Allgemeine Berichte | 06.02.2015

Prinzenwiegen bei den SWN: Tollitäten aller Stadtteile gaben sich ein Stelldichein

Drei Tonnen Wurfmaterial für die Narren

Drei Tonnen Wurfmaterial für die Narren

Neuwied. Wer ist das Schwergewicht unter den Neuwieder Prinzen? Und wer bei den Möhnen? Unter normalen Umständen wäre diese Frage, zumindest im Fall der Möhnen, äußert unhöflich. Vergangenen Mittwochabend war sie dennoch gestattet. Zum fünften Mal hatten die Stadtwerke Neuwied die Narren zum „Prinzenwiegen“ eingeladen. Und dabei ging es auch nicht wirklich um Kilos, sondern vielmehr um Kartons. Das Gewicht der Tollitäten wurde in Wurfmaterial aufgewogen. Bei den verschiedenen Umzügen von Karnevalssamstag bis Veilchendienstag wird es unter das Volk gebracht. Die Karnevalisten aus dem Versorgungsgebiet der SWN hatten sich den Termin fest im Terminkalender vermerkt. Schließlich schlagen die Kosten für das Wurfmaterial stark zu Buche. Die SWN spendieren in dieser Session 3 Tonnen Kamelle unterschiedlicher Sorten, 150 Sack Popcorn á 100 Beutel, 30 Kartons Chips á 50 Beutel und witzige Plüschtierchen für die Kinder. „Als kommunaler Versorger fühlen wir uns dem Gemeinwohl, und damit auch dem heimischen Brauchtum verpflichtet“, erklärt Geschäftsfeldleiterin Andrea Haupt den Hintergrund der Aktion. Ganz nebenbei hat das Prinzenwiegen eine positive Begleiterscheinung. Es ist die so ziemlich einzige Veranstaltung, bei der die Korporationen aus allen Stadtteilen zusammenkommen. Auch jene, denen man nachsagt, gerne unter sich zu bleiben. „Wir haben extra einen Termin unter der Woche gewählt, um mit keiner Veranstaltung zu kollidieren“, so Andrea Haupt. Äußerst zufrieden waren sie, SWN Geschäftsführer Stefan Herschbach und Vereinskontakter Michael Bleidt, mit der Resonanz. Offensichtlich genossen die Karnevalisten die stadtteilübergreifende Veranstaltung. Rege wurde die Gelegenheit zum Austausch untereinander genutzt. Prinz Wolfgang I. (Geil) aus Engers brachte es auf den Punkt. „Wir wollen heute alle gemeinsam feiern“. In der SWN Fahrzeughalle, da wo es sonst trist und grau ist, dominierten zum Prinzenwiegen Luftschlangen, bunte Ballons und Kostüme. Als Erstes waren die Kinder dran. Drei Kinderprinzenpaare sind es in dieser Session. Seit über vierzig Jahren gibt es Regenten in Feldkirchen und Oberbieber. Weil Prinz und Prinzessin wenig auf die Waage bringen, wurde kurzerhand noch der Hofnarr mitgewogen. Moderator Michael Bleidt wünschte Prinz Marlon I. von Theater und Kraul mit Prinzessin Louisa I. vom Pegelturm (Feldkirchen) sowie Prinz Jona I. von der goldenen Ähre mit Prinzessin Marie-Luise I. von der bunten Narrenschar (Oberbieber) ein gutes Händchen beim Regieren. Das Heimbach-Weiser Kinderprinzenpaar Ansgar I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Leonie räumten auch mächtig Kamelle ab. Sie sind gleich bei zwei Umzügen, dem Kinderzug am Karnevalssonntag und dem Veilchendienstag-Umzug, unterwegs. Ebenfalls jeweils zwei Einsätze haben die Obermöhnen aus Engers und Heimbach-Weis. Entsprechend dankbar zeigten sich Obermöhn Susanne I. (Neckenig) und Obermöhn Anke (Dierdorf) über das Wurfmaterial. Das Vorstellen und Wiegen der Tollitäten wechselte sich mit aufregenden Tanzdarbietungen ab. Hier setzten die SWN auf einheimische Akteure wie die Flotten Feger vom Möhnenverein Weis und auswärtige Gäste. „Wir möchten den Fastnachtsgecken beim Prinzenwiegen auch ganz neue Akteure vorstellen“, berichtet Andrea Haupt. Dazu zählten die Trööteköpp aus Vallendar, die Ratsherren aus Unkel und der Gülser Möhnenverein. Deren „Seemöwen“ enterten die Narhalla als Piratenbräute. Für eine Wahnsinnsvorstellung wurden sie von den Neuwiedern gefeiert. Höhepunkt der Veranstaltung waren natürlich die Prinzen. In dieser Session gibt es nur zwei in Neuwied. Die Heimbach-Weiser sind seit Jahrzehnten eine Macht. Ähnlich die Engerser, die allerdings immer mal wieder ein paar Jahre „ohne“ auskommen müssen. Die Karnevalshochburg wird in diesem Jahr von Stefan II. und Ihrer Lieblichkeit Simone (Stock) regiert. Für Engers kündigte Michael Bleidt so etwas wie „Pioniere“ an. Prinz Wolfgang I. (Geil), Bauer Christoph I. (Seeberg) und Jungfrau Karlfrieda I. (Nilges) sind das erste Dreigestirn im Flecken. Prinz Wolfgang I. verriet knapp zwei Wochen vor Rosenmontag, Probleme mit dem Prunkwagen zu haben. Obwohl er selbst Architekt und die beiden anderen der „Spaß hoch Drei Fraktion“ Ingenieure und Landvermesser von Beruf sind, sei das Narrenschiff für Engers zu groß geraten. Nun werde nachgebessert. „Auf jeden Fall jedoch wird es spannend werden“, kündigte Prinz Wolfgang I. an. Besonders für SWN Direktor Stefan Herschbach. Er sitzt nämlich am Steuer der Zugmaschine. Dem heimischen Gemeinwohl und Brauchtum verpflichtet, das ist bei der SWN kein Werbetext - das ist gelebte Unternehmensphilosophie.

