Waldorfschule Neuwied
Neugestaltung des Schulgeländes vollendet
Eltern bauten wochenlang für ihre Kinder - Einweihungsfeier lockte mit exotischen Klängen
Neuwied. Die Eltern der Waldorfschule Neuwied haben in den vergangenen Monaten eine ganz besondere Spiellandschaft auf dem Schulhof geschaffen, die Kinderherzen höher schlagen lässt. Eine acht Meter lange Hängebrücke, die sich von Hügel zu Hügel spannt, ein Kriechtunnel, drei Reckstangen, 40 Palisaden zum Darüberschreiten, ein fünfeckiger und ein sechseckiger Sandkasten, einige Balancierstangen und vieles mehr lassen nun jede Pause und sogar den Turnunterricht zum Erlebnis werden.
Mit einem tollen Drei-Gänge-Menü, Trommelklängen und einem Kindertaxi fand das Projekt der sogenannten Schulland-Initiative jetzt seinen krönenden Abschluss. Die Schulland-Initiative ist eine Gruppe von Eltern unter der Leitung von Heike Thütt, selbst Mutter dreier Kinder und Dietmar Grimm, dem Klassenlehrer der ersten Klasse. An nur sechs Bautagen wurde der gesamte Schulhof neu gestaltet.
„Ganz besonders an diesem Projekt war die großartige Gemeinschaft, die sich während der Bauzeit entwickelte. Kinder, Eltern, Lehrer, alle packten mit an“, sagte einer der helfenden Väter. Dabei lief es nicht immer ganz rund. Die Fundamentarbeiten für die neuen Spielgeräte wurden durch heftige Regenschauer gefährdet. Bagger fielen während wichtiger Arbeiten zur Schneise des Kriechrohrtunnels aus. „Doch am Ende hat alles irgendwie doch noch geklappt“, sagt Heike Thütt, „Und wenn 15 Mütter und Väter einfach die Arbeit eines Baggers übernommen haben und mit Pickel und Schaufel gebuddelt haben wie die Maulwürfe.“
Etliche Robinienholzstämme, die wegen ihrer natürlichen Wuchsform einen besonderen Charme haben und für lange Beständigkeit bekannt sind, wurden von Rolf Hertling auf den Schulhof geliefert. Mit vereinten Kräften wurden die Baumstämme geschleppt, es wurde gesägt, gehobelt und aufgebaut. Mit Spaten und Schaufeln und der Hilfe von Baggern wurden insgesamt 115 Fundamentlöcher ausgegraben und betoniert. Die Kinder, die an den Tagen mit dabei sein konnten, erlebten unvergessliche, spannende Tage, Seite an Seite mit Lehrern, Eltern und Freunden. Einige brachten sogar ihre eigenen kleinen Schubkarren und bunten Kinderspaten mit. Zum großen Einweihungsfest krönte ein bunt geschmücktes Bäumchen die Hängebrücke und die Sonne strahlte mit den stolzen Bauherren um die Wette.
Glückliche Kinder sind der Lohn der Mühen
Trommlerin Astrid Gras läutete mit den exotischen Klängen ihrer Trommel das Bauende ein und alle Kinder trommelten auf den neuen Eimern für den Sandkasten mit. Es war ein wirklich würdiges Ende dieses Projekts, dessen Ergebnis sich sehen lassen kann. Beim gemeinsamen Pizzaessen ließen alle den Tag ausklingen und erinnerten sich gemeinsam an die vergangenen Wochen.
„Ich habe viele Menschen glücklich erlebt über die Möglichkeit, dies für ihre Kinder tun zu dürfen, hautnah an der Entstehung beteiligt zu sein und mitentscheiden zu können“, sagt Heike Thütt. Jede Hilfe war ehrenamtlich. Doch einen Lohn gibt es - nämlich die Freude der rund 400 Kinder, die derzeit die Waldorfschule besuchen. Und dass diese unbezahlbar ist, darüber sind sich alle Teilnehmer einig.Heike Thütt
