Allgemeine Berichte | 07.07.2026

In einer dritten Baustufe muss das Tiefbauamt der Bundesstadt Bonn weitere technische Anlagen für den Betrieb des Straßentunnels Bad Godesberg erneuern

Bad Godesberg: Tunnelmodernisierung startet 2026

Symbolbild

Bad Godesberg. Nachdem die Autobahn GmbH mitgeteilt hatte, dass die Nordbrücke (A565) für mindestens 2,5 Jahre gesperrt bleiben muss, hat das Tiefbauamt eine Verschiebung der Tunnelsanierung geprüft. Die Analyse hat ergeben, dass die Verkehrssicherheit nicht bis zur Inbetriebnahme der neuen Bonner Vorlandbrücke als Teil der Nordbrücke (nach Angabe der Autobahn GmbH ist dies für Ende 2028 vorgesehen) gewährleistet werden kann. Wichtige Bauteile der elektrischen Anlagen sind nicht mehr lieferbar. Ein Ausfall der Technik würde die komplette Schließung des Tunnels bedeuten.

Die Arbeiten starten daher am Samstagabend, 11. Juli 2026, gegen 20 Uhr mit einer Vollsperrung zur Baustelleneinrichtung bis Sonntagvormittag, 12. Juli 2026, und werden anschließend in drei Bauabschnitten bis voraussichtlich Mai 2027 dauern. In dieser Zeit wird es zu Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen, wobei eine eingeschränkte Befahrbarkeit zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist.

„Aufgrund der Nordbrücken-Sperrung haben wir als Stadtverwaltung Verkehrsabläufe optimiert sowie Baustellen geprüft und teilweise verschoben, um zusätzliche Belastungen auf den innerstädtischen Hauptverkehrsachsen zu vermeiden“, erläutert Bonns Oberbürgermeister Guido Déus. „Es gibt aber Maßnahmen, die wir nicht verschieben können. Dazu gehört die Erneuerung der technischen Anlagen im Tunnel Bad Godesberg. Diese Arbeiten, die zusätzliche Belastungen für den Verkehr mit sich bringen werden, sind notwendig, um größere Risiken zu verhindern. Ein Ausfall der Tunnelsysteme – und damit eine komplette Sperrung des Straßentunnels - hätte weitreichendere Folgen“, so Guido Déus.

Im Zuge der etwa elf Monate dauernden Arbeiten werden die Komponenten der Verkehrstechnik, der Videoanlage, der Notrufnischen und die Beleuchtungsanlage ausgetauscht. Ziel der Maßnahmen ist, die bestehende Technik an aktuelle Vorschriften (insbesondere die Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln – RABT) anzupassen sowie veraltete und nicht mehr verfügbare Komponenten zu ersetzen, um einen dauerhaft sicheren und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Folgende Arbeiten werden umgesetzt:

Die Technik im Straßentunnel Bad Godesberg - hier das nördliche Tunnelportal an der Ecke zur Wurzerstraße - muss dringend erneuert werden.

Erneuerung der Verkehrstechnik

Die gesamte Verkehrstechnik wird modernisiert. Dazu gehören die Steuerungssysteme (Rechner, Datenbanken, Bedienstationen), Unterzentralen sowie sämtliche Feldelemente im Tunnel und in den Vorfeldern, wie Wechselverkehrszeichen, Schranken und Detektoren. Die neue Technik wird digital, redundant (ausfallsicher) und in die zentrale Tunnel-Leittechnik integriert, sodass künftig alle Systeme über eine gemeinsame Oberfläche bedient werden können.

Zudem werden die bestehenden Anzeigen durch moderne LED-Technik ergänzt bzw. ersetzt. Dies verbessert die Sichtbarkeit und ermöglicht flexiblere Verkehrslenkung, etwa bei Störungen, Sperrungen oder Stau. Auch die Verkehrserfassung wird erweitert und genauer, wodurch Verkehrszustände besser erkannt und gesteuert werden können.

Modernisierung der Videoüberwachung

Die bisher analoge Videoanlage wird vollständig durch ein digitales System ersetzt. Künftig erfolgt eine lückenlose Überwachung des Tunnels mit moderner Kameratechnik. Neu ist insbesondere der Einsatz automatischer Videoanalyse (Videodetektion), die Gefahren wie Stau, stehende Fahrzeuge, Geisterfahrer*innen, Personen auf der Fahrbahn oder Brände selbstständig erkennt und sofort Alarm auslöst.

Zusätzlich werden Thermografie-Kameras installiert, um Überhitzungen und Brandgefahren frühzeitig zu erkennen. Die Bilddaten werden für einen begrenzten Zeitraum gespeichert, um sie im Ereignisfall auswerten zu können.

Umbau der Notrufanlagen

Die bestehenden Notrufeinrichtungen werden schrittweise auf ein modernes System umgestellt. Im Rahmen dieser Baustufe werden die noch verbleibenden alten Notrufstellen, der Aufzugsnotruf sowie Türsprechanlagen erneuert und in die neue Technik integriert. Damit kann die alte, nicht mehr wartbare Anlage vollständig außer Betrieb genommen werden.

