Bonn konnte unbeschwert gefeiert werden.

Bereits am Freitag erfreute sich das Fest eines großen Zuspruchs und tausende Menschen fanden bei strahlendem Sonnenschein den Weg in die Bonner Rheinaue. Die erste Drohnenshow des Wochenendes erzählte am Freitagabend von Beethovens Reise durch die Welt. Die Band Völkerball begeisterte zahlreiche Besuchende neben ihrer Musik mit einer beeindruckten Pyro- und Flammenshow. Die Bühne „Frequenz Fabrik“ lockte Fans der elektronischen Musik an und auch die zahlreichen Fahrgeschäfte liefen bereits ohne Pause.

Höhepunkt des Wochenendes war am Samstagabend eine knapp 30-minütige Lichtershow über der Rheinaue. Die Kombination aus innovativer Drohnenshow und Feuerwerk stand ganz im Zeichen von „40 Jahre Rhein in Flammen“. Dabei wurden 40 Jahre Festivalgeschichte synchron zur musikalischen Begleitung emotional in Szene gesetzt und der Himmel über der Rheinaue in eindrucksvolle Licht- und Farbeffekte getaucht. Zahlreiche bewegte Drohnenbilder bezauberten die Zuschauenden. So wurde neben der Bonner Skyline, deutsche Liedgeschichte wie Nenas „99 Luftballons“ in Szene gesetzt.

Die Stadt Bonn und die ausrichtende RiF GmbH hatten dieses Jahr verschiedene Anpassungen beim Feuerwerk vorgenommen, um den Anforderungen an den Natur- und Artenschutz in der Rheinaue gerecht zu werden. So wurde erstmals auf das bodennahe Feuerwerk am Rheinauensee verzichtet, um die Auswirkungen auf den Brutraum der Wasservögel zu mindern. Das bereits in den vergangenen Jahren deutlich verkürzte Höhenfeuerwerk wurde zudem in größerer Entfernung von den sensiblen Bereichen am Auensee gestartet als bislang.

Mit dem Element der Drohnenshow setzten Stadt und Ausrichter zudem auf moderne, umweltverträglichere Inszenierungselemente. Die Drohnenshow am Samstag wurde ausgedehnt und nahm einen noch größeren Anteil der Lichtershow ein. Bereits am Freitagabend gab es zudem eine zusätzliche Drohnenshow bei Rhein in Flammen unter dem Motto „Ludwig reist um die Welt“.

Aus besonderer Perspektive genießen konnten die Lichtershow am Samstag die Passagiere des Schiffskonvois, der sich bestehend aus 13 festlich beleuchteten Schiffen bei Einbruch der Dunkelheit von Mehlem aus in Gang setzte und zum großen Finale auf Höhe der Rheinaue eintraf. Der Schiffskonvoi wurde von insgesamt vier Feuerwerken und zahlreichen Illuminationen entlang des Rheines begleitet. Auch an der Beueler Rheinseite in Oberkassel verfolgten tausende von Menschen das Feuerwerk.

Kathrin Krumbach, Leiterin der Veranstaltungskoordination der Stadt Bonn, sagte in ihrer Bilanz: „Rhein in Flammen 2026 hat einmal mehr gezeigt, was diese Veranstaltung so besonders macht: die einzigartige Verbindung aus spektakulärer Lichtershow, Musik und einem vielfältigen Familienprogramm mit großer Strahlkraft für Bonn und die gesamte Region. Mein Dank gilt den zahlreichen Helferinnen und Helfern sowie dem Engagement der Ausrichter, die vor allem mit der gelungenen Drohnenshow gezeigt haben, wie moderne Inszenierungselemente eine Traditionsveranstaltung wie Rhein in Flammen bereichern können. Zum 40. Geburtstag haben wir bei Rhein in Flammen einen gebührenden Abschied aus der Rheinaue gefeiert. Jetzt blicken wir gespannt auf die Neuausrichtung des Events ab 2028.“

Hochkarätiges Bühnenprogramm an drei Tagen

Bei der kostenlosten Landverstanstaltung in der Rheinaue sorgte an allen drei Tagen ein hochkarätiges Musikprogramm für beste Unterhaltung. Die Hauptbühne Klangwerk stand am Samstag passend zum 40. Geburtstag von Rhein in Flammen ganz im Zeichen der 80er Jahre mit Tribute-Acts zu Stars des Jahrzehnts wie Roxette, Michael Jackson, Elton John und Billy Joel. Als Headliner sorgte die Bonner Brassband Druckluft nach dem Feuerwerk für einen fulminanten Abschluss.

An der Rockschmiede gab es am Freitag und am Samstag wieder gitarrenlastige Musik mit Bands wie Völkerball, Motörblast und dem Just-Floyd-Project. Fans elektronischer Musik kamen an der Frequenzfabrik auf ihre Kosten, wo Acts wie Carpoolboy, Oliver Magenta und Neptunica für Festivalstimmung sorgten.