SWN Direktor Stefan Herschbach mit dem Engerser Dreigestirn.

Offensichtlich zufrieden ist Prinz Wolfgang I. (Geil) mit der Ausbeute an Wurfmaterial. Fotos: FF

Drei Tonnen Wurfmaterial für die Narren

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Stellenanzeige Landschaftsgärtner und Hausmeister, 1.Anzeige "2+1 Aktion"
Sommerbunt Bad Neuenahr-Ahrweiler
pädagogische Fachkraft
10 Jahre HSH Heizung Sanitär Herschbach in Bad Neuenahr-Ahrweiler
150 Jahre Krupp Verlag
150 Jahre Zeitungstradition
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 14
54

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

12

Kreis Neuwied. Glas gehört zu den wiederverwertbaren Abfällen – vorausgesetzt, es wird korrekt getrennt. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied gibt nützliche Hinweise, wie Sie Glasabfälle nach Art sortiert umweltgerecht entsorgen.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
43

Neuwied. Am 09.07.2026 gegen 14:35 Uhr befuhr ein 88-jähriger Pkw-Fahrer die Straße „Auf dem Ebenfeld“. An der Einmündung „Auf dem Ebenfeld“/“Büng“ missachtete er nach derzeitigem Ermittlungsstand die Vorfahrt eines 19-jährigen Motorradfahrers.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung.
5078

Andernach. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Donnerstag, den 09.07.2026, gegen 10:50 Uhr in der Innenstadt von Andernach. Ein Fahrzeug fuhr aus bislang ungeklärter Ursache von der Bismarckstraße kommend über die Breitestraße/Beckstraße in die gegenüberliegende Fußgängerunterführung. Bei dem Unfall wurden mindestens zwei Personen verletzt.BA

Weiterlesen

Symbolbild.
1393

Bonn/Bornheim. Am späten Donnerstagabend, dem 9. Juli 2026, ereignete sich auf der Bundesautobahn 555 in Fahrtrichtung Köln ein schwerer Verkehrsunfall zwischen den Anschlussstellen Bornheim und Wesseling. Ein Pkw kam aus bislang ungeklärten Gründen von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und prallte gegen mindestens einen Baum. Der Aufprall war so heftig, dass das Fahrzeug in mehrere Teile zerrissen wurde, die anschließend in Flammen aufgingen.

Weiterlesen