Sportgruppe Neuwied auf großer Tagesfahrt in Essen
Eine spannende Zeitreise ins 19. und frühe 20. Jahrhundert
Essen/Neuwied. Mit reiselustigen Herz- und Lungensportlern der Sportgruppe Neuwied ging es auf die diesjährige große Tagesfahrt, die in bewährter Weise von Sybille Reusch perfekt geplant und organisiert wurde. Ihr zur Seite stand Vorstandsmitglied Rudolph Wambach.
Der mit 50 Teilnehmern voll besetzte moderne Reisebus startete bei unerwartet schönem sonnigem Wetter und blauem Himmel von Neuwied in Richtung Essen. Ziel war die international bekannte, jährlich von vielen tausenden Touristen aufgesuchte ehemalige „Deutschlands Wirtschaftszentrale - die Villa Hügel“ der Krupp-Dynastie. Unterwegs begleitete die Gruppe ein Verkehrsstau von circa einer Stunde, den sie bei guter Stimmung souverän hinter sich ließ. Dazu trug auch Vorsitzender Robert Kiefer bei, der nicht nur eine professionelle Begrüßung vollzog, sondern auch kleine Anekdoten zum Besten gab.
In drei Gruppen aufgeteilt, erfolgte die Besichtigung unter professioneller und kompetenter Führung. Nachfolgend einige Daten/Fakten über die Dimensionen der „Villa Hügel“ und des Geländes: Es ist ein Familienhaus mit 269 Zimmern, mit edelsten Hölzern aus aller Welt vertäfelt; Gesamtwohn- und -Nutzfläche: 1.800 Quadratmeter; das Park-Gelände besitzt eigene Tennisplätze, Reitanlagen/Ställen, Lese- und Spielräume (28 Hektar); 248 Mitarbeiter bewirtschaften das Anwesen; Unterbringung unter anderem von Kaiser, internationalem Hochadel und teilweise bedeutende hochrangige Politiker aus aller Welt. Die Gesamtbelegschaft, also die „Kruppianer“, zählte zeitweise bis zu 150.000 Mitarbeiter. Eine über Jahre angelegte Bibliothek von über 32.000 Bänden vermachten die Familie Krupp der Universität Bocholt. Die wertvolle flämische Wandteppichsammlung ziert heute noch die riesigen Flächen der Innenräume. Das Gesamtvermögen ist in eine Stiftung übergegangen zum Erhalt des Krupper Vermögens.
Dadurch erhielten die Teilnehmer einen tiefgründigen Einblick in die Familiendynastie und ihr Weltunternehmen mit seinen vielseitigen internationalen Verflechtungen. Diese waren zwangsläufig je nach Epoche politisch, gesellschaftlich und sozial verschieden ausgerichtet. Der Name Krupp als Marken-, Güte- und Qualitätszeichen (made in Germany) war im In- und Ausland, also weltweit, Titel genug. Die Konsequenz war, dass der Patriarch Krupp von seiner Dynastie so überzeugt war, dass er sogar den von Kaiser Wilhelm angebotene Adelstitel prompt ablehnte. Die Unternehmensphilosophie lautete: Zuverlässigkeit - Qualität - Kontinuität in „allen“ Phasen der politischen Zeitgeschichte. Sehr stark ausgeprägt war die soziale Verantwortung der Firmenleitung allgemein und in Besonderen gegenüber der Belegschaft. So wurde zum Beispiel für die „Kruppianer“, wie die Mitarbeitergemeinschaft bezeichnet wurde, für Bildung sehr viel investiert, um so das Mitarbeiterteam langfristig an das Unternehmen zu binden. Darüber hinaus engagierte sich die Familie Krupp auch international für Wirtschaft und Forschung, Lehre, Erziehung, Bildung und Gesundheitswesen, Sport sowie Literatur, Musik und Bildende Kunst.
Nach so vielen beeindruckenden Informationen und Besichtigungen über das Unternehmen Krupp fuhr der Chauffeur die Gruppe zum verdienten Mittagessen an den Baldeneysee. Dank der gut organisierten Vorbestellung konnte bei schöner Aussicht auf den See gemeinsam gegessen, getrunken und geplaudert werden. Zum Abschluss unternahm die Sport-Reisegruppe noch eine Schiffsrundfahrt mit verschiedenen prächtigen Panoramaansichten, um anschließend gut gelaunt, mit vielen Eindrücken und Informationen die Heimreise anzutreten. Dies mit der Gewissheit, schon jetzt gespannt und voller Erwartung auf den Ausflug in 2015 zu sein.
