Lokalsport | 28.03.2015

Mike Rockenfeller aus Neuwied wird dritter beim ältesten Langstreckenrennen in Amerika

„Es gab nur ein Auto, das nicht zu schlagen war“

Mike Rockenfeller fuhr mit seinem Team eine tollen dritten Podestplatz ein. DEB

Neuwied/Daytona. Im US Bundesstaat Florida fand mit dem Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring das älteste Langstreckenrennen in Amerika und zudem die zweite Veranstaltung in der USCC (United Sports Car Championchip) statt. Atmosphäre, Party und der schönste Sonnenuntergang im Sportwagen Motorsport, das sind alles Dinge, mit denen man die 24 Stunden von Daytona Ende Januar 2015 nicht unbedingt in Verbindung bringt. Ein kleines gottverlassenes Kaff, in Zentralflorida, mitten im Nirgendwo von Orangenhainen, bot wieder eine ganz hohe Motorsportqualität. Die 63. Auflage des Klassikers, etwa 90 Minuten südlich der Metropole Orlando gelegen, hat das alles und ist dazu noch das älteste und beste Autorennen für Prototypen und GT Rennwagen in den USA. Mike Rockenfeller aus Neuwied, Richard Westbrook aus England und Michael Valiante aus Kanada gingen für das Team Visit-Florida.com auf einer Daytona Corvette DP (Daytona Prototype) an den Start und zeigten auch in den Trainings, dass sie zu den Schnellsten im gesamtem Sportwagenfeld zählen. Somit gehörte Rockenfeller als einziger Deutscher Starter in der DP Kategorie zu den Siegkandidaten. Im Abschlusstraining ging es sehr eng zu. Die zu den Favoriten zählenden LMP2 Fahrzeuge bestimmten die Pace und so erfuhr sich der Ligier Judd LMP2 mit Pla, Krohn und Jönnson die Pole. Als sechste mit 1,539 Sekunden Rückstand platzierte sich das Team um Mike Rockenfeller gut für den Zwölf-Stunden-Marathon.

Rockenfeller gab mächtig Gas

„Das Rennen möchten wir schon gerne hier gewinnen, wir wissen aber auch, wie stark die Konkurrenz ist. Außerdem ist die Strecke doch sehr anstrengend aufgrund ihrer Fahrbahnbeschaffenheit, da kann schon sehr viel passieren in den zwölf Stunden. Unser Auto gehört zu den schnellsten, mal sehen, wie es hier am Ende ausgeht. Ich freue mich sehr auf das Rennen und die tolle Atmosphäre,“ so der 31-jährige Neuwieder. 46 Rennwagen nahmen das Rennen unter die breiten Walzen und es entbrannte in der Anfangsphase ein Duell zwischen den Le Mans Prototypen und den Daytona Rennwagen. Auch das Team Visitflorida.com konnte die Pace mitgehen und vor allem Rockenfeller gab wie immer mächtig Gas. Machten in den ersten Stunden die LMP2 Boliden durch Ausfälle schlapp, so bestimmten die Boliden der Daytona Rennagen das weitere Geschehen. Nach vier gefahrenen Rennstunden führte der 31- Neuwieder das große Feld der Sportwagen an und kämpfte fair mit der Konkurrenz um den Gesamtsieg bei der 63. Ausgabe des Rennklassikers. Der DTM Champion von 2013 und Daytona Sieger von 2010 fuhr ein tolles Rennen, denn im engen Zweikampf im weiteren Verlauf des Rennens mit dem am Ende siegreichen Team Action Express, ebenfalls auf einer DP Corvette, ging es an der Spitze um jeden Meter. Auf Rang drei lauerte der DP Ford des Ganassi Teams, Sieger in Daytona 2015.

Podestplatz drei

Bei hereinbrechender Dunkelheit lieferte sich der Audi Werkspilot mit dem Amerikaner Joe Hand (DP Riley Ford) einen rundenlangen und begeisternden Zweikampf, von dem auch die in Lauerstellung dahinter liegenden Taylor Brüder auf ihrer Corvette profitierten . Doch bei den beiden letzten Boxenstopps des Rennens funktionierte ein hydraulischer Wagenheber nicht an der Corvette des Neuwieders und das hatte zur Folge, dass der Bolide bis auf Rang vier zurückfiel. Doch Richard Westbrook, Michael Valiante und Mike Rockenfeller machten nach vorne wieder Boden gut und belegten nach der Zieldurchfahrt den Podestplatz drei. Damit war der Neuwieder nicht ganz zufrieden: “Es gab heute nur ein Auto, das nicht zu schlagen war. Die Siegercorvette war einfach überall ein bisschen besser. Es war ein sehr anstrengendes und kraftraubendes Rennen. Jetzt bin ich erstmal froh, dass das Rennen vorbei ist, denn es dauert nicht mehr lange bis zum ersten DTM Event 2015.“ Das Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring war ein voller Triumph für Chevrolet, denn es siegten Joa Barbosa, Christian Fittipaldi und Sebastien Bourdais auf der AER Corvette vor Max Angelelli und den Brüdern Taylor ebenfalls auf DP Corvette sowie den drittplatzierten Mike Rockenfeller, Richard Westbrook und Michael Valiante auf der Visitflorida Corvette.

Mike Rockenfeller fuhr mit seinem Team eine tollen dritten Podestplatz ein. Foto: DEB

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