Kath. Pfarreiengemeinschaft Neuwied
Katholische Christen zeigen Solidarität mit Yeziden
Yeziden informieren über Verfolgung und Völkermord an Yeziden und Christen im Nordirak
Neuwied. Nachdem am vergangenen Freitag eine Vertretung der Yeziden in Neuwied im katholischen Pfarrhaus um Solidarität für ihre Glaubensgeschwister im Irak gebeten hatte, wurde spontan im Sonntagsgottesdienst in Heilig Kreuz für die verfolgten Yeziden und Christen im Irak gebetet; acht Vertreter der Yeziden nahmen an dem Gottesdienst teil und standen anschließend für ein Gespräch mit den Gottesdienstbesuchern zur Verfügung.
Yeziden - eine religiöse Minderheit
Yeziden sind mehrheitlich Kurden. Sie zählen ihre Religion zu den ältesten der Welt. Es ist eine monotheistische Religion. Neben dem einzigen Gott (kurdisch: Xwedê, deutsche Aussprache: quade) kann keine zweite Macht existieren, daher gibt es auch keine Gestalt des Bösen. Allein das Aussprechen des Namens des Bösen würde die Allmächtigkeit Gottes anzweifeln. Gegenüber anderen Religionen verhält sich das Yezidentum sehr tolerant, es gibt keine Überlegenheitsvorstellungen oder Missionierungsgedanken. Yezide kann man nur durch Geburt werden. Beide Elternteile müssen Yeziden sein. Die Gesamtzahl schwankt zwischen 800.000 und 1 Million weltweit. In Deutschland gibt es etwa 50-60.000 Yeziden.
Als Kurden sind Yeziden vielfach Verfolgung ausgesetzt
Die meisten sind Anfang der 90er Jahre nach Deutschland geflüchtet. Als Teil des kurdischen Volkes wurden Yeziden vielfach verfolgt. Viele von Ihnen sind anerkannte Flüchtlinge. Ein großer Teil ist bereits in Deutschland eingebürgert.
Von den aktuellen schrecklichen Vorkommnissen im Nordirak, die sich unter den Augen der Weltöffentlichkeit abspielen, berichtete Havran Debe im Anschluss an den Gottesdienst: Es findet gegenwärtig ein Völkermord an den Yeziden und Christen im Nordirak statt. Die Yeziden und Christen im Nordirak sind zu tausenden auf der Flucht. Die Terrorgruppen des IS (Islamischer Staat) zerstören christliche und yezidische Gebetshäuser im Irak. Sie entführen, versklaven und vergewaltigen christliche und yezidische Frauen und Kinder. Wer sich nicht ihren Vorstellungen eines radikalen und fundamentalistischen Islam anschließt und konvertiert, muss fliehen, wenn er überleben will. Zu hunderten werden sie hingerichtet. Über 50.000 Yeziden harren noch immer eingeschlossen im heißen Shingalgebirge aus. Tausende sind vor Hunger und Durst schon dort gestorben.
Solidarität zeigen - im Gebet, politisch, durch Spenden
Die yezidischen Mitbürger baten um Solidarität - im Gebet, im politischen Engagement und durch Spenden. Zu Spenden rufen u.a. Caritas International (www.caritas-international.de) und der Ezidische Kulturverein Rheinland-Pfalz auf. Nähere Auskunft erteilt Havran Debe (h-debe@web.de).
Pressemitteilung der Kath.
Pfarreiengemeinschaft Neuwied