Beim Familientag am Sonntag brachte der Familienfreizeitpark Plopsa echte Freizeitpark-Atmosphäre an den Rhein mit verschiedenen Mitmachaktionen und Begegnungen mit Lieblingshelden wie der Biene Maja, Heidi und Wickie.

Rund 30 Fahrgeschäfte und Attraktionen, wie zum Beispiel Riesenrad und Octopussy, sowie ein umfangreiches kulinarisches Angebot mit rund 100 Verkaufsbuden und Imbissständen rundeten das Angebot auf dem Veranstaltungsgelände ab.

Ruhige Veranstaltung aus Sicht der Ordnungskräfte

Aus Sicht des Kommunalen Ordnungsdienstes, von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie des beauftragten Sanitätsdienstes verlief Rhein in Flammen ruhig und friedlich.

Am Samstag kontrollierte der Kommunale Ordnungsdienst rund 185 Personen im Rahmen des Jugendschutzes und vernichtete dabei zehn Flaschen Spirituosen sowie drei Packungen Zigaretten. In einem Fall wurde Cannabiskonsum zur Anzeige gebracht. Vier minderjährige Personen wurden an ihre Eltern übergeben. Neun Personen erhielten wegen Wildpinkelns eine Verwarnung beziehungsweise eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. 317 Personen wurden wegen Falschparkens verwarnt; 31 Fahrzeuge wurden abgeschleppt.

Am Freitag gab es 252 Verwarnungen wegen Falschparkens und 34 Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Es wurden zweimal Spirituosen und zweimal Zigaretten sichergestellt, sowie 19 Personen im Hinblick auf den Jugendschutz kontrolliert.

Auch aus Sicht des beauftragten Sanitätsdienstes verlief Rhein in Flammen ruhig. Am Freitag gab es 44 Einsätze – hauptsächlich mussten Besuchende des privat veranstalteten Inseltanzes aufgrund von Alkohol und Sonne versorgt werden. Am Samstag gab es 56 kleinere Einsätze des Sanitätsdienstes. Der Rettungsdienst verzeichnete 26 kleinere Einsätze, größtenteils aufgrund von Alkoholkonsum.

Ein kleinerer Brand an einem Elektroverteilungskasten am Samstagnachmittag konnte durch die anwesende Elektrofachfirma noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden.

Breites ÖPNV-Angebot ermöglicht zügige Abreise nach dem Feuerwerk

Aus Sicht von SWB Bus und Bahn ist das letzte Rhein in Flammen in der Bonner Rheinaue ruhig und ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Alle verfügbaren Busse und Bahnen waren im Einsatz. Wie in den vergangenen Jahren wurde das Angebot deutlich ausgeweitet, sodass zahlreiche Zusatzkurse die Besuchenden auf das Festgelände und auch wieder nach Hause brachten.

Der Platzregen und das leichte Gewitter am Samstagabend hatten laut SWB keine spürbaren Auswirkungen auf den Anreiseverkehr in die Rheinaue. Ab 19:45 Uhr war ein verstärkter Besucherandrang festzustellen, gegen 22:35 Uhr waren die Bahnen zu 90 Prozent ausgelastet. Um 23:38 Uhr begann der Abreiseverkehr aus der Rheinaue und war gegen 1:50 Uhr größtenteils beendet. Die Stimmung war friedlich, so dass das Sicherheits-, Service- und Fahrpersonal der Stadtwerke kaum eingreifen musste.

Die Menschen nutzten Stadt- und Straßenbahnen sowie Busse, um nach Bonn, Bad Godesberg, Ramersdorf, Beuel, Siegburg, Bad Honnef oder Köln zu fahren. Auch die alternativen Mobilitätsangebote wie Clara-Roller, Welo-Leihfahrräder und E-Lastenräder wurden rege nachgefragt.

Rhein in Flammen soll 2028 in der Innenstadt mit neuem Konzept zurückkehren

Im Jahr 2027 legt Rhein in Flammen eine konzeptionelle Pause ein. Aufgrund umwelt- und artenschutzrechtlicher Anforderungen sowie anstehender Sanierungsarbeiten in der Rheinaue wird die Großveranstaltung künftig nicht mehr in der Rheinaue stattfinden. Die Stadt wird die Pause nutzen, um das traditionsreiche Event grundlegend weiterzuentwickeln, ein tragfähiges Rahmenkonzept zu erstellen und die erforderlichen Ausschreibungsprozesse vorzubereiten. Ab 2028 soll Rhein in Flammen als modernes, urbanes Stadtfest künftig in der Bonner Innenstadt und entlang der Rheinpromenade beidseits des Flusses stattfinden.

Weitere Informationen unter www.bonn.de/rhein-in-flammen.

Pressemitteilung Stadt Bonn

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Rund 100.000 Menschen feierten am Wochenende bei Rhein in Flammen in Bonn. Foto: pixabay.com

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