Brustzentrum des Marienhaus-Klinikums Neuwied/Bad Neuenahr
250 Teilnehmer bei der Tagung
Veranstalter fanden gute Balance zwischen Fachvorträgen und Hinweisen
Neuwied. Bereits zum elften Mal veranstaltete das Brustzentrum des Marienhaus-Klinikums Neuwied/Bad Neuenahr seine Tagung zur Brustkrebserkrankung. Rund 250 Teilnehmer folgten der Einladung ins Foyer des Marienhaus- Klinikums St. Elisabeth in Neuwied. Die über Jahre hohe Teilnehmerzahl ist aber kaum verwunderlich - kennt doch fast jeder eine Frau im näheren oder weiteren Bekanntenkreis, die die Diagnose Brustkrebs erhalten hat. Wieder war es den Veranstaltern gelungen, eine gute Balance zwischen medizinischen Fachvorträgen sowie ganz praktischen und hilfreichen Hinweisen für betroffene Frauen herzustellen.
So nahm an der Podiumsdiskussion Julia Siekmann aus Hamburg teil, die vielen Brustkrebspatientinnen bekannt ist. Während einer Brustkrebserkrankung entwickelte sie - zunächst für den Eigengebrauch - die so genannten Echthaarbänder. Diese kamen bei Freunden, Ärzten und anderen Patientinnen so gut an, dass Julia Siekmann diese mittlerweile vertreibt und damit das Leben vieler Patientinnen angenehmer macht.
Während der Podiumsdiskussion wurde vor allem die Frage nach der positiven Krankheitsbewältigung vor, während und nach der Chemotherapie und Bestrahlung diskutiert. Alle Teilnehmer der Diskussion betonten die Möglichkeit, durch die Krankheit - nach dem ersten Schock und der Verzweiflung - bei guter Unterstützung neue Kraftfelder freizusetzen. So werden im hiesigen Brustzentrum die Patientinnen sowohl von Ärzten, Fachpflegekräften, Psycho-Onkologen als auch Seelsorgern betreut, und das teilweise über Jahre. Der gut versorgten Patientin kann es gelingen, die Erkrankung als Möglichkeit zu betrachten, innezuhalten, sich bewusst zu hinterfragen und den Lebensweg an dem momentanen Wendepunkt neu zu justieren.
Neben den Informationen zur Lebensführung und Krankheitsbewältigung wurden bei der Tagung aber auch wieder die neuesten medizinischen Erkenntnisse aufgezeigt. So wurden die Verfahren der Mammographie und Kernspintomographie von Dr. Edgar Frank, Radiologisches Institut Neuwied, gegenübergestellt und deren jeweilige Vorteile in der Diagnostik veranschaulicht.
Zudem wurden die aktuellen internationalen Erkenntnisse und deren Relevanz in der Diagnostik und Therapie vorgestellt. Prof. Dr. Volker Möbus von den Städtischen Kliniken Frankfurt-Höchst gab den Anwesenden dazu einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse des weltweit größten Brustkrebskongresses, der kürzlich in San Antonio, Texas, stattfand. Neben vielen anderen Aspekten wies er auf die unterschiedlichen vorgeschlagenen Behandlungsansätze vor und nach der Menopause hin.
Dr. Iris Schmidt-Forgber, Praxis für Strahlentherapie Neuwied, berichtete unter anderem, dass Mamakarzinomzellen anders reagieren als sonstige Tumorzellen und daher auch anders bestrahlt werden müssen. Dr. Peter Ehscheid, Neuwied, griff die Frage nach dem Risiko der Osteoporose für die behandelte Frau auf und veranschaulichte Wege für die Patientin, das Risiko durch Ernährung oder Sport selbst zu minimieren.
Zu Gast bei der elften Tagung des Brustzentrums Neuwied/Bad Neuenahr: Dr. Josef Spanier, Marienhaus Klinikum Maria Hilf Bad Neuenahr, Dr. Iris Schmidt-Forgber, Praxis für Strahlentherapie Neuwied, Prof. Dr. Volker Möbus, Klinikum Frankfurt-Höchst, Sophie Charlotte Fürstin zu Wied, Prof. Dr. Richard Berger, Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied, Dr. Edgar Frank, Radiologisches Institut Neuwied,Dr.Peter Ehscheid, Onkologe Neuwied, sowie Dr. Günter Merscshbächer, Geschäftsführer der Marienhaus KlinikenGmbH.Foto: privat
