Allgemeine Berichte | 01.07.2026

GSG Müllaktion

GSG Neuwied bekämpft illegale Müllentsorgung in Wohnquartieren

Mit seinem Pritschenwagen ist Franz Humer werktäglich zu den Quartieren der GSG Neuwied unterwegs, um für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen. Er geht dabei auch auf die Bewohner zu und appelliert an die eigene Verantwortung für das Wohnumfeld. Was ihm Sorgen bereitet, ist der zunehmende „Mülltourismus“.

Neuwied. Franz Humer hat Müll und Abfälle im Visier. Mitarbeiter der GSG Neuwied sorgt für sauberes Wohnumfeld – Wenn Gespräche und Informationen nicht weiterhelfen, wird Entsorgung über die Nebenkosten abgerechnet.

Müll ist lästig, manchmal gefährlich. Damit er nicht stetig mehr und zum Problem wird, geht die GSG Neuwied aktiv gegen Abfall-Ablagerungen in ihren Quartieren vor. Um die vier GSG-Hausmeister dabei zu unterstützen, wurde Franz Humer eingestellt. Der 62-Jährige bringt viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit. Im Gespräch ist er freundlich, kann aber auch bestimmt auftreten. Und er packt selbst an, beseitigt illegalen Sperrmüll ebenso wie sperrige Hinterlassenschaften in Kellern oder Treppenhäusern.

Franz Humer ist gelernter Zimmermann, war vier Jahre lang Zeitsoldat, dann 25 Jahre bei Mercedes-Benz unter anderem als Meister tätig. Als er sich beruflich neu orientierte, arbeitete er zunächst als Landschaftsgärtner, schließlich fünfeinhalb Jahre als Hausmeister. Seit dem 15. Januar 2024 gehört er zum GSG-Team, ist täglich mit seinem Transporter zu den GSG-Immobilien unterwegs, um die Grundstücke zu überprüfen. Denn Müll beeinträchtigt nicht nur das Erscheinungsbild der Stadt und das Image ganzer Straßenzüge, verunreinigte Umgebungen mindern die Lebensqualität. Unsachgemäße Entsorgung von Abfällen kann im schlimmsten Fall die menschliche Gesundheit gefährden, lockt Ungeziefer an.

Vermehrte Müllansammlungen können ein sichtbares Symptom für gesellschaftliche Probleme in Wohnquartieren sein. Stichworte sind Migration, eine Vielzahl von Transferempfängern, viele ältere Mieter, zunehmende Einsamkeit und die Auflösung von sozialen Bindungen. Kein Problem allein der GSG, aber diese begegnet solchen Entwicklungen proaktiv zum einen mit dem eigenen Sozialmanagement, zum anderen mit verstärktem Augenmerk auf die Müllbeseitigung. Dazu gehören auch die Informationstafeln an allen Plätzen Mülltonnen, die Hinweise zum richtigen Sortieren des Abfalls geben.

Franz Humer ist genau der Richtige für diesen Job, der Sensibilität ebenso wie Durchsetzungsvermögen verlangt. Aus seiner langjährigen Erfahrung weiß er: Es gibt Leute, die ihre Abfälle nicht richtig entsorgen wollen, und es gibt jene, die es nicht besser können. Dann sind schon mal Tonnen falsch befüllt und werden von der Müllabfuhr stehengelassen. An anderer Stelle wird beim Umzug der Hausrat rausgestellt, ohne Sperrmüll angemeldet zu haben. „Ich versuche dann sachlich und ruhig mit den Mietern zu reden“, sagt der GSG-Mitarbeiter. „Ich gehe auch auf junge Leute zu, appelliere an sie, dass es doch ihre Zukunft und ihr Zuhause ist, die sie kaputtmachen, wenn sie ihr Wohnumfeld verdrecken.“

Tatsächlich erntet er durchaus auch Verständnis, wenn er den Menschen den Spiegel vorhält. Will heißen: Jeder muss sehen, dass er selbst verantwortlich für die Sauberkeit im und am Haus ist. Wer sich bei ihm beschwert, wird dazu ermuntert, selbst mit seinen Nachbarn zu sprechen. Das immerhin kann der erste Schritt zu Besserung sein. Wenn Franz Humer aber die AWO zu Hilfe rufen oder selbst anpacken muss, dann werden die Aufwendungen dafür über die Nebenkosten abgerechnet.

Zu tun gibt’s für ihn genug: Er meldet der Abfallwirtschaft defekte Mülltonnen, reinigt die Plätze rund um die Behälter, räumt Sperrmüll weg, entfernt abgebrochene Äste, entsorgt alte Möbel oder Fahrräder aus Kellergängen. Was der GSG-Mitarbeiter gar nicht braucht, was aber immer häufiger vorkommt, ist Müll-Tourismus. Fremde laden in Nacht-und-Nebel-Aktionen ganze Wagenladungen vor GSG-Häusern ab. Dreist. „Ich sage unseren Mietern: Wenn ihr so etwas nachts mitbekommt, dann fotografiert es, schreibt euch die Autokennzeichen auf und meldet es. Dagegen müssen wir gemeinsam vorgehen.“

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Mit seinem Pritschenwagen ist Franz Humer werktäglich zu den Quartieren der GSG Neuwied unterwegs, um für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen. Er geht dabei auch auf die Bewohner zu und appelliert an die eigene Verantwortung für das Wohnumfeld. Was ihm Sorgen bereitet, ist der zunehmende „Mülltourismus“. Foto: Michael Stoll/GSG Neuwied

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