100 Jahre GSG Neuwied
GSG Neuwied: 100 Jahre soziale Verantwortung und Wohnen in Neuwied
aus Neuwied
Neuwied. Die Menschen stehen bei der GSG Neuwied im Mittelpunkt
Städtisches Wohnungsunternehmen feiert im Deichherz seinen Geburtstag mit vielen Gästen – 100 Jahre Verantwortung für die Deichstadt – Zukunft gestalten
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen für ein Wohnungsunternehmen sehr nah beieinander. Dies wurde einmal mehr deutlich auf der Jubiläumsveranstaltung der GSG Neuwied, die ihr 100-jähriges Bestehen zusammen mit vielen Gästen in der neuen Stadthalle Deichherz feierte. Dass es bei dieser sehr gut besuchten Geburtstagsfeier nicht nur um die Themen Bauen und Wohnen, sondern auch um Begegnungen des GSG-Teams mit Weggefährten und Partnern ging, versteht sich. Das wurde vor und nach Ansprache, Talkrunde und Vortrag reichlich genutzt.
Zur Jubiläumsfeier begrüßte GSG-Geschäftsführer David Meurer nach Zwischentönen der Gruppe Speedos zunächst alle, die an diesem Vormittag gekommen waren - an der Spitze der Stadtvorstand mit Oberbürgermeister Jan Einig, Bürgermeister Peter Jung sowie Beigeordneter und GSG-Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Seemann. Ein herzliches Willkommen galt aber auch den ehemaligen Geschäftsführern der GSG sowie Alexander Rychter, Verbandsdirektor des Verbands der Wohnungswirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen, und dem Referenten Professor Dr. Torsten Bölting, Geschäftsführer des InWis-Instituts für Wohnungswesen.
Statt einer trockenen Ansprache erzählte Meurer In sehr persönlichen Worten von der Begegnung mit einer Mieterin, die über 90 Jahre bei der GSG wohnte, zu deren 100. Geburtstag er und Ralf Seemann eingeladen waren. Für diese Dame war die GSG nicht irgendein anonymer Vermieter, die GSG gehörte zu ihrem Leben, war Heimat. Sie kannte die Mitarbeiter, fand hier stets Ansprechpartner. Genau dies, so David Meurer, spiegele das Motto „Heimkommen seit 1926“.
Es geht also nicht nur um Zahlen und Bilanzen. Es geht um Menschen, und genau das ist der eigentliche Wert der GSG. Darin schließt der Geschäftsführer auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kommunalen Unternehmens ein, die Herausforderungen auch als Chance sehen, Dinge weiterzuentwickeln und besser zu machen. Dem zollte David Meurer auf der Bühne Respekt. GSG steht für Tradition, Sicherheit und Zukunftsgestaltung. GSG bedeutet aber auch 100 Jahre Verantwortung für Menschen und für die Stadt Neuwied.
In einer kurzweiligen Talkrunde diskutierte Moderator Martin Schultheiß dann mit Jan Einig, Ralf Seemann, Alexander Rychter und David Meurer unter Stichworten wie Gemeinschaft, Nachhaltigkeit oder Zuhause die Herausforderungen, auf die sich Wohnungsgesellschaften wie die GSG angesichts einer sich verändernden Gesellschaft einstellen müssen. Um weiter im Bestand modernisieren, aber auch neu bauen zu können, brauche es ausreichender Förderung. Gleichzeitig, so erläuterte Geschäftsführer David Meurer, werde in die energetische Qualität der Wohnungen investiert. Nicht zuletzt hat die GSG mit ihrem Sozialmanagement und der Pflege der Quartiere bereits eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben angepackt: Wohnen ist auch soziale Gemeinschaft, es braucht gute Nachbarschaften, Lösungen für ältere Menschen und Familien, flexibleres Wohnen, Plätze und Räume der Begegnung. Optimistisch sieht Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Seemann da einen „zukunftsfähigen Spirit im Team der GSG“.
Torsten Bölting stellte seinen Gastvortrag unter das Motto „100 Jahre Verantwortung“, verglich die Wohnungsnot im Gründungsjahr der GSG, 1926, mit dem Wohnungsmangel heute. Wenn der Markt allein eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe wie die Beschaffung von Wohnraum nicht lösen kann, dann brauchen Kommunen eigene Handlungsmöglichkeiten. Bezahlbares Wohnen zu sichern, die Bestände zu modernisieren, Klimaschutz umzusetzen und altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen, dies sei ebenso der Auftrag von sozialen Wohnungsgesellschaften ebenso wie die Stabilisierung von Nachbarschaften, die Förderung von Integration und Teilhabe sowie die Entwicklung von resilienten Quartieren. Auch solchen sozialen Aufgaben stellt sich die GSG Neuwied.
Trotz milliardenschwerer Programme des Bundes sei die Wohnkrise weiter Realität, denn steigende Baukosten fressen die Förderungen auf. Wer nun in dieser Situation nach einer bundeseigenen Baugesellschaft ruft, der liegt nach Ansicht des Referenten falsch. Vielmehr müsse Wohnungspolitik vor Ort ansetzen. Und da seien die kommunalen Wohnungsunternehmen bereits starke Akteure, so Bölting. Deren leistungsfähige Infrastruktur müsse gestärkt werden, anstatt neue Parallelstrukturen aufzubauen. Denn Unternehmen wie die GSG sind verlässlich und sozial orientiert, übernehmen langfristig Verantwortung, anstatt sich an kurzfristigen Marktinteressen zu orientieren. Schließlich sind öffentlich geförderte Wohnungen ein Gewinn für jede Kommune und zudem für breite Schichten da.
Auch Professor Bölting geht es also um Menschen, um deren Zuhause heute und in Zukunft – ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Jubiläumsfeier zog. Dieser Auftrag der GSG Neuwied hat verschiedene Facetten, die im Anschluss auch die Gespräche der Gäste bei einem anschließenden Getränk, Kaffeespezialitäten, Eis oder Imbiss begleiteten.
GSG-Geschäftsführer David Meurer stellte in seiner Begrüßung nicht Zahlen und Bilanzen in den Mittelpunkt, sondern die Menschen – Mieter ebenso wie das GSG-Team. Foto: Rainer Claaßen/GSG
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In einer lockeren Talkrunde reflektierten Moderator Martin Schultheiß, GSG-Geschäftsführer David Meurer, Alexander Rychter vom VdW Rheinland Westfalen, Beigeordneter Ralf Seemann und Oberbürgermeister Jan Einig die Zukunftsaufgaben der städtischen Wohnungsgesellschaft, die im Deichherz ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Foto: Rainer Claaßen/GSG