Waldbewirtschaftung im Klimawandel
Waldbesitzende erhalten finanzielle Unterstützung
Koblenz. Die Zuwendung „Klimaangepasstes Waldmanagement“, ein Projekt des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, unterstützt private und kommunale Waldbesitzende. Voraussetzung dafür ist eine auch auf die Klimawandelfolgen ausgerichtete, nachhaltige Waldbewirtschaftung.
„Viele der von uns betreuten waldbesitzenden Gemeinden haben einen Antrag auf die Zuwendung „Klimaangepasstes Waldmanagement“ des für den Wald zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums gestellt und in der Zwischenzeit bewilligt bekommen“, freut sich Sebastian Schmitz, der Leiter des Forstamtes Koblenz. „Den Wald auf die Klimawandelfolgen vorzubereiten ist nicht nur eine personelle Herausforderung. Auch finanziell sind die Auswirkungen des Klimawandels für Waldbesitzende groß. Da ist diese Zuwendung eine echte, finanzielle, Entlastung für Waldbesitzende. Und da im Kreis Mayen-Koblenz der Wald größtenteils in kommunalem Besitz liegt, profitieren vor allem unsere Gemeinden von dieser finanziellen Entlastung.“ Die finanzielle Unterstützung ist gestaffelt und richtet sich nach der Betriebsgröße. So können beispielsweise Betriebe bis zu einer Größe von 500 ha für die nächsten 10 Jahre jährlich 100 Euro pro ha erhalten.
Maßnahmen im Wald brauchen Zeit bis sie Wirkungen zeigen. Daher ist das Programm langfristig auf 20 Jahre ausgelegt. Es müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden, damit die Zuwendung Jahr für Jahr ausgezahlt wird. Diese Kriterien sind teilweise sehr komplex und werden regelmäßig durch externe Auditoren im Rahmen der FSC- oder PEFC-Zertifizierung überprüft.
Zu den Kriterien zählen unter anderem die Verjüngung des Vorbestandes durch Pflanzung oder Naturverjüngung. Die Naturverjüngung, also die natürliche Ansamung der vorhandenen Bäume, soll dabei Vorrang haben. Bei Pflanzungen sind die Baumartenempfehlungen von Rheinland-Pfalz einzuhalten. Diese legen den Fokus auf trocken- und hitzetolerantere Baumarten.
Ziel dieser Maßnahmen ist der Erhalt oder die Erweiterung der klimaresilienten, standortheimischen Baumartenvielfalt.
Genauso wichtig sind Maßnahmen des Naturschutzes. So sollen etwa Habitatbäume gekennzeichnet und erhalten werden. Dabei handelt es sich um Bäume, die bereits einen Lebensraum für schützenswerte Tiere darstellen oder sich zu solchen entwickeln sollen. Auch soll sich der Wald auf 5 Prozent der Waldfläche natürlich entwickeln dürfen.
Der Erhalt der Biodiversität im Wald gehört zu den Zielen mit höchster Priorität. Nur durch eine möglichst große Artenvielfalt kann gewährleistet werden, dass sich der Wald als Ökosystem aus sich selbst heraus auf den vom Menschen verursachten Klimawandel einstellen kann. Wir Förster leisten quasi lediglich Hilfe zur Selbsthilfe.
Pressemitteilung des Forstamt Koblenz