Erneuerung der Beleuchtungsanlage

Die vorhandene Tunnelbeleuchtung mit veralteter Natriumdampf-Technik wird durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt. Neben einer deutlich besseren Steuerbarkeit und Ausleuchtung führt dies zu einer erheblichen Energieeinsparung und geringeren Wartungskosten. Auch die Steuer- und Regeltechnik der Beleuchtung wird erneuert.

Bauablauf und Verkehrsführung

Insgesamt sind 3 Bauabschnitte vorgesehen.

Bauabschnitt 1:

•Sperrung der bergseitigen Tunnelröhre,

•Sperrung der Ein- und Ausfahrt Friesdorf,

•Sperrung der Kurzröhre von der Bonner Straße in Fahrtrichtung B9

•Dauer ca. 4 Monate

Bauabschnitt 2:

•Sperrung der rheinseitigen Tunnelröhre,

•Sperrung der Ein- und Ausfahrt Friesdorf,

•Sperrung der Kurzröhre von der B9 in Fahrtrichtung Bonner Straße

•Dauer ca. 4 Monate

Bauabschnitt 3:

Dieser Bauabschnitt ist unterteilt in die Bauabschnitte 3A und 3B und umfasst die Restarbeiten in den südlichen und nördlichen Tunnel- bzw. Vorfeldbereichen:

•Bauabschnitt 3A im Vorfeld Süd: Sperrung der Ein- und Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf,

•Bauabschnitt 3B: Vollsperrung der Kurzröhre zwischen Bonner Straße und B9/Godesberger Allee,

•Dauer ca. 1 Monat

Verkehrsführung während der Bauarbeiten

In den Bauabschnitten 1 und 2 wird der Verkehr in der jeweils geöffneten Tunnelröhre im Gegenverkehr betrieben. Aufgrund des Gegenverkehrs wird die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert; die stationären Blitzer werden angepasst. Im Bauabschnitt 3 sind beide Tunnelröhren wieder unter Verkehr mit Ausnahme der Ein- und Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf befahrbar.

Der Durchgangsverkehr kann den Tunnel somit weiterhin nutzen. In den Vorfeldern sind hierzu umfangreiche Anpassungen an den vorgelagerten Knotenpunkten erforderlich.

Stadtverwaltung empfiehlt auch Ausweichrouten

Da der Tunnel stark genutzt wird, jeden Tag rollen rund 40.000 Kraftfahrzeuge hindurch, ist nicht damit zu rechnen, dass die gesamten Verkehrsströme mit der einspurigen Verkehrsführung in der eigentlichen Bauzeit aufgefangen werden können. Daher empfiehlt das Tiefbauamt, auch auf die so genannte MUK- Strecke – Mittelstraße, Ubierstraße, Konstantinstraße – oder die bahnparallelen Straßen - Oscar-Romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee, August-Bebel-Allee, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße - auszuweichen.

Dieses Verkehrsführungskonzept hat sich bereits während der zweiten Baustufe 2018 bewährt.

Kosten

Die Stadt Bonn investiert in die Erneuerung der technischen Anlagen rund 8,4 Millionen Euro (brutto). Die Maßnahmen werden vom Land NRW und die Beleuchtungsanlage zusätzlich vom Bund über ein Klimaschutzprogramm gefördert.

Hintergrund

Nachdem in den Jahren 2012 und 2018 in zwei Baustufen bereits zusätzliche Notrufeinrichtungen, eine Fluchtwegbeleuchtung, die aktive Leiteinrichtung und die Lautsprecheranlage im Tunnel ergänzt, sowie außerdem die Lüftung für den Brandfall umgebaut und die Prozessleittechnik erneuert wurden, sind im Rahmen einer dritten Baustufe nun die Ertüchtigung der Verkehrstechnik, der Videoanlage, der Notrufnischen und der Beleuchtung erforderlich.

Erneuerung der Verkehrstechnik

Die gesamte Verkehrstechnik wird modernisiert. Dazu gehören die Steuerungssysteme (Rechner, Datenbanken, Bedienstationen), Unterzentralen sowie sämtliche Feldelemente im Tunnel und in den Vorfeldern, wie Wechselverkehrszeichen, Schranken und Detektoren. Die neue Technik wird digital, redundant (ausfallsicher) und in die zentrale Tunnel-Leittechnik integriert, sodass künftig alle Systeme über eine gemeinsame Oberfläche bedient werden können.

Zudem werden die bestehenden Anzeigen durch moderne LED-Technik ergänzt bzw. ersetzt. Dies verbessert die Sichtbarkeit und ermöglicht flexiblere Verkehrslenkung, etwa bei Störungen, Sperrungen oder Stau. Auch die Verkehrserfassung wird erweitert und genauer, wodurch Verkehrszustände besser erkannt und gesteuert werden können.

