Termine | 08.10.2026, 12:08 Uhr

(Un)sichtbare Familien

Ausstellung zu (Un)sichtbaren Familien und frühkindlichem Verlust in Neuwied 2026

Die Ausstellung „(Un)sichtbare Familien“ erzählt die Geschichten von über 20 Familien, zu denen Kinder gehören, die während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt gestorben sind.
38

Neuwied. Es ist eine der selbstverständlichsten Fragen überhaupt. Sie entsteht beim Kennenlernen, im Wartezimmer, im Sportstudio, auf dem Spielplatz oder im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen. Meist ist sie Ausdruck von Interesse. Meist wird sie beiläufig gestellt. Und doch gibt es Familien, für die diese Frage alles andere als einfach ist.

Die Ausstellung „(Un)sichtbare Familien“ erzählt die Geschichten von über 20 Familien, die diese Situation kennen. Zu ihrer Familie gehören Kinder, die während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt gestorben sind. Kinder, die geliebt wurden und werden, erwartet wurden und bis heute einen Platz in ihrer Familie haben – auch wenn sie von außen nicht gesehen werden können.

Mit jeder Antwort auf die Frage nach der Anzahl ihrer Kinder treffen betroffene Eltern eine Entscheidung: Erzählen sie ihre ganze Geschichte? Erklären sie sich? Öffnen sie sich für Nachfragen? Oder verschweigen sie einen Teil ihrer Elternschaft, um sich selbst zu schützen und eine alltägliche Begegnung nicht zu einem Gespräch über Verlust werden zu lassen?

Über Schwangerschafts- und frühen Kindsverlust wird in der Gesellschaft noch immer wenig gesprochen. Nicht, weil es selten vorkommt. Sondern weil viele Menschen nicht wissen, wie sie darüber sprechen sollen. Die Erfahrungen betroffener Eltern bleiben somit häufig im privaten Raum. Aus Unsicherheit schweigt das Umfeld, Worte fehlen oder das Erlebte wird ungewollt banalisiert. So entsteht ein gesellschaftliches Tabu, das dazu beiträgt, dass Familien sich mit ihrer Erfahrung allein fühlen.

Die Ausstellung richtet ihren Blick nicht auf medizinische Diagnosen oder die Umstände des Verlustes. Sie erzählt von Familien. Von Elternschaft. Von Geschwistern. Von Liebe und Verbundenheit. Von Menschen, die ihren Alltag gestalten, arbeiten, lachen, feiern und gleichzeitig Kinder vermissen, die Teil ihrer Geschichte sind.

Die über 20 porträtierten Familien haben sich entschieden, ihre Geschichten zu teilen. Sie geben einer Erfahrung ein Gesicht, die viele Menschen betrifft und dennoch häufig im Verborgenen bleibt. Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die eigene Vorstellung von Familie zu hinterfragen. Sie fordert nicht auf, immer die richtigen Worte zu finden. Aber sie ermutigt dazu, hinzusehen, zuzuhören und die Wirklichkeit anderer Menschen anzuerkennen.

Der Neuwieder Hospizverein und das Marienhausklinikum St. Elisabeth Neuwied laden gemeinsam zu dieser Ausstellung und dem begleitenden Vortrag ein. Die Ausstellung „(Un)sichtbare Familien“ ist am 14. und 15. November 2026 im Marienhausklinikum St. Elisabeth Neuwied zu sehen.

Am 14. November 2026 um 14 Uhr findet zudem der Vortrag „Begleitung auf einem besonderen Weg – aber wie?“ mit Birgit Rutz statt. Dabei gibt es die Möglichkeit, Antworten auf Fragen zu finden, die sich beim Betrachten der Ausstellung stellen können, und die eigene Vorstellung davon weiterzuentwickeln, was Familien nach einem Schwangerschafts- oder frühen Kindsverlust benötigen.

In dem interaktiven Vortrag geht es darum, gemeinsam unterschiedliche Positionen zu beleuchten, Erfahrungen sichtbar zu machen und Ideen für eine unterstützende Begleitung zu entwickeln.

Beate Christ

Die Ausstellung „(Un)sichtbare Familien“ erzählt die Geschichten von über 20 Familien, zu denen Kinder gehören, die während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt gestorben sind. Foto: Birgit Rutz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Hausmeister, bis auf Widerruf
Sonderseiten Wohnträume Kombi  WT Kreis AW
Kirmes in Ringen, 10. – 12.10.26
Kirmes Miesenheim
VK Sonntag 11.10.26
Stellenanzeige Reinigungskraft
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
5750

Astrologische Vorschau für die KW 42: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 12. bis 18. Oktober 2026

Die Woche vom 12. bis 18. Oktober bringt Bewegung in viele Lebensbereiche. Zwischen neuen Chancen und kleinen Stolpersteinen zeigt sich, wo Veränderungen längst überfällig sind und wo Geduld die bessere Strategie wäre. In der Liebe können unausgesprochene Erwartungen für Spannungen sorgen, während ehrliche Gespräche neue Nähe schaffen. Beruflich und finanziell lohnt es sich, nicht jede Gelegenheit...

Weiterlesen