Termine | 15.05.2026

150 Jahre Heddesdorfer Pfingstkirmes

Neuwied: Nostalgie anlässlich des 150. Geburtstags

Um die Höhepunkt der 150. Pfingstkirmes vorzustellen, hatten die Schausteller, die Aktionsgemeinschaft Heddesdorfer Pfingstkirmes und die Stadt Neuwied zu einer Pressekonferenz eingeladen

Neuwied. Die am Freitag beginnende Heddesdorfer Pfingstkirmes wird eine ganz besondere sein. Anlässlich des 150. Geburtstages hatten die Stadt Neuwied, die Schausteller sowie die Aktionsgemeinschaft Heddesdorfer Pfingstkirmes zu einer Pressekonferenz eingeladen. Rasante und spektakuläre Fahrgeschäfte werden ergänzt von historischen Fahrgeschäften, die eigentlich nur noch auf nostalgischen Kirmessen gastieren. Schausteller Herbert Meyer nannte den Schwanenflieger. Dieses Kettenkarussell war in den 1950er und 1960er Jahren Stammgast auf der Heddesdorfer Pfingstkirmes.

Ebenfalls am Start ist eine nostalgische Schiffsschaukel, die mit rhythmischen Bewegungen selbst angetrieben werden muss. „Ein echter Flohzirkus, Hau den Lukas und eine Wahrsagerin ergänzen den historischen Part“, erklärte Herbert Meyer. Marcus Preis, Vorsitzender der AK Heddesdorfer Pfingstkirmes, ging in die Annalen. Ein Zeitungsbericht, in dem sich ein Landwirt im Jahr 1876 darüber beschwerte, dass seine Nutzflächen für den Rummel in Anspruch genommen wurden, gilt als erste urkundliche Erwähnung. Parallel dazu gab es Anzeigenwerbung lokaler Wirte. Als Kirmesplatz diente übrigens die Fläche auf der anderen Seite der Andernacher Straße. Erst ab den 1980er Jahren fand die Kirmes auf der heutigen Kirmeswiese statt. Davor hatte die Fläche Kleingärten gedient. Die Highlights der insgesamt 17 Fahrgeschäfte stellte Marktmeisterin Jennifer Ackermann vor. Die XXL-Schaukel „Phantom“ katapultiert die Fahrgäste in schwindelerregende Höhen von bis zu 45 Metern. Auch im Propeller Anubis verlieren die Passagiere den festen Boden unter ihren Füßen.

Rasant in 55 Meter Höhe

Hier geht es bis zu 55 Meter gen Himmel. Für alle die sich rasant im Kreis herumwirbeln lassen wollen, sind die Hochfahrgeschäfte „Disco Fieber“ und „Take off“ genau das Richtige. Mit „Big Slash“ gastiert seit langem Mal wieder eine Wasserbahn. „2019 hatten wir hier das letzte große Schienengeschäft“, erinnert sich Herbert Meyer und auch daran, dass einmal sogar eine Looping Achterbahn zu Gast war. Kirmesexperte Marcus Preis ist stolz auf das Angebot an Fahrgeschäften. „Unser Problem ist, dass die Pfingstkirmes nur fünf Tage dauert und bundesweit gleichzeitig 80 Kirmessen stattfinden. Für die ganz großen Schienengeschäfte lohnt sich der tagelange Aufbau einfach nicht“. Umso mehr drückt er „Big Slash“, extra aus den Niederlanden angereist, die Daumen, dass das Wetter mitspielt. Marcus Preis dankte der AG 150 Jahre Pfingstkirmes für ihre monatelange Vorbereitung. So können interessierte Besucher an Schautafeln mit Fotos in die Geschichte des Rummels eintauchen. Manche Schausteller haben Fahrchips mit dem Jubiläum bedrucken lassen und sind sich ziemlich sicher, dass so mancher Coin als Sammlerstück mit nach Hause genommen wird. Neben den Karussells freut sich Jennifer Ackermann auf rund 50 Reihengeschäfte. „Wir haben darauf Wert gelegt, dass alle Generationen auf der Pfingstkirmes auf ihre Kosten kommen“, so die Marktmeisterin.

An Bewährtem wird festgehalten

Die Aktionsgemeinschaft Heddesdorfer Pfingstkirmes wurde gegründet, um dem Volksfest neuen Auftrieb zu verleihen. 2018 wurde zum ersten Mal ein Kirmesumzug veranstaltet. „Die Bevölkerung erobert die Kirmeswiese“, erklärte Marcus Preis die Idee dahinter. Der Festumzug mit rund dreißig Gruppen, Formationen und Musikkapellen startet wie immer am Kirmessamstag um 14.00 Uhr und endet gegen 15.00 Uhr mit dem offiziellen Fassanstich auf dem Rummel. Ebenfalls am Samstag findet das beliebte Höhenfeuerwerk statt. Für das Frühstück auf dem Riesenrad sind bereits alle Karten verkauft. Den Kirmesplatz als erstes betreten dürfen die Grundschulkinder, die am Freitagmorgen zur Kirmes Rallye eingeladen sind. In dem ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag, verrät Herbert Meyer, dreht sich vieles um die 150-jährige Geschichte der Kirmes. An Pfingstdienstag ist Familientag mit vergünstigten Preisen. Zu früher Stunde ist die „reizarme Kirmes“, ohne laute Musik und ohne Besucheransturm, für Menschen mit Beeinträchtigungen, angesetzt. Die Tradition in Ehren halten die Heddesdorfer Pfingstreiter, mit dem Einholen des Tributs in Rommersdorf und Engers, dem Pfingstwettritt an der Bimsstraße und dem Geschehen an der Nohbersch Bank im historischen Ortskern. In den Biergärten auf der Kirmeswiese ist, teilweise mit Live-Musik, Stimmung und Gemütlichkeit angesagt. Erstmalig findet auf dem Kirchplatz der ev. Kirche ein Römerlager statt. Eine weitere Neuheit sind zusätzliche Parkplätze in der Rasselsteiner Straße in Höhe der Hausnummer 66. Öffnungszeiten: Am Freitag von 15 bis 24 Uhr, am Samstag von 13 bis 24 Uhr, am Pfingstsonntag und Pfingstmontag von 11 bis 24 Uhr. Zum Abschluss sind alle Kirmesgeschäfte am Dienstag noch einmal von 13 bis 22 Uhr geöffnet. Das komplette Programm zur Pfingstkirmes gibt es unter: www.neuwied.de/pfingstkirmes

Schon eine Woche vor Beginn an diesem Freitag begannen die Aufbauarbeiten an den 17 Fahrgeschäften

Schon eine Woche vor Beginn an diesem Freitag begannen die Aufbauarbeiten an den 17 Fahrgeschäften Foto: FF

Um die Höhepunkt der 150. Pfingstkirmes vorzustellen, hatten die Schausteller, die Aktionsgemeinschaft Heddesdorfer Pfingstkirmes und die Stadt Neuwied zu einer Pressekonferenz eingeladen Foto: FF

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