Lokalsport | 22.09.2013

DTM Pilot Mike Rockenfeller fuhr in Oschersleben auf Platz zwei

Eine Hand am Pott

Der Audi des Piloten aus Niederbieber. DEB

Oschersleben. Der achte Lauf zur Deutschen Tourenwagen Masters läutete die heiße Phase in der Saison 2013 ein. Der 3,696 km lange Kurs, ca. 35 km von Magdeburg in Sachsen Anhalt gelegen, bietet eine Mischung aus langsamen Kurven und flüssigen Streckenabschnitten, in denen vor allem die Traktion von Bedeutung ist. Besonders am Start müssen die Piloten voll konzentriert sein, denn in der ersten 90 Grad Linkskurve geht es traditionell eng zu. Eine weitere Schlüsselstelle ist die Schikane vor der Gegengeraden. Insbesondere dort müssen die DTM Boliden aggressiv über die Randsteine fahren, ohne Zeit zu verlieren. Die Zuschauerbereiche bieten einen perfekten Überblick, um das Geschehen aus nächster Nähe zu verfolgen.

„Oschersleben ist fahrerisch sehr anspruchsvoll und auch für das Auto sehr hart. Ich habe die Strecke schon immer gemocht. Wir arbeiten daran, ,wieder topaussortiert und mit einer guten Basisabstimmung ins Wochenende zu gehen. Ich freue mich auf Oschersleben und bin schon gespannt, wie die Kräfteverhältnisse aussehen“, so der Führende der DTM 2013, Audipilot Mike Rockenfeller.

Im Freien Training zeigte der Neuwieder mit den schnellsten Zeiten, dass er hier einen weiteren Grundstein zum DTM-Titelgewinn 2013 legen wollte. Mit Rang vier im abschließenden Qualifying war der Neuwieder dann auch ganz happy. Der schnellste des Abschlusstrainings, der Canadier Bruno Spengler auf BMW M3 und Rockenfellers ärkster Konkurrent im Kampf um die DTM-Meisterschaft, wurde aufgrund von Nichteinhaltung der Regularien um fünf Ränge nach hinten versetzt. Dadurch startete der 29-jährige KFZ-Mechaniker aus Neuwied von Startplatz drei.

„Dass ich jetzt vom dritten Starplatz ins Rennen gehe, ist natürlich super. Für Bruno Spengler tut’s mir leid, doch die Regularien müssen von jedem eingehalten werden. Ich werde wie immer mein Bestes geben und will das Rennen in Oschersleben gewinnen.“

Sehr guter Start

Das Rennen über die Distanz von 51 Runden sah einen sehr guten Start von Rockenfeller auf seinem Audi A5 DTM, doch in der ersten Kurve ging Spengler auf seinem BMW innen an dem Neuwieder vorbei. In Runde drei kam die Teamdurchsage, dass Rockenfeller an die Box kommen soll, um auf weiche Pneus zu wechseln. Dadurch nahm er das Rennen, auf Rang 15 geführt, wieder auf. Der Rückstand auf den führenden Brasilianer Augusto Farfus auf BMW M3 betrug knapp 37 Sekunden in der elften von noch 40 zu fahrenden Runden.

Mike Rockenfeller, der bisher als einziger DTM-Fahrer in allen bisherigen Rennen in der Saison 2013 punkten konnte, profitierte jetzt von seinen weichen Reifen und er machte Boden auf die Spitze gut mit schnellen Rundenzeiten. Nach ca. zehn Umläufen bauen die weichen Pneus ab und die Zeiten auf der sehr anspruchsvollen Rennstrecke im Motopark Oschersleben gehen wieder in den „Keller“.

In Runde 20 hat sich „Rocky“ schon bis auf Position fünf vorgekämpft und den Vorsprung auf den jetzt führenden Engländer Jamie Green, ebenfalls auf Audi A5 DTM unterwegs, deutlich verkürzt. Zweiter ist nach der Hälfte des Rennens Miquel Molina auf Audi A5 und dahinter Adrian Tombay, ebenfalls Audipilot. In der 27. Runde kommt der Neuwieder zum zweiten Mal an die Box und geht danach auf Rang elf liegend wieder ins Rennen, das zu dem Zeitpunkt für die 70000 DTM-Fans allerbesten Motorsport bietet. Mit einem Abstand von 27,7 Sekunden auf den Führenden Jamie Green liegt der Audi Pilot aus Neuwied auf dem achten Gesamtrang. Für einige Fahrer standen aber noch die zweiten Stopps an und somit rückte der Meisterschaftsführende immer weiter nach vorne bis zum dritten Platz nach über 30 gefahrenen Rennrunden auf der knapp sechs Kilometer langen Piste.

Das Aus für den Widersacher

Dann kam das Aus für Rockenfellers Widersacher um die DTM-Krone, den Canadier Spengler, der mit seinem BMW M3 DTM ausschied. Während die Gegner zu viele Fehler beim achten Lauf machten, fuhr „Rocky“ ganz cool sein Rennen und belegte am Ende einen fantastischen zweiten Podestplatz, denn zehn Runden vor Schluss musste Eduardo Mortara zum zweiten Boxenstopp und so rückte der Neuwieder einen Rang nach vorne. Es siegte der Brasilianer Augusto „Gustl“ Farfus auf BMW M3, der jetzt in den verbleibenden zwei Läufen in Zandvoort und Hockenheim der ärgste Konkurrent von Rockenfeller ist. Dritter wurde der Engländer Jamie Green auf Audi A5.

„Der Start war sehr gut. Augusto war heute einen Tick schneller als ich. Mit dem zweiten Platz bin ich sehr zufrieden, denn der bedeutet 20 weitere Punkte für die Meisterschaft. Natürlich wollen mein Team Phoenix und ich den DTM Pokal gewinnen, am liebsten schon beim nächsten Rennen in Zandvoort. Einen kurzen Moment habe ich während des Rennens gedacht, dass ich hier in Oschersleben gewinnen kann, doch es hat sich schnell gezeigt, dass Augusto etwas stärker war als wir. Deshalb habe ich auch das Auto ein bisschen geschont und Rang zwei heimgefahren. Ein Podiumsplatz in der DTM ist nicht selbstverständlich, deshalb genieße ich es, einen Pokal bekommen zu haben“, so der sympatische Audi Pilot aus dem Neuwieder Stadtteil Niederbieber.

Auch sein Teamchef Ernst Moser war von der Leistung Rockenfellers angetan: „Mike hat wieder alles richtig gemacht und das nächste Rennen in Zandvoort liegt uns. Daher würde ich mir den DTM-Titel da schon wünschen. Unser Team Phoenix Racing hat wieder eine tolle Strategiearbeit gemacht.“

„In der DTM kommt es nicht oft vor, dass man allen seinen Fahrern gratulieren kann, denn es ist schon sehr lange her, dass eine Marke acht Autos unter den Top Ten hat. „Rocky“ hat bewiesen, dass er zu Recht da oben in der Tabelle steht. Heute können wir ganz besonders stolz auf uns sein“, so der Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. In der Meisterschaftstabelle führt Mike Rockenfeller (Audi) souverän mit 124 Punkten vor Augusto Farfus (BMW) mit 91 Zählern und Christian Vietoris ( Mercedes) mit 71 Punkten. Das vorletzte Rennen zur DTM am 29. September findet auf dem sehr anspruchsvollen Dünenkurs im holländischen Zandvoort statt.

Mike Rockenfeller fuhr auf den zweiten Platz.

Mike Rockenfeller fuhr auf den zweiten Platz.

Der Audi des Piloten aus Niederbieber. Fotos: DEB

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