Politik | 23.08.2015

417.000 Euro sammelte die 20. Vor-Tour der Hoffnung ein

In Gladbach gab es ein Volksfest zur Unterstützung der Hoffnungsradler

In Gladbach gab es ein Volksfest zur Unterstützung der Hoffnungsradler

Neuwied. Die Vorzeichen hätten besser nicht sein können. Schon zu Beginn der dritten und letzten Etappe der Vor-Tour der Hoffnung war das Rekordergebnis von 328.234 Euro (2014) in Reichweite. Um 14 Uhr waren 347.000 Euro eingefahren. Dazu versprach der Dienstag, ganz im Gegensatz zu den Vortagen, auch noch trocken zu werden. Und am Abend machte keine geringere als Landesmutter Malu Dreyer den sportlichen Spendensammlern ihre Aufwartung. Besser noch: Von Niederbieber bis zum Ziel in der Innenstadt radelte die Ministerpräsidentin höchstpersönlich mit. „Damit möchte ich ein Zeichen der Solidarität und der Anerkennung für die vielen Engagierten setzen“, erklärte Malu Dreyer. Dass die Vor-Tour die Menschen im Willen viel Geld für krebskranke Kinder zu sammeln, alle eint, unterstrich die Teilnahme von Julia Klöckner (CDU). „Wenn es um die gute Sache geht, halten wir zusammen“, kommentierte Malu Dreyer. An Prominenz im 157 - köpfigen Fahrerfeld mangelte es an diesem Tag mal wieder nicht. Die 112 Kilometer von Linz bis zur Sparkasse Neuwied nahmen unter anderen aktive und ehemalige Radprofis, andere Spitzensportler sowie Kommunal- und Landespolitiker, unter die Räder. Mit Dr. Thomas Nüßlein von der Kinderonkologie im Kemperhof stand zudem ein Mann Rede und Antwort, der vom Nutzen der Spendengelder berichten konnte. Gemeinsam mit Malu Dreyer, im Land einst zuständig für die Gesundheit, war er sich einig, dass es den medizinischen Fortschritt ohne die Spendengelder nicht gegeben hätte. 90 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder werden heute geheilt. Vor zwanzig Jahren, als die Vor-Tour zum ersten Mal startete, konnte man davon nur träumen. Mit der dritten Etappe schloss sich der Kreis der diesjährigen Vor-Tour. Ende Juli hatte die Sparkasse zur Vorstellung der Vor-Tour und Ausstellungseröffnung in die Schalterhalle eingeladen. Hier konnte Cheforganisator Jürgen Grünwald gleich den ersten Scheck in Höhe von 3.000 Euro in Empfang nehmen. Klar, dass seine Bilanz der Vor-Tour 2015 positiv ausfiel. Mit rund 417.000 wurde ein neuer Spendenrekord aufgestellt. Die Strecke durch den Kreis Neuwied hatte am Morgen in Linz begonnen. Von dort ging es nach Bad Hönningen, Rengsdorf (Monte-Mare), Raubach (Head) und Puderbach. Nach einem Abstecher durch das Sayntal nach Bendorf, wurde das Stadtgebiet am späten Nachmittag erreicht. Für Aufsehen sorgte an den verschiedenen Stationen einmal mehr Eberhard Gienger und Andi Boss mit ihren spetakulären Fallschirmabsprüngen. So auch am Feuerwehrhaus in Gladbach, wo den Radlern ein außergewöhnlicher Empfang bereitet wurde. „Das ist ja wie Karneval hier“, freute sich Jürgen Grünwald. Die Radfahrer wurden von Tanzgruppen, Blasmusik- und Sambaklänge willkommen geheißen. Initiiert hatte der Empfang die HWI Gruppe. Die engagierten Radler, die schon bei so mancher Vor-Tour an den Start gingen, holten eine Zwischenstation zu sich nach Hause. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Rund 20.000 Euro brachte die Dorfgemeinschaft zustande. Dazu trugen die Vereine, die Schule, der Kindergarten, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger bei. Während in Gladbach die Party abging, stimmte Radiomoderator Reiner Meutsch die Menschen bei Fischzucht Weller auf die Ankunft der Radler ein.

In voller Montur ins Wasser

Er berichtete vom Verlauf der Etappe und wie er im Monte-Mare 1.100 Euro loswurde. Einhundert Euro für die Spendenbüchse lobte er für denjenigen aus, der in voller Montur ins Wasser springt. „Da hatten wohl einige den Regen der letzten Tage vermisst“, vermutete er, weil es am Ende elf Mitstreiter, darunter Julia Klöckner, gab. Rengsdorfs Ortsbürgermeister Christina Robenek dachte sich da geht doch noch was und entlockte Reiner Meutsch die Zusage für einhundertfünfzig Euro in Wellers Fischteich zu springen. Am Ende wurde es „nur“ das Riesenaquarium im La Mer aber ein Riesenspaß für alle. Wie wird man Zwischenstation der Vor-Tour, wollte Reiner Meutsch von Burkard Weller, der mit Ehefrau Petra Weller zusätzlich einen dicken Spendenscheck überreichte, wissen: „Im VIP Raum des EHC habe ich ein paar Radler kennengelernt und Jürgen Grünwald meinte, ich hätte ja genug Platz“, schmunzelte Burghard Weller. Zahlreiche Unternehmen überreichten auf seinem Gelände ihre Spendenschecks, bevor sich der grüne Tross am frühen Abend in Richtung Innenstadt bewegte. Vom Wetter nicht gerade verwöhnt aber von den applaudierenden Zuschauern am Straßenrand und der Spendenbereitschaft entschädigt, wurden die Hoffnungsradler an den beiden ersten Tagen. Prolog war am Sonntag in Koblenz. Zu den 94 Teilnehmern zählten unter anderem die Olympiamedaillengewinner Anna Dogadnaze (Trampolin) und der Zehnkämpfer Guido Kratschmer, die Schwimm-Europameisterin Annika Mehlhorn, Innenstaatssekretärin Heike Raab, Sportbund-Präsident Fred Pretz und die amtierende Deutsche Weinkönigin Janina Huhn. Noch mehr Radler gingen tags zuvor im Kreis Ahrweiler auf Tour. Hier kam es zu einer der größten Überraschungen der Vor-Tour 2015. In Bad Neuenahr-Ahrweiler überreichten die Rhein-Hunsrück-Kümmerer einen Spendenscheck in Höhe von 40.370,50 Euro. Mit insgesamt 282.000 Euro nach zwei Tagen stand fast schon fest, dass wieder einmal ein neuer Rekord aufgestellt werden wird.

FF

In Gladbach gab es ein Volksfest zur Unterstützung der Hoffnungsradler
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