Dreierpack: Manuel Simons nicht zu stoppen
FV Engers feiert 6:2 Gala gegen Wormatia Worms
aus Neuwied
Engers. Es gibt Namen, die tragen Geschichte mit sich herum. Wormatia Worms ist so einer. Gründungsmitglied der 2. Liga, große Spieler, viele Geschichten. Dass das Team als Aufstiegsfavorit in die Oberliagsaison gegangen war, hatte sich zwar schon seit einigen Wochen erledigt, doch zuletzt gab es wieder so etwas wie Aufbruch: Trainerwechsel, frischer Impuls, ein 5:0 gegen Ludwigshafen. Mit diesem Rückenwind kam die Wormatia an den Wasserturm - und wurde hinweggefegt.
Der Sturm, der hatte einen Namen: Manuel Simons. Drei Tore und ein blitzsauberer Assist standen am Ende des Tages auf dem Konto des Flügelflitzers. Er bekam auf der rechten Seite (zu) viel Rasen und wurde überdies von Mittelfeldregisseur Paul Bermel wunderschön eingesetzt.
Ob man von Simons‘ Schnelligkeit noch nichts gehört hatte, wurde Wormatia-Neu-Coach Björn Weisenborn später bei der Pressekonferenz gefragt. „Doch schon...“ Aber man habe halt trotzdem hoch stehen und Druck machen wollen. Auf die eigene Stärke vertrauen. Keine gute Idee an diesem sonnigen Samstag.
Doch so entwickelte sich vor den Augen des gut vier Wochen alten Sohns von FVE-Trainer Julian Feit, der sein erstes Fußballspiel „sah“ (und größtenteils verschlief), von Beginn an ein munteres, ein schnelles Spiel. Simons brach zweimal auf der rechten Seite durch und besorgte die Pausenführung. Aber auch die Wormatia hatte Chancen. Einmal musste FVE-Keeper Safet Husic gar eine „Weltklasseparade“ zeigen, wie Feit es nannte.
Deshalb waren die Gäste laut ihres Trainers auch gar nicht mit einem so schlechten Gefühl aus der Kabine gekommen, hatte sich für den zweiten Durchgang etwas ausgerechnet - nur eben nicht Manuel Simons auf dem Zettel. Er brach in der 58. Minute erneut rechts durch und passte von der Grundlinie perfekt auf Kevin Lahn, der nur noch einschieben musste. Doch wer dachte, dass das 3:0 schon die endgültige Entscheidung war, sah sich getäuscht. Nur zwei Minuten später verkürzten die Pfälzer - ihrerseits mit einem Traumtor durch Mert Özkaya.
In der wildesten Phase des Spiels dauerte es wieder nur vier Minuten, ehe die Engerser den alten Abstand wieder hergestellt hatten - durch wen anderes als Manuel Simons? Die Gäste verkürzten zwar noch einmal relativ zügig, doch dann beruhigte sich das Spiel, ehe die Engerser in der Schlussphase durch die eingewechselten Hasan Kesikci und Ayman Ed-Daoudi noch zweimal zuschlugen und den Kantersieg perfekt machten. „Das ist schon klasse, welche Qualität ich von der Bank reinwerfen kann“, freute sich Julia Feit, der gleichzeitig erzählte, wie groß für ihn allwöchtlich die Qual der Wahl ist. „Da sind wirklich nur Nuancen zwischen den Jungs und ich kann praktisch nie einen draußen lassen, weil er schwach war, sondern nur, weil ein anderer vielleicht gerade einen Tick besser ist“, berichtete er. „Ich hab fünfmal gewechselt und musste heute vier Jungs auf der Bank lassen, die es auf jeden Fall verdient gehabt hätten, auch zu spielen.\“
Deren nächste Chance kommt am Samstag, 2. Mai, um 14 Uhr im Derby auf dem Oberwerth bei Rot-Weiß Koblenz. Anschließend wird dann am Wasserturm möglicherweise die Meisterschaft entschieden. Denn nacheinander kommen die beiden Spitzenteams der Liga, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft liefern. Erst spielen am Freitag, 8. Mai, um 19 Uhr die jungen Roten Teufel vom 1. FC Kaiserslautern vor, dann fünf Tage später am Mittwoch, 13. Mai, um 20 Uhr „die Klub“, der FK Pirmasens.
Hier bricht Manuel Simons vor dem 2:0 auf der Seite durch. Die Wormes bekamen den schnellen Flügelstürmer nie in den Griff. Foto: Pascal Kiefer
Erfolgreich hatten die Engerser Protest gegen die Rotsperre für Chris Meinert eingelegt. So konnte der Kapitän seinem Team wieder Stabilität in der Defensive geben. Foto: Pascal Kiefer
Paul Bermel zog die Fäden im Mittelfeld und leitete mit seinen Vertikalpässen viele gefährliche Angriffe ein. Foto: Pascal Kiefer
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