Modernisierung der Videoüberwachung

Die bisher analoge Videoanlage wird vollständig durch ein digitales System ersetzt. Künftig erfolgt eine lückenlose Überwachung des Tunnels mit moderner Kameratechnik. Neu ist insbesondere der Einsatz automatischer Videoanalyse (Videodetektion), die Gefahren wie Stau, stehende Fahrzeuge, Geisterfahrer*innen, Personen auf der Fahrbahn oder Brände selbstständig erkennt und sofort Alarm auslöst.

Zusätzlich werden Thermografie-Kameras installiert, um Überhitzungen und Brandgefahren frühzeitig zu erkennen. Die Bilddaten werden für einen begrenzten Zeitraum gespeichert, um sie im Ereignisfall auswerten zu können.

Umbau der Notrufanlagen

Die bestehenden Notrufeinrichtungen werden schrittweise auf ein modernes System umgestellt. Im Rahmen dieser Baustufe werden die noch verbleibenden alten Notrufstellen, der Aufzugsnotruf sowie Türsprechanlagen erneuert und in die neue Technik integriert. Damit kann die alte, nicht mehr wartbare Anlage vollständig außer Betrieb genommen werden.

Erneuerung der Beleuchtungsanlage

Die vorhandene Tunnelbeleuchtung mit veralteter Natriumdampf-Technik wird durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt. Neben einer deutlich besseren Steuerbarkeit und Ausleuchtung führt dies zu einer erheblichen Energieeinsparung und geringeren Wartungskosten. Auch die Steuer- und Regeltechnik der Beleuchtung wird erneuert.

Bauablauf und Verkehrsführung

Insgesamt sind 3 Bauabschnitte vorgesehen.

Bauabschnitt 1:

•Sperrung der bergseitigen Tunnelröhre,

•Sperrung der Ein- und Ausfahrt Friesdorf,

•Sperrung der Kurzröhre von der Bonner Straße in Fahrtrichtung B9

•Dauer ca. 4 Monate

Bauabschnitt 2:

•Sperrung der rheinseitigen Tunnelröhre,

•Sperrung der Ein- und Ausfahrt Friesdorf,

•Sperrung der Kurzröhre von der B9 in Fahrtrichtung Bonner Straße

•Dauer ca. 4 Monate

Bauabschnitt 3:

Dieser Bauabschnitt ist unterteilt in die Bauabschnitte 3A und 3B und umfasst die Restarbeiten in den südlichen und nördlichen Tunnel- bzw. Vorfeldbereichen:

•Bauabschnitt 3A im Vorfeld Süd: Sperrung der Ein- und Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf,

•Bauabschnitt 3B: Vollsperrung der Kurzröhre zwischen Bonner Straße und B9/Godesberger Allee,

•Dauer ca. 1 Monat

Verkehrsführung während der Bauarbeiten

In den Bauabschnitten 1 und 2 wird der Verkehr in der jeweils geöffneten Tunnelröhre im Gegenverkehr betrieben. Aufgrund des Gegenverkehrs wird die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert; die stationären Blitzer werden angepasst. Im Bauabschnitt 3 sind beide Tunnelröhren wieder unter Verkehr mit Ausnahme der Ein- und Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf befahrbar.

Der Durchgangsverkehr kann den Tunnel somit weiterhin nutzen. In den Vorfeldern sind hierzu umfangreiche Anpassungen an den vorgelagerten Knotenpunkten erforderlich.

Stadtverwaltung empfiehlt auch Ausweichrouten

Da der Tunnel stark genutzt wird, jeden Tag rollen rund 40.000 Kraftfahrzeuge hindurch, ist nicht damit zu rechnen, dass die gesamten Verkehrsströme mit der einspurigen Verkehrsführung in der eigentlichen Bauzeit aufgefangen werden können. Daher empfiehlt das Tiefbauamt, auch auf die so genannte MUK- Strecke – Mittelstraße, Ubierstraße, Konstantinstraße – oder die bahnparallelen Straßen - Oscar-Romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee, August-Bebel-Allee, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße - auszuweichen.

Dieses Verkehrsführungskonzept hat sich bereits während der zweiten Baustufe 2018 bewährt.

Kosten

Die Stadt Bonn investiert in die Erneuerung der technischen Anlagen rund 8,4 Millionen Euro (brutto). Die Maßnahmen werden vom Land NRW und die Beleuchtungsanlage zusätzlich vom Bund über ein Klimaschutzprogramm gefördert.

Hintergrund

Nachdem in den Jahren 2012 und 2018 in zwei Baustufen bereits zusätzliche Notrufeinrichtungen, eine Fluchtwegbeleuchtung, die aktive Leiteinrichtung und die Lautsprecheranlage im Tunnel ergänzt, sowie außerdem die Lüftung für den Brandfall umgebaut und die Prozessleittechnik erneuert wurden, sind im Rahmen einer dritten Baustufe nun die Ertüchtigung der Verkehrstechnik, der Videoanlage, der Notrufnischen und der Beleuchtung erforderlich.

Symbolbild Foto: Jan Eric Gottweiss - stock.adobe.com

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