Allgemeine Berichte | 03.01.2014

Agentur für Arbeit Neuwied

Komm mach MINT!

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik: Das Projekt MINT-AK im Landkreis Altenkirchen fördert Talente von Mädchen

Die Teilnehmerinnen des MINT-Projekts der IGS/RS + Betzdorf/Kirchen Geschwister Scholl. privat

Neuwied. Sie sind vielfältig, spannend und versprechen beste Zukunftschancen. Trotzdem sind die so genannten MINT-Berufe bei Jugendlichen deutlich weniger geschätzt, als es Arbeitgebern Recht sein kann. Denn Jobs, die sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik beschäftigen, sind in vielen Fällen schon heute schwer zu besetzen. Ein Arbeitskreis aus Agentur für Arbeit, Unternehmen, der Wirtschaftsförderung des Kreises, Kommunen und den Kammern hat vor etwas mehr als einem Jahr ein Projekt aus der Taufe gehoben, dessen Ziel es ist, junge Leute neugierig auf die bislang wenig geschätzte Materie zu machen. Denn, da sind sich die Gestalter des Projektes sicher: Es gibt ein großes Talent-Potenzial unter den Jugendlichen. Doch viele junge Menschen – und besonders Mädchen! - verbinden die MINT-Fächer vor allem mit lebensfernen Zahlenkolonnen und abstrakten Erklärungen.

Praxisbezogene Aktivitäten

Der Gedanke, ausgerechnet diese ungeliebten Schulfächer zur Grundlage der eigenen beruflichen Zukunft zu machen, liegt ihnen deshalb fern. Das vom Bildungsträger NeueArbeit e.V. umgesetzte MINT-Projekt setzt deshalb auch an den Schulen an. Mit jeder Schule, die teilnimmt, wird ein individuelles Konzept erarbeitet. Pro Schule stehen feste MINT-Stunden in der Woche zur Verfügung. Neu gegenüber bisherigen MINT-Projekten ist bei MINT-AK der hohe Anteil an praxisbezogenen Aktivitäten. Die Schülerinnen können Praktika in Betrieben der Region machen oder besuchen gemeinsam mit den Betreuern Messen und Veranstaltungen. Die teilnehmenden Betriebe sorgen dafür, dass die Schülerinnen und Schüler eine konkrete Vorstellung vom praktischen Nutzen der MINT-Fächer bekommen und Berufe kennenlernen, die bei entsprechender Neigungfür sie in Frage kommen. Die Begeisterung der Mädchen ist groß und die regelmäßige Teilnahme für die Schülerinnen selbstverständlich. Jenny Weinbrenner möchte Zerspanungsmechaniker oder Mechatronikerin werden. Dieser Berufswunsch stand auch schon vor dem MINT-Projekt an ihrer Schule fest. Nun hat sie aber konkrete Vorstellungen und sieht sich in ihrem Vorhaben bestätigt. „Ich finde es klasse, dass im Projekt Praktika organisiert werden und unser Coach Frau Manz uns ganz toll unterstützt. Jetzt habe ich echt klare Vorstellungen über meinen späteren Beruf und traue mir auch mehr zu“, erklärt Jenny.

Ausbildungsvertrag in der Tasche

Auch Franziska Krummenerl ist von dem Projekt begeistert. „Auf der Ausbildungsmesse ABOM in Wissen bin ich zum ersten Mal überhaupt auf den Beruf Technische Produktdesignerin aufmerksam geworden. Über unser MINT-Projekt habe ich dann ein Praktikum in diesem Bereich gemacht. Das hat mir super gefallen und auch sehr gelegen. Danach habe ich mich um eine Ausbildungsstelle beworben und es hat bereits geklappt. Ich habe einen Ausbildungsvertrag in der Tasche.“

Erklärtes Ziel

„Unser erklärtes Ziel ist, dass möglichst viele Jugendliche, die dafür geeignet sind, einen MINT-Beruf ergreifen. Das, kommt nicht nur den jungen Leuten zugute, die nach einer qualifizierten Ausbildung recht sorgenfrei in ihre berufliche Zukunft schauen können. Auch die heimische Wirtschaft profitiert vom Imagewechsel“, er-klärt Christoph Fischer, Ingenieur und Prokurist der Firma Brucherseifer in Wissen. Fischer ist zudem Projektleiter des MINT-AK Projekts in Altenkirchen. „Bereits heute sind die Bewerberzahlen für technische, naturwissenschaftliche oder mathematische Berufe rückläufig und als Unternehmer müssen wir uns daher verstärkt um unseren Nachwuchs kümmern. Für uns Betriebe sind oder besser gesagt sollten gerade Mädchen, die sich für einen MINT Beruf begeistern können, besonders interessant sein, weil diese oftmals außergewöhnlich hoch motiviert sind. Wir müssen aber in diesen Fällen dafür sorgen, dass diese jungen Frauen früh im MINT Bereich gefördert und unterstützt werden. Wir müssen als Unter-nehmen aber auch konkrete Perspektiven aufzeigen und Chancen geben. Wer dem demografischen Wandel entgegen wirken und die Region stärken will, der sollte die Notwendigkeit solcher Initiativen erkennen und sie unterstützen“, erklärt Fischer. Interessierte Unternehmen aus dem Landkreis Altenkirchen, die dieses Projekt unterstützen möchten, können sich gerne direkt bei dem Projektleiter Christoph Fischer melden: christoph.fischer@brucherseifer-sped.de. Weitere Informationen zu MINT-AK und allen Sponsoren gibt es unter: www.mint-ak.org

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Neuwied

Die Teilnehmerinnen des MINT-Projekts der IGS/RS + Betzdorf/Kirchen Geschwister Scholl. Foto: privat

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