Blaulicht | 21.11.2023, 09:23 Uhr

Die Polizei warnt vor der Masche des „Mitleidsbetrugs“

Schwere Krankheit vorgegaukelt: Betrügerin erbeutet sechsstelligen Bargeldbetrag

Symbolbild  Foto: pixabay.com
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Bonn. Am 10. November gelang Ermittlern des für Betrugsdelikte zuständigen Kriminalkommissariats 24 der Bonner Polizei die Festnahme einer Tatverdächtigen nach einem sogenanntem „Mitleidsbetrug“. Die zunächst unbekannte Täterin hatte zuvor von einem Bonner Geschädigten bei regelmäßigen Geldübergaben einen insgesamt sechsstelligen Bargeldbetrag erlangt.

Sie hatte vorgegeben, schwer erkrankt zu sein und hohe Geldbeträge für wichtige Operationen sowie eine angeblich sanierungsbedürftige Immobilie im Heimatland zu benötigen. Durch weitere Ermittlungen konnten der optisch älter wirkenden 19-jährigen Beschuldigten weitere Betrugsdelikte in Bonn und Siegburg zugeordnet werden. Darüber hinaus gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass ihr bzw. ihrem Umfeld noch weitere, bei der Polizei bislang noch nicht bekannte Taten zuzurechnen sind.

Die Vorgehensweise beim sogenannten Mitleidsbetrug ist immer ähnlich: Herren oder Damen mittleren Alters werden im öffentlichen Raum, zumeist im Bereich der Innenstädte, von jungen Frauen in ein Gespräch verwickelt. Die Täterinnen schildern, dass sie in Deutschland niemanden haben der ihnen hilft und beschreiben ihre angebliche Notlage mit frei erfundenen Szenarien wie zum Beispiel:

- einer bevorstehenden Operation oder einer Therapie zur Bekämpfung einer schweren Krankheit

- der Angst vor Vergewaltigern oder Menschenhändlern einem gefährdeten Asylverfahren

- Krankheiten ihrer Kinder

- einem sanierungsbedürftigen Haus im Heimatland oder dort zu entrichtender Erbschaftssteuer.

Die Täterinnen gehen dabei sehr glaubhaft vor und überzeugen ihre Opfer von ihrer Notlage und davon, keinesfalls mit Dritten darüber sprechen zu dürfen, da ihr Leben bzw. ihre Freiheit in Gefahr seien. Es ist davon auszugehen, dass sowohl die festgenommene Beschuldigte, als auch weitere Täterinnen aus deren Umfeld eine Reihe weiterer Opfer angesprochen und um größere Bargeldbeträge betrogen zu haben.

Die Ermittler des Kriminalkommissariats 24 fragen daher: Wem kommt die beschriebene Vorgehensweise bekannt vor? Wer hat zurückliegend größere Geldbeträge an junge Frauen gezahlt, die vorgegeben haben in einer Notlage zu sein?

Hinweise werden unter der Rufnummer (02 28) 15-0 oder per E-Mail unter KK24.Bonn@polizei.nrw.de entgegengenommen. BA

Symbolbild Foto: pixabay.com

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