Allgemeine Berichte | 27.04.2026

Bereits vor 50 Jahren wurde für Heimbach-Weis eine südliche Entlastungsstraße geplant

Die unglaubliche Geschichte von der Entlastungsstraße in Heimbach-Weis

Der Plan mit der nördlichen und südlichen Entlastungsstraße

Heimbach-Weis. Bereits vor 50 Jahren wurde für Heimbach-Weis eine südliche Entlastungsstraße geplant, um das erhebliche Verkehrsaufkommen in der Hauptstraße und Sayner Straße zu reduzieren. Leider wurde die Realisierung dieser Straße im Stadtrat Neuwied abgelehnt. Daraufhin plante man eine nördliche Entlastungsstraße. Diese wurde aber nach jahrelangem Streit im Stadtrat ebenfalls zunächst abgelehnt, obwohl Gutachter und Fachleute den Bau dieser Straße dringend empfahlen.

Gestritten wurde hauptsächlich über den Verlauf der nördlichen Entlastungsstraße (auch mit Personen, welche die örtlichen Verhältnisse überhaupt nicht kannten). Es wurden mehrere Varianten vorgeschlagen. Letztendlich entschied man sich für den Verlauf von der Waldstraße über ein Stück des Ackersweges und den Schauerweg bis zum Lidl-Markt in der Sayner Straße. Dort sollte ein Kreisel (Kreisverkehr) errichtet werden. Nach einer Bürgerversammlung wurde mit dem Bau der nördlichen Entlastungsstraße endlich begonnen. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützte den Bau mit einem Millionenbetrag.

Nachdem die Straße aber schon zu etwa 70 % von der Hauptstraße bis zur Waldstraße fertiggestellt war, gab es erheblichen Widerstand von Anwohnern aus dem Ackersweg und aus dem Schauerweg. Sie klagten gegen den Weiterbau der Straße und etwa 50 Anwohner sind bis heute nicht bereit, ihre Grundstücke oder Teile davon für die Fertigstellung der Straße abzugeben. Deshalb fehlt bis heute das letzte Teilstück der Entlastungsstraße bis zum Lidl-Markt (siehe beiliegenden Plan).

Im Jahre 2020 teilte der Herr Oberbürgermeister nach einer Anfrage Folgendes mit:

1. Wann mit der Fertigstellung der seit Jahrzehnten geplanten Straße zu rechnen ist, kann derzeit nicht abgeschätzt werden.

2. Die Stadt Neuwied befindet sich immer noch in der Grunderwerbsphase für den Ackersweg und den Schauerweg.

3. Bisher wurden Flächen aus 95 Grundstücken mit einer Gesamtfläche von ca. 23.000 qm erworben.

4. Für den weiteren Verlauf der Straße bis zur Sayner Straße müssen noch private Flächen von etwa 50 Eigentümern erworben werden.

5. Um den notwendigen Grunderwerb abschließen zu können, ist das Enteignungsverfahren geprüft worden. Von der Einleitung der Enteignungsverfahren wurde bisher Abstand genommen, weil die Voraussetzungen dafür aktuell nicht vorliegen.

6. Es ist abzusehen, dass in Teilbereichen Enteignungsverfahren durchgeführt werden müssen.

7. Eine gesicherte Finanzierung für das restliche Teilstück ist bisher nicht vorhanden.

8. Mehrere Anlieger haben im Jahre 2005 eine Normenkontrollklage angestrengt, die teilweise Erfolg hatte.

9. Die Trasse wird abschnittsweise über den Schauerweg geführt bzw. sie tangiert diesen.

10. Die dem letzten Teilstück zugrunde liegenden Bebauungspläne sind rechtskräftig.

11. Es erfolgt keine Varianten- oder Alternativprüfung mehr für eine andere Trassenführung.

12. Eine Aufstellung der bisherigen Gesamtkosten für die Entlastungsstraße liegt nicht vor. Sie müsste aufwändig ermittelt werden. Für eine solche umfangreiche Recherche stehen derzeit keine freien personellen Kapazitäten zur Verfügung.

13. Zunächst werden wir versuchen, die nördliche Entlastungsstraße zu realisieren. Sofern dies nicht möglich ist, müsste ein Planverfahren für die südliche Umgehungsstraße eingeleitet werden. Die Zuständigkeit hierfür liegt beim Land.

Man könnte also auch sagen, dass es sich beim Verlauf der nördlichen Entlastungsstraße um einen „Planungsfehler“ handelt. Hätte man die Straße etwas weiter nördlich (Richtung Zoo) über Felder und Wiesen verlaufen lassen (abseits von Ackersweg und Schauerweg), dann wäre sie heute schon lange vollständig vorhanden.

Die Bürgergemeinschaft „Pro Heimbach-Weis“ hat zu dieser Angelegenheit ein umfangreiches Archiv. Ihr ehemaliger Vorsitzender, Herr Adolf Zils, kämpfte jahrzehntelang intensiv für den Bau der nördlichen Entlastungsstraße.

Peter Schmalenbach, Neuwied

Der Plan mit der nördlichen und südlichen Entlastungsstraße Foto: Peter Schmalenbach

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